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Ölpreis: Prognose erwartet Sturz um weitere 30 Prozent


Kein Ende der Talfahrt?  

Analysten erwarten weiteren Sturz der Ölpreise um 30 Prozent

13.01.2016, 15:49 Uhr | dpa , t-online.de

Ölpreis: Prognose erwartet Sturz um weitere 30 Prozent. Erdölraffinerie bei Dhahran in Saudi-Arabien: Weltweites Überangebot schickt Ölpreise in den freien Fall. (Quelle: dpa)

Erdölraffinerie bei Dhahran in Saudi-Arabien: Weltweites Überangebot schickt Ölpreise in den freien Fall. (Quelle: dpa)

Der Verfall der Ölpreise hat sich in den vergangenen Tagen beschleunigt. Und es wird wohl noch weiter abwärts gehen. Nach der Investmentbank Goldman Sachs prognostiziert nun auch das Geldhaus Morgan Stanley einen Ölpreis pro Barrel (159 Liter) von 20 Dollar. Gegenüber den aktuellen Preisen würde das einen weiteren Preisverfall von gut 30 Prozent bedeuten. Selbst ein Preis von 10 Dollar wird nicht mehr ausgeschlossen.

Das an den Märkten richtungsweisende Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich zeitweise um mehr als sechs Prozent auf gut 30 Dollar je Barrel (159 Liter) und notierte damit so niedrig wie zuletzt Anfang 2004. Leichtöl der US-Sorte WTI notierte zeitweise sogar unter der 30-Dollar-Marke - der niedrigste Stand seit Dezember 2003.

An den Aktienbörsen rutschten die Kurse ebenfalls. Denn letztlich spiegele der Absturz der Ölpreise die Erwartung einer nur schwachen Konjunkturentwicklung wider.

Rohöl-Überangebot bekommt wegen China-Schwäche mehr Gewicht

"China hat den Anlegern alle Hoffnung genommen, dass sich über die Nachfrage der Preis erholen könnte", sagte ein Händler. Die Talfahrt der Börsen in China sowie die Währungspolitik der Zentralbank hält die Anleger seit Jahresbeginn auf Trab. Viele fürchten, dass es um die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft schlechter bestellt sein könnte als gedacht.

Seit Sommer 2014, als Brent noch über 100 Dollar kostete, sind die Ölpreise auf Talfahrt. Als Hauptgrund gilt das durch den Schieferöl-Boom in den USA ausgelöste Überangebot. Anders als in früheren Jahren haben die Opec-Staaten nicht mit Förderkürzungen reagiert, um den Preis zu stützen. Im Gegenteil: Sie pumpen ebenfalls mehr Öl, um so ihre Marktanteile zu verteidigen.

Der Streit zwischen den beiden Kartellmitgliedern Saudi-Arabien und Iran hatte zuletzt die Preise zusätzlich belastet, da er ein gemeinsames Eingreifen der Förderländer unwahrscheinlicher macht.

Dollar-Stärke drückt Ölpreise zusätzlich

Die Analysten von Morgan Stanley machen neben dem anhaltenden Überangebot am Rohölmarkt auch den gestiegen US-Dollar für den Preisverfall verantwortlich. Sollte der Dollar zu anderen großen Währungen wie etwa dem Euro weiter an Wert gewinnen, dürfte der Ölpreis nach Einschätzung der Investmentbank auf 20 bis 25 Dollar fallen. Erst dann käme es wieder zu einem Anstieg.

Es gibt sogar noch tiefere Prognosen: Laut Analysten von Bank-of-America-Merrill-Lynch sind selbst Rohöl-Preise unter 20 Dollar möglich. Die Royal Bank of Scotland (RBS) hält einen Barrel-Preis von 16 Dollar für denkbar. Und Paul Horsnell, Rohstoffexperte von der Bank Standard Chartered, prognostiziert extreme 10 Dollar.

Insolvenzen befürchtet

Die wichtigsten Rohöl-Sorten werden auf dem Weltmarkt in US-Dollar gehandelt. Schwankungen des Dollar-Kurses schlagen sich direkt im Ölpreis nieder: Steige der Dollar um fünf Prozent, dürfte der Preis für ein Barrel Rohöl um zehn bis 25 Prozent fallen, berechnete Morgan Stanley.

Was Autofahrer, Heizöl-Käufer und Fluglinien freut, ist Gift für viele Unternehmen. In manchen Branchen könnte es zu einer Insolvenzwelle kommen. "Ein Preisverfall unter 30 Dollar dürfte für viele Öl-Unternehmen bedeuten, dass sie die operativen Kosten nicht mehr decken können. Dies könnte dann aber einen Wendepunkt für den Ölpreis einleiten", sagen die Analysten. 

Bohraktivitäten werden zurückgehen

Die Commerzbank sieht bereits jetzt Hinweise für eine Trendwende beim hohen Rohöl-Angebot. Die niedrigen Ölpreise machen sich auch in einem weiteren Rückgang der Bohraktivitäten in den USA bemerkbar. Diese seien auf das niedrigste Niveau seit April 2010 gefallen. "Es ist unseres Erachtens nur eine Frage der Zeit, bis die US-Rohölproduktion daraufhin merklich zu fallen beginnt", so die Commerzbank in einem aktuellen Kommentar.

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