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Staatsanwaltschaft attackiert Deutsche Bank: Zeugen trainiert?


Zeugen auf Aussagen vorbereitet?  

Staatsanwaltschaft attackiert Deutsche Bank

08.12.2015, 14:40 Uhr | dpa

Staatsanwaltschaft attackiert Deutsche Bank: Zeugen trainiert?. Der Co-Vorsitzende des Vorstands der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen im Landgericht. (Quelle: dpa)

Der Co-Vorsitzende des Vorstands der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen im Landgericht. (Quelle: dpa)

Die Deutsche Bank soll im Strafprozess gegen Co-Chef Jürgen Fitschen Zeugenaussagen vorbereitet und in Probeverfahren einstudiert haben. Diese schweren Vorwürfe hat die Münchner Staatsanwaltschaft vor dem Landgericht erhoben.

Dabei gehe es darum, den Zeugen zu sagen, was sie in dem Verfahren um versuchten Prozessbetrug im Fall Kirch sagen sollen. "Und wozu sie besser nichts sagen."

Vor vier Jahren hatte die Bank nach Überzeugung der Anklagebehörde den ehemaligen Bankchef Rolf Breuer mit einem Probeprozess, in dem auch der Richter nachgespielt worden sei, auf eine Aussage vor dem Oberlandesgericht München vorbereitet.

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In dem Verfahren sollen Breuer, Fitschen und drei weitere ehemalige Banker nicht die Wahrheit gesagt haben. Sie sind deshalb derzeit wegen versuchten Prozessbetrugs angeklagt. "Es scheint, als habe sich an der Praxis der Deutschen Bank nichts geändert", sagte der Staatsanwalt.

Anwalt der Bank empört

Ein Anwalt der Deutschen Bank reagierte empört auf diesen Vorwurf und warf der Staatsanwaltschaft vor, die Mitarbeiter zu diskreditieren. "Das ist eine Ungehörigkeit, die die Staatsanwaltschaft zurücknehmen muss." Eine weitere Kooperation mit der Staatsanwaltschaft sei angesichts dieser Vorwürfe nicht mehr denkbar.

Auch Fitschens Anwalt Hanns Feigen war sichtlich verägert. Der Vorstoß der Staatsanwaltschaft werde nichts daran ändern, dass sie mit ihrer Anklage einen Totalschaden erleiden werde. "Das wird ein Fiasko."

Richter zeigt sich verwundert

Auch der Vorsitzende Richter Peter Noll zeigte sich verwundert über die Worte der Staatsanwaltschaft. Wenn sich einzelne Zeugen nicht vollständig an die Geschehnisse rund um die Pleite der Kirch-Gruppe erinnern könnten, könne dies auch einfach daran liegen, dass die Vorfälle 13 Jahre zurückliegen.

Staatsanwalt Necknig stellte nach dem Wortgefecht mit der Verteidigung klar, dass es ihm nicht darum gehe, neue Ermittlungen gegen die Mitarbeiter der Deutschen Bank einzuleiten. Gegen Fitschen, Breuer und die anderen Angeklagten hatte die Behörde jahrelang ermittelt und schließlich im vergangenen Jahr Anklage erhoben.

Sie geht davon aus, dass die Top-Banker zusammengewirkt haben, um Richter zu täuschen und die Deutsche Bank vor Schadenersatzzahlungen an den Medienunternehmer Leo Kirch zu bewahren, der die Bank stets für die Insolvenz seines Unternehmens verantwortlich gemacht hatte. Alle fünf Angeklagten hatten die Vorwürfe zurückgewiesen.

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