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IWF: "Weltwirtschaft könnte aus der Bahn geworfen werden"


IWF warnt vor immer größeren Risiken  

"Weltwirtschaft könnte aus der Bahn geworfen werden"

20.01.2016, 11:41 Uhr | dpa, rtr, t-online.de

IWF: "Weltwirtschaft könnte aus der Bahn geworfen werden". Experten zufolge steht die Weltwirtschaft in den kommenden Jahren vor enormen Herausforderungen. (Quelle: dpa)

Experten zufolge steht die Weltwirtschaft in den kommenden Jahren vor enormen Herausforderungen. (Quelle: dpa)

Der Ölpreis im Keller, China und die Schwellenländer in der Krise: Die globale Wirtschaft kommt nicht so recht in die Gänge. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht steigende Risiken und senkte seine Wachstumsprognose ein weiteres Mal ab.

"Die Wachstumserwartungen scheinen stetig zu sinken", sagte der Chefökonom des IWF, Maury Obstfeld. Zwar hoffe man, dass das Wachstum zum Jahresende in den meisten Ländern wieder etwas anziehe. Bis dahin habe man aber einen "holprigen Weg" vor sich, so Obstfeld. Sollten die Haupt-Herausforderungen nicht erfolgreich gemeistert werden, "könnte das globale Wachstum aus der Bahn geworfen werden", heißt es in dem Bericht.

Dritte Reduzierung innerhalb eines Jahres 

Für die globale Wirtschaft rechnet der Fonds nun mit einer moderaten Wachstumsbeschleunigung von 3,1 Prozent im laufenden über 3,4 Prozent im nächsten bis auf 3,6 Prozent im übernächsten Jahr. Damit liegen die erwarteten Raten für 2016 und 2017 um jeweils 0,2 Punkte unter der bisherigen Schätzung von Oktober. Es ist bereits die dritte Reduzierung der Prognose in weniger als einem Jahr. Auch der in der vergangenen Woche veröffentlichte Welt-Risiko-Bericht des Weltwirtschaftsforums (WEF) warnte vor steigenden Risiken für die Weltwirtschaft.

Verantwortlich für die Eintrübung der globalen Wachstumsaussichten sind nach IWF-Lesart vor allem die Schwellen- und Ölländer. In China dürfte die Wachstumsrate nach 6,9 Prozent 2015 über 6,3 Prozent 2016 bei 6,0 Prozent im Jahr 2017 landen. Brasilien sagt der Fonds einen wirtschaftlichen Absturz um 3,5 Prozent im laufenden Jahr voraus. Auch 2017 dürfte es das südamerikanische Land laut IWF nicht schaffen, den Wachstumsbereich wieder zu erreichen.

Für den weltweit größten Ölförderer Saudi-Arabien senkte der Fonds wegen des massiven Preisverfalls die Schätzung ebenfalls deutlich um jeweils einen Prozentpunkt für das laufende und das nächste Jahr nach unten: Die Wirtschaftsleistung wird nur noch zwischen gut einem und knapp zwei Prozent wachsen. Und auch für Russland ist der Fonds um einiges pessimistischer als bisher.

Risiken durch Aufwertung des Dollars

Zudem sieht der IWF im Ende der Politik des ultrabilligen Geldes durch die US-Zentralbank ein großes Risiko. Die jahrelange Nullzinspolitik habe dazu beigetragen, dass sich weltweit immer mehr Unternehmen, Anleger und Spekulanten in der US-Währung verschuldeten. Je weiter sich die US-Währung nun aufwertet, umso größer wird die Gefahr, dass Dollar-Schuldner zahlungsunfähig werden.

Die Euro-Länder sind aus IWF-Sicht nicht mehr die Sorgenkinder. Hier wird mit Zuwächsen von jeweils 1,7 Prozent in den Jahren 2016 und 2017 gerechnet. Das gleiche Tempo wird Deutschland vorausgesagt. Hier hat der IWF seine Prognosen für dieses Jahr um 0,1 Punkte und für nächstes Jahr sogar um 0,2 Punkte aufgestockt.

Gleichwohl halte in Europa der Druck durch die niedrige Inflation an. Schwer kalkulierbar seien zudem die wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen der Flüchtlingskrise. Hier dürften auf die betroffenen Länder weitere Ausgaben zukommen. Der Flüchtlingszustrom führe zu "größeren Herausforderungen" für die Arbeitsmärkte in den EU-Ländern, hieß es in dem IWF-Bericht.

Regierungen und Zentralbanken rief der IWF dazu auf, weiter eine lockere Geldpolitik zu verfolgen, vor allem um die lahmende Inflation in Gang zu bringen. Zudem müssten die Rahmenbedingungen verbessert werden - unter anderem mit Investitionen und Strukturreformen.

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