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USA vor Zinswende: "Dekade des billigen Geldes endet"


USA vor Zinswende  

Experte: "Dekade des billigen Geldes endet"

13.12.2015, 12:43 Uhr | rtr

USA vor Zinswende: "Dekade des billigen Geldes endet". In den USA werden voraussichtlich die Zinsen leicht angehoben. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

In den USA werden voraussichtlich die Zinsen leicht angehoben. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Am Mittwoch wird die US-Notenbank Fed sehr wahrscheinlich das Ende der Nullzins-Ära einleiten. Experten prophezeien, dass dann auch in China und anderen Schwellenländern geldpolitisch neue Zeiten anbrechen werden.

"Mit der Zinserhöhung endet eine Dekade des billigen Geldes, auch in vielen aufstrebenden Volkswirtschaften", sagt Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Fed-Chefin Janet Yellen hat die Märkte weltweit auf die erste Anhebung seit fast zehn Jahren vorbereitet.

Seit dem Höhepunkt der Finanzkrise Ende 2008 vergeben die Währungshüter in den USA den Finanzinstituten Zentralbankgeld praktisch zum Nulltarif, um damit Kreditvergabe und Konjunktur anzukurbeln. Damit ist es nun wohl bald vorbei, da in den USA nahezu Vollbeschäftigung herrscht. 

Die meisten Experten gehen davon aus, dass das sogenannte Zielband für den Leitzins von derzeit null bis 0,25 Prozent am Mittwoch auf 0,25 Prozent bis 0,50 Prozent angehoben wird. 

Wie sehr prescht die Fed vor? 

Die spannende Frage ist, wie die Notenbank nach dem ersten Schritt vorgeht. Hinweise darauf dürfte Yellen nach dem Entscheid geben. Sie sprach bislang eher vage von einem "graduellen" Zinsanstieg.

Viele Experten befürchten, dass die Wirtschaft zwischen New York und San Francisco nach sieben Jahren Nullzinsen mit einer Straffung und einem stärkeren Dollar nicht zurechtkommen wird und erwarten deshalb ein eher langsames Vorgehen der Fed. "Diese Befürchtungen gab es allerdings vor jeder Straffung der Geldpolitik, und auch dieses Mal dürften sie sich als unbegründet erweisen", sagt Krämer.

Sein Kollege Jürgen Michels von der BayernLB erwartet, dass die Währungshüter sich sehr viel Zeit für den zweiten Zinsschritt nehmen werden - bis September 2016. Denn die Wirtschaft erhole sich nur moderat und die Inflation sei niedriger als von der Fed gewünscht.

Rückschluss über den weiteren geldpolitischen Kurs dürften auch die individuellen Prognosen der Währungshüter geben. Im September hatten sie im Mittel für Ende 2016 einen Zinssatz von 1,37 Prozent veranschlagt.

Yellen: "Signal der Stärke" 

Yellen hatte eine geldpolitische Straffung jüngst als Signal der Stärke der US-Wirtschaft bezeichnet. Sie versuchte so, den Märkten Ängste vor dem weitreichenden Schritt zu nehmen. Einige Börsianer warnen vor überzogenen Erwartungen an die Äußerungen der Notenbankchefin. Konkrete Signale seien eher unwahrscheinlich. Daher werde der Kurs des Euro wohl weiter um die Marke von 1,10 Dollar pendeln.

Yellen und ihr Vorgänger Ben Bernanke haben mit sehr billigem Geld dafür gesorgt, dass die Aktienmärkte bei Laune gehalten wurden und von Rekord zu Rekord eilen konnten. Mit einer Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik müssen sich die Börsianer nun darauf verlassen, dass die Wirtschaft auch ohne größere Hilfe rund läuft. 

In China dürfte es allerdings bei vielen Firmen lange Gesichter geben: Schätzungen zufolge halten Chinas Unternehmen rund ein Viertel ihrer Kredite in Dollar.

Eine Zinserhöhung in den USA und eine damit verbundene Aufwertung des Dollar würde es für diese Unternehmen somit teurer machen, diese Schulden zu bedienen. Die Notenbank stemmt sich bereits seit längerem mit Zinssenkungen gegen die Konjunkturabkühlung. 

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