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Ermittlungen gegen Renault und Fiat-Chrysler - Auto-Aktien stürzen ab


Manipulations-Vorwürfe  

Ermittlungen gegen Renault und Fiat-Chrysler - Auto-Aktien stürzen ab

14.01.2016, 14:42 Uhr | dpa, rtr, AFP, t-online.de

Ermittlungen gegen Renault und Fiat-Chrysler - Auto-Aktien stürzen ab. Ramponiertes Logo: Nach Abgasmanipulationen bei VW wurde auch der französische Autohersteller Renault durchsucht. (Quelle: dpa)

Ramponiertes Logo: Nach Abgasmanipulationen bei VW wurde auch der französische Autohersteller Renault durchsucht. (Quelle: dpa)

Die Affäre um Abgasmanipulationen weitet sich offenbar auf weitere Autohersteller aus. Die Aktien von Renault und Peugeot-Citroën (PSA) brechen an der Börse massiv ein. Auch Fiat-Chrysler stehen unter Druck. Sie sollen in den USA Verkaufszahlen manipuliert haben.

Vor dem Hintergrund der VW-Abgasaffäre haben französische Ermittler Büros und Werke von Renault durchsucht. Wie der Konzern mitteilte, waren unter anderem Technikzentren betroffen. Die Durchsuchungen basierten demnach auf einer von der französischen Regierung angeordneten Untersuchung, ob auch französische Autobauer Manipulationssoftware installiert haben könnten. 

Das Unternehmen arbeite vollständig mit der Antibetrugs- und Wettbewerbsbehörde DGCCRF des Wirtschaftsministeriums sowie dem Umweltministerium zusammen, hieß es in einer Mitteilung.

Erste Tests positiv verlaufen

Bei ersten Tests einer vom Umweltministerium eingesetzten Kommission sei keine betrügerische Software in Renault-Fahrzeugen gefunden worden, betonte das Unternehmen. Volkswagen hatte mit Hilfe einer Software Abgastests bei Dieselfahrzeugen manipuliert.

Unabhängig davon ermittle die Behörde des Wirtschaftsministerium. Von diesen Untersuchungen erwartet das Unternehmen sich aber eine Bestätigung der vorherigen Ergebnisse.

Peugeot offenbar nicht durchsucht

Renault-Rivale Peugeot erklärte, nicht von Betrugsermittlern durchsucht worden zu sein. Die Abgastests des Energieministeriums wiesen keine Anomalitäten auf.

Nachdem die Vorwürfe am Mittag bekannt wurden, sind die Aktien von Renault sowie von Mitbewerber PSA Peugeot Citroën zweistellig eingebrochen. 

Sorge um US-Klagen gegen Fiat-Chrysler 

Medienberichte hatten auch bei Fiat-Chrysler (FCA) für Aufsehen gesorgt. Offenbar haben zwei Autohäuser in Chicago den US-italienischen Autobauer wegen angeblich geschönter US-Absatzzahlen verklagt. Laut der Branchen-Website "Automotive News" soll das Unternehmen Händlern Geldzahlungen angeboten haben, wenn sie unverkaufte Wagen als verkaufte Fahrzeuge auflisteten.

Mit einigen seiner Händler habe FCA sich dementsprechend geeinigt, um die monatlichen Verkaufszahlen zu schönen. FCA in Italien wollte den Bericht nicht kommentieren. Anfang Januar hatte der Konzern Rekordverkäufe in den USA vermeldet: Sie seien um sieben Prozent auf mehr als zwei Millionen Fahrzeuge gestiegen. Besonders gut hätten sich Autos der Marke Jeep verkauft.

Die Aktien von Fiat-Chrysler stürzten an der Mailänder Börse ab und wurden zeitweise vom Handel ausgesetzt. 

"Die Nachrichten kommen zur Unzeit", sagte eine Händlerin des Finanzhauses Mediobanca Securities. Automobil-Aktien seien bereits durch den Abgasskandal bei Volkswagen in Mitleidenschaft gezogen worden. Der Markt sei nervös und reagiere womöglich überzogen.

Deutsche Autobauer ebenfalls unter Druck

Die neuen Negativ-Schlagzeilen haben auch den Aktien der deutschen Autobauer schwer zugesetzt. Bereits zum Auftakt hatten einem Händler zufolge schlechte Nachrichten zum VW-Abgasskandal belastet: Ein Spitzentreffen mit der US-Umweltbehörde EPA brachte keine neuen Lösungen.

Die Aktien von VW, BWM und Daimler büßten zwischen dreieinhalb und fünf Prozent ein. Die Stuttgarter kooperieren seit Jahren mit Renault - ein Händler verwies darauf, dass in mehreren Mercedes-Modellreihen ein gemeinsam mit Renault entwickelter Dieselmotor eingesetzt werde.

Daimler beeilte sich mit einer Klarstellung: Die bei Mercedes eingesetzten Diesel-Motoren von Renault enthalten keine Software zur Abgasmanipulation. "Wir haben keinen Anlass, von unseren bisherigen Aussagen abzurücken: Wir setzen keine Defeat Devices ein", sagte ein Daimler-Sprecher. "Renault hat uns versichert, dies ebenfalls nicht zu tun." 

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