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Volkswagen: Pötsch verspricht "schonungslose Aufklärung"


VW setzt 450 Ermittler ein  

Pötsch: "Werden die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen"

10.12.2015, 18:33 Uhr | t-online.de, dpa

Volkswagen: Pötsch verspricht "schonungslose Aufklärung". VW-Aufsichtsratschef Pötsch (l.) und Vorstandschef Matthias Müller vor der gemeinsamen Pressekonferenz. (Quelle: Reuters)

VW-Aufsichtsratschef Pötsch (l.) und Vorstandschef Matthias Müller vor der gemeinsamen Pressekonferenz. (Quelle: Reuters)

"Schonungslose Aufklärung" im Manipulationsskandal - das hat Volkswagen-Aufsichtsratschef Hans-Dieter Pötsch auf einer Pressekonferenz in Wolfsburg versprochen. Zu diesem Zweck setze der Konzern Hunderte Ermittler ein. So wolle man die "Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen".

Knapp drei Monate nach der Abgas-Krise bei Volkswagen stellen sich Pötsch und Vorstandschef Matthias Müller erstmals den Fragen der Journalisten. Pötsch nannte die Abgaskrise eine der größten Bewährungsproben in der Konzern-Geschichte. "Die Krisenfolgen werden vermutlich beträchtlich sein."

"Alles kommt auf den Tisch"

Der oberste VW-Kontrolleur Pötsch stellte klar: "Alles kommt auf den Tisch, nichts wird unter den Teppich gekehrt." Um dieses Ziel zu erreichen, arbeiteten derzeit 450 Experten an der Aufklärung der Abgas-Affäre. Neben der internen Revision gehören dazu auch die Mitarbeiter der US-Kanzlei Jones Day, die der Aufsichtsrat beauftragte. "Beide Gruppen arbeiten unabhängig voneinander", sagte Pötsch.

Die Affäre hat Pötsch zufolge ihren Ursprung im Jahr 2005. Eine zentrale Erkenntnis der Aufarbeitung sei, dass hinter dem Skandal eine "Fehlerkette" stehe, "die zu keinem Zeitpunkt durchbrochen wurde." Allerdings halte man "es für wahrscheinlich, dass nur eine überschaubare Zahl an Mitarbeitern aktiv zu den Manipulationen beigetragen hat", berichtete Pötsch. 

Inzwischen habe man über 1500 elektronische Datenträger von Beschäftigten eingesammelt, um Spuren und Hinweise auf den Ursprung der Affäre zu finden. Es seien zudem 87 ausführliche Interviews im Rahmen der Ermittlungen geführt worden. "Viele weitere werden noch folgen", kündigte Pötsch an.

Europas größter Autobauer hatte zugegeben, in rund elf Millionen Dieselmotoren eine Software eingesetzt zu haben, die Daten zum Ausstoß der gesundheitsschädlichen Stickoxid-Abgase schönte. In der Folge stürzte Volkswagen in eine schwere Krise. Für deren Bewältigung bildete der Konzern bisher Rücklagen von 6,7 Milliarden Euro.

Konzernchef plant die Neuausrichtung

Nach Pötsch erklärte Vorstandschef Müller, dass VW mit einer grundlegenden Neuausrichtung künftig weitere Skandale verhindern will. "Wir werden es nicht zulassen, dass uns diese Krise lähmt", sagte Müller. "Wir nutzen sie als Katalysator für den Wandel, den Volkswagen braucht. So ernst die aktuelle Situation auch ist: Dieses Unternehmen wird nicht daran zerbrechen." Strukturen und Denkweise sollten verändert werden.

Eine konkrete Maßnahme, die Müller nannte, ist die Verkleinerung der VW-Flugzeugflotte: Ganz ohne eigene Flugzeuge gehe es nicht, sagte Müller. Ein eigener Airbus sei dafür aber nicht nötig. Die Maschine werde deshalb verkauft.

VW betreibt eine eigene kleine Fluglinie, die über mehrere Maschinen verfügt, darunter ein Airbus A319. Das Unternehmen operiert unter anderem vom Flughafen Braunschweig-Wolfsburg aus und ist unter dem Namen Lion Air Services in George Town auf den Cayman Islands registriert.


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