Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > Rohstoffe >

Ölpreis-Verfall: IWF warnt Saudi-Arabien


Reiches Land bald in Geldnot  

Der IWF warnt Saudi-Arabien wegen Ölpreisverfall

21.12.2015, 14:14 Uhr | dpa

Ölpreis-Verfall: IWF warnt Saudi-Arabien. Ein Grund für Saudi-Arabiens Reichtum, der noch währt: das Öl, gefördert in Raffinerie wie hier an der Ostküste des Persischen Golfs bei Dhahran, einem der wichtigsten Standorte im Königreich.   (Quelle: dpa)

Ein Grund für Saudi-Arabiens Reichtum, der noch währt: das Öl, gefördert in Raffinerie wie hier an der Ostküste des Persischen Golfs bei Dhahran, einem der wichtigsten Standorte im Königreich. (Quelle: dpa)

Mit Sparen musste sich Saudi-Arabien in der Vergangenheit kaum beschäftigen. Im Gegenteil: Dank der schier unendlichen Öl-Reserven und eines florierenden Rohstoff-Exports investierte die Golfmonarchie über Jahre in milliardenschwere Großprojekte. Doch die Zeit des sorglosen Geldausgebens für U-Bahnen, Flughäfen und im Gesundheitssystem dürfte bald vorbei sein - warnt der IWF

Das Königreich leidet wie kaum ein anderes Land unter dem Verfall des Ölpreises, von dem sein Reichtum maßgeblich abhängt. Schließlich speist sich der Staatshaushalt zu fast 90 Prozent aus Öleinnahmen.

Haushaltsdefizit droht für spendable Scheichs

Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt in seiner neusten Analyse: In diesem Jahr drohe dem Land ein massives Haushaltdefizit von mehr 21 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Im nächsten Jahr könnte das Defizit rund 19 Prozent betragen.

Das könnte Auswirkungen auf bereits geplante Infrastruktur-Projekte in Saudi-Arabien haben. Die Hauptstadt Riad bekommt eine U-Bahn, der Ausbau des Flughafens in der Hafenstadt Dschidda soll bald abgeschlossen sein. Milliarden steckt das Land auch in das Gesundheitswesen. Erst im Frühjahr zeigte sich der neue König Salman Bin Abdulasis spendabel, als er den Staatsbediensteten bei Amtsantritt zwei Extra-Gehälter zukommen ließ. All das muss bezahlt werden.

Saudi-Arabien wähnt sich unverwundbar

Grund zur Panik gibt es bei den milliardenschweren Scheichs offenbar noch nicht. Saudi-Arabien besitzt üppige Währungsreserven in Höhe von fast 730 Milliarden US-Dollar. Dieses Geld, so glauben die Regierenden, versetzt das Land in die Lage, an seiner Ölpolitik festzuhalten. Folglich weigert sich Riad trotz des Ölpreisverfalls, den Export zu drosseln. Die Saudis setzen darauf, mit langem Atem Marktanteile vor allem gegen Schieferöl-Produzenten in den USA zu verteidigen.

Doch wie lange kann Riad diesen Kurs durchhalten? Die Währungsreserven sollen in diesem Jahr laut Schätzungen bereits um etwa 70 Milliarden Dollar geschrumpft sein. Der IWF jedenfalls warnt die saudische Regierung: Sollte das Königreich seine bisherige Ausgabenpolitik fortsetzen, könnte es sein Finanzvermögen innerhalb von fünf Jahren aufgebraucht haben. Damit steht Saudi-Arabien schlechter da als andere Ölproduzenten vom Golf.

Soziale Konflikte nicht zu übersehen

Und noch etwas kommt hinzu: Schon jetzt leidet das Land trotz seines Ölreichtums unter sozialen Konflikten, die es nicht vertuschen kann. Vor allem unter jungen Akademikern regt sich Unmut. Viele besitzen zwar Hochschulabschlüsse, finden aber keine Jobs, weil es für saudische Firmen einfacher und günstiger ist, Ausländer anzustellen. Bei rund 30 Prozent soll die Jugendarbeitslosigkeit in Saudi-Arabien liegen, schätzen Analysten.

IWF-Chefin Christine Lagarde mahnte Anfang November bei ihrem Besuch in Riad, der Rückgang des Ölpreises habe die Notwendigkeit von politischen, wirtschaftlichen und sozialen Reformen im Königreich erhöht. Laut Medien denken die Saudis auch tatsächlich darüber nach, die üppigen Energie-Subventionen von mehr als 35 Milliarden Dollar jährlich zu reduzieren. Auch so manches Infrastrukturprojekt könnte aufgeschoben werden. Zudem wollen die Staaten des Golfkooperationsrates (GCC) erstmals eine Mehrwertsteuer einführen.

Beschleunigen dürfte der Ölpreisverfall in jedem Fall die Diversifizierung der saudischen Wirtschaft: weg vom Rohstoff-Export, hin zu Industrie und anderen Sektoren. Denn spätestens seit dem Pariser Klimaabkommen dürfte auch den Monarchen am Golf bewusst sein, dass der Verkauf von Rohöl keine lange währendes Erfolgsmodell mehr sein wird.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Prepaid Tarif aktivieren & 10 GB Daten geschenkt bekommen
schnell zugreifen bei congstar
Gerry Weberbonprix.deOTTOCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe