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Abgas-Skandal: VW-Chef Müller fordert Gehaltskürzungen im Vorstand


"Müssen Gürtel enger schnallen"  

VW-Chef Müller fordert Gehaltskürzungen im Vorstand

22.12.2015, 16:46 Uhr | dpa

Abgas-Skandal: VW-Chef Müller fordert Gehaltskürzungen im Vorstand. Volkswagen-Chef Matthias Müller appelliert an den Zusammenhalt beim Wolfsburger Autobauer. (Quelle: dpa)

Volkswagen-Chef Matthias Müller appelliert an den Zusammenhalt beim Wolfsburger Autobauer. (Quelle: dpa)

Bei der Aufarbeitung des VW-Skandals ist kein Ende in Sicht. Die Konsequenzen für Mitarbeiter des Wolfsburger Konzerns könnten jedoch schon bald spürbar werden. Volkswagen Chef Matthias Müller hat sich bereits für Gehaltskürzungen ausgesprochen - vor allem innerhalb des Vorstands.

"Dabei geht es um den Bonus für 2015. Es ist klar, dass wir den Gürtel enger schnallen müssen, auf allen Ebenen, vom Vorstand bis zum Tarif-Mitarbeiter", sagte Müller der "Wirtschaftswoche". Dies gelte auch für die Töchter Audi und Porsche, die für einen Großteil des Konzerngewinns stehen. "Wir sind eine Familie, das gilt in guten wie in schlechten Zeiten." Auf wie viel Gehalt Müller selbst verzichten will, sagte er nicht.

120.000 Mitarbeitern entgehen Bonuszahlungen

Der VW-Vorstand hatte bereits angekündigt, über niedrigere Boni nachdenken zu wollen. Die Sonderzahlungen ergeben sich proportional zur Wirtschaftsleistung des Unternehmens. Angesichts der hohen Kosten des Abgas-Skandals dürfte der VW-Gewinn 2015 geringer ausfallen.

Auch den rund 120.000 Mitarbeitern im Haustarifvertrag von Volkswagen entgehen als Folge der Betrugsaffäre wohl Bonuszahlungen. Das hatte VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh bereits in Aussicht gestellt. Normalerweise werden im Frühjahr zehn Prozent des operativen Gewinns der Pkw-Kernmarke auf die Haustarif-Beschäftigten aufgeteilt.

Ermittlungen gegen VW ziehen sich

Derweil könnten sich die Ermittlungen in der Abgas-Affäre noch lange hinziehen, sagte der zuständige Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe der "Süddeutschen Zeitung". Schließlich gehe es möglichererweise um einen Tatzeitraum von bis zu zehn Jahren. "Einen Zwischenstand können und werden wir angesichts dessen wohl nicht geben - sondern nur ein Ergebnis am Ende", erklärte Ziehe.

Mit fünf Ermittlern sei ein Zwölftel des Personals seiner Behörde derzeit nur mit dem Fall VW beschäftigt. Dazu kommen 20 Sonderermittler des Landeskriminalamts (LKA) Niedersachsen.

Die Braunschweiger Anklagebehörde hatte wegen der im September von VW zugegebenen Manipulationen von Stickoxid-Messwerten bei Dieselmotoren ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Es gab bereits auch Razzien. VW selbst hat 450 Mitarbeiter mit der internen Aufklärung betraut.

Anfang November hatte der Autobauer mitgeteilt, dass es auch bei Angaben zu Kohlendioxid-Emissionen "Unregelmäßigkeiten" gab - sie sind laut dem Unternehmen aber weniger gravierend als zunächst befürchtet. Ein Anfangsverdacht besteht gegen insgesamt elf aktuelle und frühere VW-Mitarbeiter. Dabei gehen die Ermittler unter anderem Betrugsvorwürfen nach.

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