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WEF und IWF: Risiken für die Weltwirtschaft so groß wie lange nicht mehr


Warnungen von IWF und WEF  

Risiken für die Weltwirtschaft so groß wie lange nicht mehr

14.01.2016, 17:54 Uhr | dpa, rtr, t-online.de

WEF und IWF: Risiken für die Weltwirtschaft so groß wie lange nicht mehr. Projektion einer Weltkugel: Das Weltwirtschaftsforum warnt vor Risiken für die globale Stabiltät. (Quelle: dpa)

Projektion einer Weltkugel: Das Weltwirtschaftsforum warnt vor Risiken für die globale Stabiltät. (Quelle: dpa)

Die Welt ist nach Einschätzung von führenden Wirtschaftsexperten so labil wie lange nicht. Die Risiken sind laut Welt-Risiko-Bericht in allen Bereichen - umweltbezogen, gesellschaftlich, wirtschaftlich, politisch und technologisch - in den vergangenen zwölf Monaten gestiegen. Müssen wir eine neue Krise fürchten?

Als wahrscheinlichstes Risiko in diesem Jahr sehen die knapp 750 für die Studie befragten Manager und Wirtschaftswissenschaftler den weiteren Flüchtlingszustrom. 

Breit gefächerte Risikolandschaft

Am folgenschwersten wird allerdings die Gefahr eines Versagens in der Klimapolitik eingeschätzt. Zudem bleibt die Sorge vor wachsenden Einkommensunterschieden groß. Gerade in Industrieländern kommt die Angst vor Cyberangriffen hinzu.

Noch nie in der elfjährigen Geschichte der Studie des Weltwirtschaftsforums (WEF) habe es eine "so breit gefächerte Risikolandschaft" gegeben, heißt es in dem Bericht. Die einzelnen Gefahren seien dabei immer stärker miteinander verbunden. "Wir wissen, dass der Klimawandel andere Risiken wie Migration und Sicherheit verschärft, aber das sind keineswegs die einzigen Zusammenhänge, die sich rasant entwickeln und oftmals unberechenbare Auswirkungen auf Gesellschaften haben", betonte WEF-Ökonomin Margareta Drzeniek-Hanouz.

Unternehmensentscheidungen werden erschwert

"Durch Ereignisse wie die Flüchtlingskrise und Terroranschläge in Europa ist die globale politische Instabilität so hoch wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr", ergänzte John Drzik vom Industrieversicherungsmakler Marsh. Das mache Entscheidungen von Unternehmen schwieriger. Hinzu kommen zwischenstaatliche Spannungen, die Lösungen etwa im Kampf gegen den Klimawandel erschweren.

In der kommenden Woche werden mehr als 2500 Spitzenpolitiker, Manager und Wissenschaftler aus mehr als 100 Ländern nach Lösungsansätzen suchen - bei der 46. WEF-Jahrestagung im Schweizer Alpenkurort Davos (20. bis 23. Januar). 

IWF sieht Gefahren durch Dollar-Aufwertung

Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht verstärkt Gefahren für die Weltwirtschaft - ausgehend von den Schwellenländern. Höhere US-Zinsen in Verbindung mit einer lockeren Geldpolitik in der Eurozone und Japan könnten den Dollar gegenüber anderen Währungen aufwerten. 

IWF-Chefin Christine Lagarde wiederholte kürzlich, was der Ökonomen-Stab der Organisation schon in seiner Herbstprognose als eines der Hauptrisiken für die Weltwirtschaft im Jahr 2016 ausgerufen hatte: Je weiter sich die US-Währung aufwertet, umso größer wird die Gefahr, dass Dollar-Schuldner zahlungsunfähig werden. Die nicht enden wollende Korrektur an den Aktienbörsen, vor allem in Schwellenländern, macht dieses Risiko von Tag zu Tag akuter.

Die jahrelange Nullzinspolitik der amerikanischen Notenbank Fed habe dazu beigetragen, dass sich weltweit immer mehr Unternehmen, Anleger und Spekulanten in der US-Währung verschuldeten. 

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Lagarde appellierte an die Fed, bei ihren weiteren Zinserhöhungen mit Vorsicht vorzugehen. "Wir sind der Ansicht, dass die Schritte langsam erfolgen sollten wie von der Fed signalisiert. Zudem müssten sie auf klaren Hinweisen basieren, dass Löhne und Preise ebenfalls steigen", sagte Lagarde auf einer Zentralbank-Konferenz in Paris.

Wirtschaftsstimmung so gut wie seit langem nicht mehr

Noch ist die Wirtschaft optimistisch gestimmt. So hat etwa der Economic Sentiment Indicator (ESI) in der Eurozone im Dezember den besten Wert seit über vier Jahren erreicht, konkret seit April 2011. 

Mit Ausnahme des Einzelhandels, wo sich die Stimmung zum Jahresende eintrübte, hat sich die Lage in allen anderen wichtigen Unterindikatoren aufgehellt. Eine deutliche Verbesserung gab es beim Industrievertrauen. 

Unser Land mit starkem Wirtschaftswachstum

Die Verbraucher haben übrigens mit ihrer Konsumfreude im vergangenen Jahr Deutschland das stärkste Wirtschaftswachstum seit Jahren beschert. Unter dem Strich legte die größte Volkswirtschaft Europas 2015 um 1,7 Prozent zu.

Staat und private Haushalte waren nach Untersuchungen des Statistischen Bundesamts fast allein für den Konjunkturschub verantwortlich, der früher dominierende Außenhandel dagegen kaum. Zudem kann der deutsche Staatshaushalt im zweiten Jahr in Folge einen Überschuss verbuchen - ein "Alleinstellungsmerkmal" in der Eurozone. 

Verbrauchervertrauen trübt sich ein

Ob die Verbraucherstimmung im Lande aber auch künftig gut bleibt, muss nach einer Umfrage der Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) bezweifelt werden. Demnach sind immer mehr Bundesbürger vor allem wegen der Flüchtlingskrise besorgt. Auch die zunehmende Umweltverschmutzung oder die nach wie vor schwelende Schuldenkrise in Europa dämpfen die Stimmung - Faktoren die auch das WEF aufführt. 

Die Zeitung "Welt" zitiert Thomas Harms, Leiter des Bereichs Handel und Konsumgüter bei EY: "Die Flüchtlingskrise bestimmt schon seit Monaten die Debatten und die Medienberichterstattung hier im Land. Dadurch bekommt sie eine größere Bedeutung für den Einzelnen, als sie tatsächlich im täglichen Leben der meisten Bürger einnimmt."

Die Auswirkungen auf das Verbrauchervertrauen sind dabei recht groß. Nur noch ein Viertel der Bundesbürger blickt optimistisch in das neue Jahr, schreibt die "Welt". Zum Vergleich: Anfang 2015 war noch jeder Dritte zuversichtlich.

Geringverdiener pessimistisch

Die Verbraucher haben allerdings auch viel zu verlieren: Der Lebensstandard hierzulande ist in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen. Am unteren Ende der Einkommensskala herrscht hingegen Frust. Geringverdiener rechnen eher damit, dass sich ihre persönliche Situation noch verschlechtern wird. 

Bei allen Bedrohungen und Risiken - von einer unmittelbaren "Krise" ist derzeit nichts zu sehen. Jedenfalls noch nicht.

Viele Chancen

Im Gegenteil: Neben den Risiken China-Konjunktur, möglicher Ausstieg Großbritanniens aus der EU ("Brexit") und Terror-Anschläge durch den IS gibt es auch viele Chancen, die sich positiv auf Deutschlands Wirtschaft auswirken - etwa die Euro-Schwäche, die niedrige Inflation, die weiterhin mageren Zinsen, daraus folgend der Bauboom oder der niedrige Ölpreis.

Selbst die Flüchtlinge haben positive Auswirkungen auf die Wirtschaft: Volkswirte werten die Zuwanderung Hunderttausender Menschen als kleines Konjunkturprogramm - unter anderem, weil der Staat für die Unterbringung und Versorgung der Menschen aus Syrien, Afghanistan oder dem Irak viel Geld in die Hand nehmen muss.

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