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Jahresausblick 2016: Was Geldanleger erwarten können


Jahresausblick  

Was Geldanleger im Jahr 2016 erwarten können

30.12.2015, 15:05 Uhr | dpa, t-online.de

Jahresausblick 2016: Was Geldanleger erwarten können. Geldanlage: Der Bulle - Symbol für steigende Aktienkurse - wird im neuen Jahr über den Bären dominieren. (Quelle: imago/ McPhoto)

Geldanlage: Der Bulle - Symbol für steigende Aktienkurse - wird im neuen Jahr über den Bären dominieren. (Quelle: imago/ McPhoto)

Für Geldanleger lauern 2016 wieder große Chancen an den Börsen. Während die Sparzinsen weiterhin auf Niedrigstniveau dümpeln, dürfen Aktienbesitzer in Deutschland und Europa im neuen Jahr erneut auf deutlich steigende Kurse hoffen. Allerdings brauchen die Investoren weiterhin starke Nerven. Die heftigen Turbulenzen der vergangenen Jahre könnten sogar noch zunehmen.

Europa ist noch längst nicht aus dem Schneider angesichts eines drohenden Austritts von Großbritannien aus der Europäischen Union oder des immer noch möglichen Ausscheidens von Griechenland aus der Eurozone. 

Dax vor neuen Rekorden

Trotzdem trauen manche Experten dem wichtigsten deutschen Index Dax 2016 neue Rekordstände zu. Auch der EuroStoxx 50 dürfte steigen. "Aktienmärkte noch nicht am Gipfel" überschreibt Manfred Bucher von der BayernLB seine Einschätzung der weiteren Aussichten. 

Im Schnitt sehen Marktbeobachter den Dax am Ende des Jahres 2016 bei 11.833 Punkten. Das wäre gegenüber dem aktuellen Niveau ein Plus von gut zehn Prozent und damit vergleichbar mit dem Index-Zuwachs im ablaufenden Jahr.

Geldflut der Notenbanken hilft

Bedanken können sich die Inhaber deutscher wie europäischer Dividendenpapiere einmal mehr bei den großen Notenbanken. Ein Ende der Billiggeld-Flut, die Aktien als Anlage begünstigt, ist bei der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht in Sicht.

Die Währungshüter in Japan und China überschwemmen die Märkte ebenfalls mit Liquidität, um der heimischen Wirtschaft auf die Beine zu helfen. "Anleger, die ein Mindestmaß an Rendite anstreben, kommen um Aktien auch im Jahr 2016 nicht herum", sagt Ulrich Stephan, Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank.

Commerzbank traut Dax bis zu 13.000 Punkte zu

Die US-Zinswende ändert für den Commerzbank-Aktienstrategen Andreas Hürkamp wenig am guten Gesamtbild für Europas Aktienmärkte. Er rechnet damit, dass die amerikanische Notenbank Fed nach der ersten vorsichtigen Zinserhöhung seit neun Jahren auch 2016 den Leitzins allenfalls sehr moderat anheben wird.

Entsprechend prognostiziert der Commerzbank-Experte dem deutschen Leitindex im Verlauf des neuen Jahres bis zu 13.000 Punkte und zum Ende dann 12.600 Punkte. Damit ließe das deutsche Börsenbarometer sein bisheriges Rekordhoch bei 12.388 Punkten aus dem vergangenen Frühjahr hinter sich.

Höhere Ausschüttungen für Aktionäre

Für Hürkamp gibt es gleich eine ganze Reihe von Gründen für seinen Optimismus: neben der weltweit steigenden Geldmenge auch ein robustes Wirtschaftswachstum in der Eurozone und den USA sowie ein von der US-Zinswende geschwächter Euro, der heimischen Firmen den Export erleichtert. Zudem erwartet Hürkamp, dass 24 der 30 Dax-Unternehmen ihre Dividenden anheben.

Vorsichtig gibt sich hingegen Analyst Christian Kahler von der DZ Bank. Es sei "wahrscheinlich, dass sich die Märkte (...) nicht allzu lange von den geldpolitischen Stimuli der EZB werden blenden lassen", warnt der Experte. Ähnlich sei es bereits im April 2015 sowie im Frühjahr 2012 nach der ersten Liquiditätsflut gelaufen.

Hohe Bewertungen und Risikofaktor US-Geldpolitik

Wegen möglicher Enttäuschungen über den tatsächlichen Zustand der Weltwirtschaft traut er dem Dax zum Jahresende 2016 lediglich 11.000 Punkte zu und damit nur ein mageres Plus. Die schon hohen Aktienbewertungen sind seiner Ansicht nach nur im Fall eines dynamischen Gewinnwachstums gerechtfertigt.

Didier Saint-Georges, Managing Director beim Vermögensverwalter Carmignac, sieht die US-Geldpolitik als Risikofaktor. "Janet Yellen weiß, dass sie sich auf sehr dünnem Eis bewegt", sagt er zum Balanceakt der Fed-Präsidentin. Sie müsse angesichts der guten amerikanischen Konjunkturentwicklung die Geldpolitik normalisieren, um nicht ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren.

Doch andererseits "wäre eine Straffung der Geldpolitik ein Fehler, falls die Wirtschaft sich abschwächt". Zudem sei es "für die Märkte immer schwierig, einen Paradigmenwechsel zu akzeptieren", gibt Saint-Georges zu bedenken.

Mehr Potenzial mit europäischen Standardwerten

Dem EuroStoxx 50 trauen selbst die kühnsten Optimisten 2016 keine neuen Bestmarken zu. Der Leitindex der Eurozone ist noch meilenweit von seinen Höchstständen um die Jahrtausendwende entfernt. Immerhin sollte das Börsenbarometer der Eurozone im neuen Jahr mehr Gas geben als sein deutsches Pendant: Die Konsensschätzung von 3702 Punkten beinhaltet einen Kursanstieg von etwa 13 Prozent.

Zittern dürften Anleger allerdings, falls Großbritanniens Premierminister David Cameron tatsächlich die Briten an die Urnen ruft, um über den Verbleib des Landes in der Europäischen Union nach 2016 abzustimmen.

Oder aber, wenn das hoch verschuldete Griechenland doch noch aus der Eurozone austreten muss. Dann könnte es erst einmal vorbei sein mit den sonnigen Zeiten, die die Analysten der französischen Bank Société Générale den europäischen Börsen voraussagen.

Weiterhin offene Geldschleusen in Europa

Aktuell setzen die Analysten als Triebfeder auf eine weitere Lockerung der europäischen Geldpolitik. Bei der letzten EZB-Sitzung Anfang Dezember hatte Präsident Mario Draghi zwar trotz einer weiteren Öffnung der Geldschleusen die hohen Erwartungen der Anleger enttäuscht. Ein Grund für die eher zaghaften Maßnahmen dürfte aber sein, dass Draghi die wirtschaftliche Lage in der Eurozone positiver sieht - und das spräche letztlich für eine gute Gewinnentwicklung bei Europas Unternehmen.

Für US-Aktien nicht ganz so positiv

Auch die Anleger an der Wall Street dürfen dem Jahr 2016 zuversichtlich entgegen blicken. Marktstrategen sehen wieder Luft nach oben, nachdem 2015 die Musik der Billiggeldparty der vergangenen Jahre verstummte.

Wie entspannt die Reise wird, hängt allerdings nicht zuletzt von der weiteren Straffung der Geldpolitik durch die US-Notenbank ab. Zudem könnten die Ungewissheit mit Blick auf die US-Präsidentschaftswahl im November sowie die wirtschaftliche Abkühlung in China für einen holprigen Ritt sorgen.

"Bullenmärkte" an der Wall Street endeten typischerweise erst bei einer Überbewertung, schreibt Analyst Andrew Garthwaite von der Schweizer Großbank Credit Suisse in einer aktuellen Studie. US-Aktien bewegten sich derzeit aber auf einem fairen Bewertungsniveau. Von einem "Bullenmarkt" sprechen Experten bei langen Phasen mit steigenden Kursen.

Garthwaite ist mit seinem Jahresendziel von 2150 Punkten für den marktbreiten S&P-500-Index jedoch vorsichtiger als viele seiner Kollegen anderer Finanzhäuser. Er sieht in anderen Regionen der Welt mehr Potenzial.

Finger weg von US-Langläufern

Befragte Analysten sehen das US-Aktienbarometer Ende 2016 im Schnitt bei etwa 2200 Punkten. Sie trauen ihm damit einen Anstieg um rund neun Prozent zu.

Die Renditen an den US-Anleihenmärkten dürften parallel zu den steigenden Leitzinsen ansteigen, Kursverluste bei Festverzinslichen werden die Folge sein. Allenfalls kurze Laufzeiten bei Rentenpapieren empfehlen sich.

China-Aktien bleiben unberechenbar

Viel der Börsenentwicklung im Westen wird von Fernost abhängen. Die chinesischen Aktienmärkte als "Zünglein an der Waage" dürften auch 2016 ein holpriges Pflaster bleiben - passend zum Jahr des Feuer-Affen in der chinesischen Astrologie. Diesem Sternzeichen wird unter anderem eine gewisse Unberechenbarkeit nachgesagt. 

"Wir erwarten für China keinen Taifun oder Hurrikan, aber rechnen mit Gegenwind", sagt Stephen Jones, Chefanlagestratege des britischen Vermögensverwalters Kames Asset Management. Er geht von einem Wirtschaftswachstum zwischen fünf und sechs Prozent aus - also weniger als das ursprüngliche Wachstumsziel der Regierung von sieben Prozent.

Kursverluste in China kosten Vertrauen

Mit welchem Risiko ein Engagement in chinesische Aktien behaftet sein kann, hatte sich schließlich in aller Deutlichkeit in den Sommermonaten 2015 gezeigt: Sorgen um eine Verlangsamung des Wachstums in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft hatten die Börsen im August in heftige Turbulenzen gestürzt. In Shanghai erlebten die Anleger den schlimmsten Einbruch seit acht Jahren. 

Die Besitzer von japanischen Aktien dürften hingegen optimistisch ins neue Jahr blicken. Der Aktienmarkt dort sei interessant, weil die heimische Notenbank noch einige Pfeile im Köcher habe und die Wirtschaft weiter ankurbeln dürfte, ist Stephen Jones überzeugt.

Goldpreis vor dem Comeback?

Noch ein paar Worte zum Gold. Angesichts der aktuell niedrigen Edelmetallpreise - gerade auf Euro-Basis - bieten sich derzeit gute Einstiegsmöglichkeiten. Gold wird jedoch weiterhin kein "Renner" sein. Die Schweizer Großbank UBS sieht den Goldpreis sogar auf unter 1000 Dollar fallen. Erst mit einer anziehenden Inflation in Amerika könnte das Edelmetall Boden finden. Letztlich ist das Risiko nach unten aber begrenzt.

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