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Ölpreisverfall: Russland muss sich "auf das Schlimmste vorbereiten"


Dickes Minus wegen Ölpreisverfall  

Russland muss sich "auf das Schlimmste vorbereiten"

13.01.2016, 16:35 Uhr | rtr

Ölpreisverfall: Russland muss sich "auf das Schlimmste vorbereiten". Ölraffinerie in der russischen Stadt Krasnojarsk. (Quelle: Reuters)

Ölraffinerie in der russischen Stadt Krasnojarsk. (Quelle: Reuters)

Der freie Fall der Ölpreise bringt den Staatshaushalt des Rohstoff-Giganten Russland immer stärker in Schieflage. Das Land müsse sich wirtschaftlich "auf das Schlimmste vorbereiten", sagte Ministerpräsident Dmitri Medwedew.

Finanzminister Anton Siluanow zufolge wäre das Budget allenfalls bei einem Ölpreis von 82 Dollar je Barrel ausgeglichen. Der Staat hat aber mit 50 Dollar kalkuliert - bei den aktuellen Preisen von leicht über der 30-Dollar-Marke sind diese Berechnungen schon längst Makulatur.

Es ist bereits jetzt absehbar, dass die Defizitlatte für den Haushalt von drei Prozent der Wirtschaftsleistung klar gerissen wird. Die Minister sollen in ihren Bereichen den Rotstift ansetzen und zehnprozentige Kürzungen vornehmen. Davon ausgenommen sind jedoch heilige Kühe wie Rentenzahlungen und die Gehaltsbezüge im Öffentlichen Dienst.

Russland muss sich laut Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew darauf einstellen, dass sich der Ölpreis erst einmal nicht mehr erholen wird: "Es ist zu befürchten, dass er auf 15 bis 20 Dollar absackt."

Schlimmer als die Sanktionen

Die anhaltend niedrigen Öl- und Gaspreise setzen Russland Präsident Wladimir Putin zufolge noch stärker zu als die Sanktionen des Westens wegen der Krim-Krise. Das Geschäft mit diesen Bodenschätzen macht den Löwenanteil der Einkünfte der gesamten Exportwirtschaft aus. Der russische Staat bezieht daraus die Hälfte seiner Einnahmen.

Dem Ölpreis machen seit Monaten das weltweite Überangebot bei gleichzeitig schwächelnder Nachfrage wegen mauer Weltkonjunktur zu schaffen. WTI-Öl verbilligte sich zuletzt auf den tiefsten Stand seit rund zwölf Jahren.

Opec reagiert anders

Anders als in früheren Jahren haben die Opec-Staaten bislang nicht mit Förderkürzungen reagiert. Sie pumpen sogar mehr Öl, um sich am Markt zu behaupten. Als Auslöser für den Preisverfall gilt der Schieferölboom in den USA, der zu einem Überangebot geführt hat. Zudem hat der Energiehunger von Schwellenländern wie China nach dem Ende des turbomäßigen Wachstums nachgelassen.


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