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China-Crash belastet die Welt: Vorbote für eine neue Finanzkrise?


China-Crash belastet die Welt  

Sind die Börsenturbulenzen der Vorbote für eine neue Finanzkrise?

07.01.2016, 18:08 Uhr | mmr, t-online.de, rtr

China-Crash belastet die Welt: Vorbote für eine neue Finanzkrise?. Der Kurssturz an den Börsen in China könnte der Anfang einer neuen weltweiten Krise sein. (Quelle: Reuters)

Der Kurssturz an den Börsen in China könnte der Anfang einer neuen weltweiten Krise sein. (Quelle: Reuters)

Schlittern wir in eine neue Krise? Viele Börsianer weltweit befürchten Schlimmes in Asien und verkaufen ihre Aktien. Großinvestor George Soros zieht bereits Parallelen zur Finanzkrise 2008. Die Einflüsse aus Fernost betreffen auch Deutschland.

Der erfahrene US-Großinvestor George Soros sagte der Nachrichtenagentur Bloomberg, mit der Abwertung seiner Währung Yuan wälze China seine Wachstumsprobleme auf den Rest der Welt ab. Er werde an die Krise von 2008 erinnert. Die globalen Märkte stünden nach seiner Einschätzung nun vor einer neuen Krise, die Anleger müssten sehr vorsichtig sein.

Handelsstopp wird wieder ausgesetzt

Asiens Börsen beben aus Angst vor einem Handelskrieg Chinas mit konkurrierenden Exportmächten. Viele Aktienkurse stürzen ab. Der Aktienhandel in China wurde am Donnerstag das zweite Mal binnen weniger Tage per Notbremse gestoppt, nachdem der Leitindex CSI300 erneut um sieben Prozent eingebrochen war. 

Der erst am Montag eingeführte automatische Handelsstopp wird allerdings ab Freitag wieder ausgesetzt. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Fallende China-Währung als Knackpunkt

Auslöser für die jüngste Verkaufswelle war die erneute Abwertung der chinesischen Währung Yuan. Das schürt die Furcht vor einer weiteren Abkühlung der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft. "Es besteht das Risiko für die chinesische Administration, dass sie das Vertrauen, das ihr bislang für die zahllosen Reformschritte entgegengebracht wurde, verspielt", warnten die Analysten der Essener National-Bank in einem Kommentar. "Dieses Mal dürften zusätzliche geld- und fiskalpolitische Maßnahmen zur Stimulierung des Wachstums allein nicht ausreichen."

Mitte Januar legt China Zahlen zum Wirtschaftswachstum im vierten Quartal vor. Börsianer befürchten, dass das von der Regierung angepeilte Ziel von sieben Prozent wie im Vorquartal verfehlt wird.

Die chinesische Notenbank hob den Referenzwert des Dollar, den der Wechselkurs maximal zwei Prozent über- oder unterschreiten darf, zum achten Mal in Folge an und wertete damit die eigene Währung ab. "Die Frage drängt sich auf, warum sie es damit so eilig hat", sagte Jochen Stanzl, Analyst des Online-Brokers CMC Markets. "Die Regierung könnte etwas wissen, was die Märkte noch nicht wissen."

Ziele der chinesischen Zentralbank unklar

Im weniger stark regulierten sogenannten Offshore-Handel an den Börsen in Hongkong oder Frankfurt stieg der Kurs des US-Dollar daraufhin auf bis zu 6,75 Yuan und markierte den zweiten Tag in Folge ein Rekordhoch. Der große Ausverkauf drohe aber noch, sagte etwa Gian Marco Salcioli, Devisenexperte der Bank Intesa Sanpaolo. 

"Die Angst vor der Ungewissheit ist derzeit das größte Risiko für den Yuan-Kurs", schrieben die Experten der Oversea-Chinese Banking Corporation in einem Kommentar. Es sei unklar, wie stark die People's Bank of China (PBoC) die eigene Währung abwerten lassen wolle.

Beginnt ein Abwertungswettlauf?

Ein rückläufiger Wechselkurs macht Waren chinesischer Unternehmen auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger, erhöht gleichzeitig aber die Gefahr eines Abwertungswettlaufs mit anderen Exportnationen wie etwa Japan oder Deutschland.

Ein anhaltender Wertverlust des Yuan dürfte aber auch andere asiatische Länder zur Abwertung ihrer Währungen zwingen, um im Wettbewerb mit China mithalten zu können. Dies wurde an den Devisenmärkten bereits vorweggenommen. So gab etwa der Australische Dollar zum US-Dollar nach.

Mit ihrer aktuellen Wechselkurspolitik fördere die PBoC zudem die Erwartung eines kontinuierlich fallenden Yuan-Kurses, warnten die Experten der ANZ Bank. "Dies verstärkt die Kapitalflucht und führt zu starker finanzieller Instabilität."

Konjunktursorgen nehmen zu - Soros warnt Anleger

Diese Konsequenzen bleiben auch hierzulande nicht ungehört. Die globalen Finanzmärkte sind derart stark miteinander verflochten, dass ein Niesen in Fernost auch in Europa zu einer Grippe führen kann. 

Die Furcht vor einer schwächeren China-Nachfrage schlug auch an den Rohstoffmärkten voll durch: Der Preis für Nordsee-Öl Brent rutschte nach der gestrigen Talfahrt zeitweise um weitere sechs Prozent ab. Mit 32,16 Dollar war ein Barrel (159 Liter) der Rohöl-Sorte so billig wie zuletzt vor knapp zwölf Jahren. Das richtungsweisende WTI-Öl kostete ähnlich wenig. Das "schwarze Gold" leidet neben den Konjunktursorgen unter einer weltweiten Überproduktion.

Industriemetalle billiger - Gold teurer

Industriemetalle wie Kupfer, Zink oder das zur Stahl-Herstellung benötigte Nickel verbilligten sich am Donnerstag um bis zu 4,6 Prozent. Der Kurs von Palladium, das bei der Herstellung von Autokatalysatoren zum Einsatz kommt, fiel erstmals seit 2010 unter die Marke von 500 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Gold war dagegen als "sicherer Hafen" gefragt und legte am Terminmarkt zeitweise auf 1103 Dollar je Feinunze zu. Auch bei Bundesanleihen griffen Investoren zu. Der Bund-Future, der auf den zehnjährigen Titeln basiert, gewann zeitweise gut 50 Ticks auf über 160 Punkte. Das ist der höchste Stand seit vergangenem Frühjahr.

Inflationserwartungen sinken

Die Furcht vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft und der anhaltende Preisverfall des Rohöls dämpften die Erwartungen für die Teuerung in der Euro-Zone. Damit schürten sie Spekulationen auf weitere Geldspritzen der Europäischen Zentralbank (EZB), um die drohende Deflation - eine desaströse Spirale fallender Preise und rückläufiger Investitionen - abzuwenden. Ein von den Notenbankern beachtetes Inflationsbarometer fiel auf den tiefsten Stand seit Oktober.

Der Euro verteuerte sich dennoch um mehr als einen halben US-Cent auf 1,0850 Dollar. Die Gemeinschaftswährung profitiere derzeit von der Suche der Anleger nach sicheren Anlagen, sagte Commerzbank-Analystin Antje Praefcke. Die Geldpolitik spiele nur eine untergeordnete Rolle. "Das kann sich aber schnell wieder ändern."

Die Aktien in Europa blieben nicht ungeschoren. In Frankfurt rutschte der Dax zeitweise bis auf 9810 Punkte und notierte damit rund vier Prozent tiefer. Schon am Montag waren die Kurse in China abgestürzt und hatten den Börsen weltweit einen miesen Jahresstart eingebrockt.

Neue China-Regeln: "Das ist verrückt"

Das weltweite Börsen-Beben ist wohl noch nicht zu Ende. Die Sorgen wachsen, dass Großaktionäre in China sich im großen Stil von ihren Papieren trennen, wenn am Freitag eine entsprechende Verkaufsfrist abläuft. Die Börsenaufsicht hatte daraufhin neue Regeln angekündigt.

Am Donnerstag erklärte sie nun, künftig dürften Großaktionäre nur alle drei Monate maximal ein Prozent der Anteile eines Unternehmens verkaufen. Zudem müsse der Verkauf 15 Handelstage vorher angekündigt werden. Das solle zur Stabilisierung der Märkte beitragen.

Doch manche Marktakteure befürchten, dass ein gegenteiliger Effekt eintritt. "Das ist verrückt", kommentierte der Gründer von Mandarin Capital Partners, Alberto Forchielli, die Maßnahmen. "Die chinesischen Behörden haben alle Hoffnungen zerstört, die die Investoren noch in den Markt hatten."

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