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EZB: Präsident Mario Draghi von Kollegen ausgebremst


Kampf gegen Mini-Inflation  

EZB-Kollegen mussten Präsident Draghi bremsen

07.12.2015, 08:32 Uhr | rtr, AP

EZB: Präsident Mario Draghi von Kollegen ausgebremst. EZB-Präsident Mario Draghi steht intern unter Druck. (Quelle: Reuters)

EZB-Präsident Mario Draghi steht intern unter Druck. (Quelle: Reuters)

Vor der Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), das Anleihekaufprogramm zu verlängern und damit noch mehr Geld in den Markt zu pumpen, hat es in der Führungsriege offenbar ordentlich Zoff gegeben. Präsident Mario Draghi sei von seinen Kollegen regelrecht ausgebremst worden.

Über das Ausmaß der jüngsten geldpolitischen Lockerung in der Eurozone gab es demnach gravierende Meinungsverschiedenheiten. Draghi habe mit vorherigen Andeutungen, nach denen eine weitere kräftige Geldspritze in der Euro-Zone nötig sei, Bremsbemühungen bei einigen anderen Euro-Zentralbankern ausgelöst, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von Personen, die mit den Diskussionen vertraut sind.

Am Ende habe der EZB-Rat sich dazu durchgerungen, die Märkte mit seinen Entscheidungen zu den Zinsen und zur Ausweitung des Anleihenkaufprogramms zu enttäuschen, weil von der Wirtschaftsentwicklung und von der Inflationsfront zuletzt günstigere Nachrichten gekommen seien.

Börsen und Euro auf Talfahrt

Die EZB hatte am Donnerstag angekündigt, ihr umstrittenes Anleihen-Kaufprogramm auszuweiten und zu verlängern. Zudem müssen die Banken im Euroraum künftig einen etwas höheren Strafzins zahlen, wenn sie überschüssiges Geld bei der Zentralbank parken.

Die Europäischen Börsen und der Euro-Kurs waren trotz der expansiven Maßnahmen auf Talfahrt gegangen - an den Märkten hatte man nämlich mit erheblich stärkeren Lockerungen gerechnet.

Kritik im kleinen Kreis

"Draghi hat die Erwartungen absichtlich zu weit hochgeschraubt", kritisierte ein Insider. Damit habe der EZB-Präsident versucht, Druck auf den EZB-Rat auszuüben.

Dafür sei er dann von mehreren Zentralbankern im kleinen Kreis kritisiert worden. Sein Ruf als großer Kommunikator habe gelitten. Anders als im vergangenen Jahr, als die Kritiker der Lockerungspolitik vor einer Ratsentscheidung an die Öffentlichkeit gingen, hätten sie dieses Mal eher im Hintergrund gearbeitet und gebremst.

"Die Fed dürfte gelassen sein"

"Wenn wir zu viel getan hätten, wäre der Euro womöglich auf Parität zum Dollar abgesackt", schilderte ein Eingeweihter Überlegungen, die letztlich die EZB-Entscheidung prägten. Eine so starke Dollaraufwertung hätte die Dinge für die Chefin der US-Notenbank Fed, Janet Yellen, in Hinblick auf die erwartete Zinswende in den USA noch schwieriger gemacht. "Nun aber dürfte die Fed ziemlich gelassen sein", sagte der Insider weiter.

Was den kräftigen Kursrückgang an den Börsen Europas nach der EZB-Entscheidung von der vergangenen Woche angeht, äußerten sich die Experten überrascht. "Uns war bewusst, dass es eine Marktreaktion geben wird, aber sie ist um einiges deutlicher ausgefallen, als wir das angenommen hatten", sagte einer der Insider.

Insgesamt habe es dennoch eine ganze Reihe guter Argumente gegeben, es mit der weiteren Geld-Ausweitung nicht zu übertreiben: "Wir haben uns etwas Pulver trocken gehalten. Nun können wir reagieren, wenn es nötig ist."

Ankurbeln der Konjunktur

Anleihekauf und Strafzins dienen dem Ankurbeln der schwachen Konjunktur, ebenso wie der extrem niedrige Leitzins von 0,05 Prozent. Seit Monaten kauft die EZB für bis zu 60 Milliarden Euro monatlich mit frisch gedrucktem Geld Anleihen vom Markt und steigert damit die im Umlauf befindlichen Mittel. Bislang war der Gesamtumfang auf 1,1 Billionen Euro veranschlagt.

Eigentlich sollte das Programm im September 2016 enden, doch werde es bis März 2017 verlängert, sagte EZB-Präsident Mario Draghi. Er sagte aber nicht, dass auch der Umfang ausgeweitet werde. Das hatten einige Investoren erwartet.

Die Geldflut soll Kredite leichter verfügbar machen und die Inflation in die Höhe treiben. Denn derzeit wird das Inflationsziel von rund zwei Prozent drastisch unterschritten: Die Teuerungsrate lag zuletzt bei nur 0,1 Prozent, was Experten als Zeichen für eine schwache Nachfrage und eine drohende Abwärtsspirale der Preise sehen.

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