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Noch fast 13 Milliarden D-Mark im Umlauf -14 Jahre nach Euro-Einführung


14 Jahre nach Euro-Einführung  

Fast 13 Milliarden D-Mark schlummern im Verborgenen

27.12.2015, 13:23 Uhr | dpa, t-online.de

Noch fast 13 Milliarden D-Mark im Umlauf -14 Jahre nach Euro-Einführung. Immer noch horten die Deutsche massenhaft alte D-Mark und tauschen sie nicht in Euro. (Quelle: dpa)

Immer noch horten die Deutsche alte D-Mark und tauschen sie nicht in Euro. (Quelle: dpa)

Die Deutsche Mark hat zwar schon seit der Euro-Bargeldeinführung vor fast 14 Jahren als Zahlungsmittel ausgedient. Doch die Deutschen können sich nicht von ihren D-Mark-Scheinen und -Münzen trennen. Nach Zahlen der Deutschen Bundesbank waren Ende November noch rund 168 Millionen D-Mark-Scheine und gut 24 Milliarden D-Mark-Münzen im Umlauf - im Gesamtwert von 12,9 Milliarden D-Mark (6,6 Milliarden Euro).

Vor allem bei den Geldstücken scheint den Menschen eine Trennung schwer zu fallen: Bezogen auf den Wert des D-Mark-Bargelds zur Euro-Bargeldumstellung Ende 2001 befanden sich im November 2015 nur noch rund vier Prozent der Banknoten im Umlauf - dagegen wurden 54 Prozent der Münzen bis heute nicht umgetauscht. 

Gesammelt, vergessen, verloren

Bei einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov gab mehr als jeder Zweite (54 Prozent) an, noch Münzen oder Scheine der alten deutschen Währung zu Hause zu haben.

Manche möchten sich nicht von ihrer D-Mark-Sammlung trennen. Andere haben vergessen, dass sie im Karton im Keller oder unterm Bett noch altes Bargeld horten.

Über weitere Gründe kann die Bundesbank nur Vermutungen anstellen. So seien wohl größere Mengen im Ausland: "Die D-Mark fand vor allem im damaligen Jugoslawien sowie seinen Nachfolgestaaten und in anderen Teilen Osteuropas zum Teil als Zweitwährung Verwendung und wurde weltweit als Transaktions- und Wertaufbewahrungsmittel genutzt", heißt es in einem Bericht.

Silber-Geld eingeschmolzen

Nach früheren Angaben des Bankenverbands werden bei den Geldstücken vor allem 5- und 10-Mark-(Gedenk)-Münzen nicht umgetauscht: "Davon dürfte ein beachtlicher Teil nicht mehr existieren, da es sich in den vergangenen Jahren aufgrund des hohen Silber-Preises lohnte, diese Münzen einzuschmelzen, soweit sie aus Silber bestehen." Ein erheblicher Teil befinde sich auch in Schatullen von Sammlern.

Die Bundesbank vermutet vor allem Gedenkmünzen in Sammlerhänden. Für Sammlerleidenschaft oder Nostalgie spricht auch, dass bei den Banknoten insbesondere die kleinen Stückelungen noch im Umlauf sind: Gut 17 Prozent der 10-Mark-Scheine und mehr als die Hälfte der Fünfer (51 Prozent).

Für Geldstücke gilt: Insbesondere bei Münzen im Wert von zehn Pfennig und weniger dürften einige Besitzer wegen des geringen Wertes auch einfach zu träge sein, das Geld umzutauschen. 

Mäuse fressen alte D-Mark-Scheine

Immer wieder tauchen längst vergessene D-Mark-Noten per Zufall auf. So konnte sich ein älteres Ehepaar nicht über die "sichere" Verwahrung der Scheine verständigen. Daher habe das Paar die eine Hälfte im Keller, die andere auf dem Dachboden versteckt. Mit schlechtem Ausgang, wie die Bundesbank im Zusammenhang mit einem Erstattungsantrag zu beschädigten D-Mark-Banknoten erfuhr: "Während die eine Hälfte im Keller durch Feuchtigkeit beschädigt wurde, trug die andere Hälfte deutliche Spuren von Mäusefraß."

Immer wieder taucht das alte Geld auch bei Wohnungsauflösungen oder Erbschaften auf. Das kann dazu führen, dass die Menschen, die den Fund bei den Filialen der Bundesbank in Euro tauschen wollen, nicht so genau wissen, woraus ihr Schatz besteht.

Eigentlich ist der Umtausch von D-Mark-Banknoten und -Münzen in Euro jederzeit möglich - gebührenfrei, unbefristet und ohne Limit beim Betrag. Die Bundesbank wechselt das alte Geld in Ausnahmefällen auch postalisch - der Versand geschieht allerdings auf Risiko des Kunden.

Nicht jede Münze einfach umtauschen

Manchmal ist eine andere Lösung allerdings besser. So hat eine Dame Münzen im Nennwert von mehreren hundert D-Mark zum Umtausch eingereicht, wie die Bundesbank berichtet: "Darunter befanden sich drei Gedenkmünzen zu jeweils 5 DM aus den 1950er Jahren. Wir haben diese Münzen an die Einreicherin zurückgesandt mit der Bitte, diese bei einem Münzhändler zum Verkauf anzubieten." Die Frau konnte sich freuen: "Statt dem üblichen Umtauschbetrag von 2,56 Euro erhielt sie dort pro Stück 100 Euro!"

Weniger Glück hatte ein Mann aus den USA, der eine verkleinerte 200-D-Mark-Note in der Größe von viermal acht Zentimetern an die Bundesbank schickte - mit dem Aufdruck "Spielgeld". Ein Umtausch war damit umgeschlossen. Der Mann erhielt sein Exemplar zurück.

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