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Chinesen übernehmen Münchner Maschinenbauer


Mega-Deal  

Chinesen übernehmen Münchner Maschinenbauer

11.01.2016, 14:12 Uhr | dpa

Chinesen übernehmen Münchner Maschinenbauer. Montage von Kunststoffmaschinen im KraussMaffei-Werk in Allach bei München. (Quelle: dpa)

Montage von Kunststoffmaschinen im KraussMaffei-Werk in Allach bei München. (Quelle: dpa)

Es ist die bisher teuerste Übernahme durch ein chinesisches Unternehmen in Deutschland: ChemChina hat den Spezialmaschinenbauer KraussMaffei aus München vom kanadischen Konzern Onex gekauft - für 925 Millionen Euro.

Das Unternehmen KraussMaffei hat die gleichen Wurzeln wie die Panzerschmiede KraussMaffei Wegmann. Beide Firmen arbeiten aber völlig unabhängig voneinander. 

Arbeitsplätze sollen bestehen bleiben

Der größte Chemiekonzern Chinas kündigte in München an, dass die Standorte des Unternehmens mit zuletzt 4500 Mitarbeitern erhalten würden. Zugleich sollen neue Stellen geschaffen werden. Die behördlichen Genehmigungen für die Transaktion stehen noch aus.

"Mit ChemChina gewinnen wir einen strategischen und langfristig orientierten Investor, der sich seit vielen Jahren für unser Unternehmen interessiert", erklärte KraussMaffei-Chef Frank Stieler. Das Unternehmen solle in seiner bestehenden Struktur fortgeführt werden. Neue Arbeitsplätze sollen vor allem in Deutschland entstehen. Die Rede ist von 150 in diesem Jahr.

Wachstumschancen stehen gut

Arbeitnehmervertreter und IG Metall begrüßten den Eigentümerwechsel. "Wir sind zuversichtlich, dass durch weiteres Wachstum die bestehenden Arbeitsplätze in Deutschland und Europa gesichert und neue geschaffen werden", erklärte KraussMaffei-Betriebsratschef Peter Krahl.

ChemChina-Manager Jianxin Ren sprach von großen Wachstumschancen für KraussMaffei durch einen verbesserten Marktzugang in China. Vor allem die Automobilindustrie mit ihrer fortschreitenden Automatisierung in der Produktion und einem Trend zu Leichtbau-Materialien biete große Potenziale. "Zusammen sind ChemChina und die KraussMaffei-Gruppe sehr gut aufgestellt, um künftig zu wachsen", sagte der chinesische Manager.

ChemChina bei Pirelli eingestiegen

KraussMaffei gehört nach Unternehmensangaben weltweit zu den führenden Anbietern von Anlagen zur Produktion und Verarbeitung von Gummi und Kunststoff. Von den 4500 Mitarbeitern sind 2800 in Deutschland beschäftigt. Der Umsatz von rund 1,1 Milliarden Euro im Jahr 2014 dürfte im vergangenen Jahr um rund zehn Prozent zugelegt haben. 

ChemChina ist Chinas größter Chemiekonzern mit rund 140.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von rund 37 Milliarden Euro. Zuletzt war das Unternehmen beim italienischen Reifenhersteller Pirelli eingestiegen.

In den vergangenen Jahren hatten chinesische Unternehmen vermehrt deutsche Firmen gekauft oder sich beteiligt. Bisher größte Transaktion war der Kauf des schwäbischen Betonpumpenherstellers Putzmeister, der vom Baumaschinenhersteller Sany übernommen wurde. Der Weltmarktführer für Pkw-Schließsysteme, Kiekert, ging an den Pekinger Automobilzulieferer Lingyun. Und der chinesische Nutzfahrzeugproduzent Weichai Power stieg beim Gabelstaplerhersteller "Kion" ein.

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