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Syngenta vor Übernahme? ChemChina bietet 43 Milliarden Dollar

Angebot über 43 Milliarden Dollar  

Chinesischer Chemie-Gigant will Schweizer Agrarchemie-Riesen übernehmen

03.02.2016, 14:18 Uhr | dpa

Syngenta vor Übernahme? ChemChina bietet 43 Milliarden Dollar. Syngenta-Logo an einem Gebäude des Agrarchemie-Konzerns in Muenchwilen, Schweiz. (Quelle: Reuters)

Syngenta-Logo an einem Gebäude des Agrarchemie-Konzerns in Muenchwilen, Schweiz. (Quelle: Reuters)

China geht nicht nur in Deutschland auf Einkaufstour, sondern auch in der Schweiz: Der Chemie-Riese ChemChina greift nach dem Schweizer Agrarchemie-Konzern Syngenta. Sollte der Deal genehmigt werden, wäre es der bisher größte chinesische Zukauf im Ausland. Die Syngenta-Aktie reagiert jedenfalls schon mal mit einem Kurssprung.

ChemChina ist der größte chinesische Chemiekonzern und will nun den Schweizer Agrarchemie-Anbieter Syngenta schlucken. Fast 43 Milliarden Dollar würden sich das die Chinesen kosten lassen. 

Erstes Übernahmeangebot zurückgewiesen

Die staatliche China National Chemical Corporation - kurz ChemChina - bietet 465 US-Dollar je Aktie zuzüglich einer Sonderdividende von 5 Franken. Das Angebot entspreche 480 Franken je Aktie, wie beide Unternehmen mitteilten. Bis zum Ende des Jahres solle die Übernahme abgeschlossen sein.

Bereits seit einiger Zeit gab es Spekulationen über einen entsprechenden Deal. Mitte November hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass Syngenta ein Übernahmeangebot von ChemChina unter Berufung auf regulatorische Vorbehalte zurückgewiesen habe.

Chinesen wollen Biotech in ihrer Landwirtschaft 

Der Kauf von Syngenta wäre nun ein wichtiger Schritt in der Strategie Chinas, die Entwicklung seiner Landwirtschaft durch moderne Methoden wie Biotechnologie voranzubringen. Das Übernahmevorhaben muss möglicherweise einen langwierigen Genehmigungsprozess in der EU und den USA durchlaufen. Eine Kernfrage ist, ob das amerikanische Komitee für ausländische Investitionen in den USA (CFIUS) zustimmen muss.

Das Aufsichtsgremium, das Übernahmen auch unter dem Gesichtspunkt der nationalen Sicherheit prüft, gilt als nicht besonders chinafreundlich. Syngenta macht schätzungsweise ein Viertel seines Umsatzes in den USA, wo es der größte Pestizid-Verkäufer ist.

Monsanto blitzte ab

Im August hatte der Verwaltungsrat von Syngenta eine 46 Milliarden US-Dollar schwere Übernahmeofferte des US-Konkurrenten Monsanto noch zurückgewiesen. Einige Wochen später wurde dann ChemChina als möglicher Übernahmeinteressent ins Spiel gebracht.

Die geplante Mega-Fusion der US-Chemieriesen Dow Chemical und DuPont erhöhte den Druck in der Branche zuletzt gewaltig. Mitte Dezember hatten beide Konzerne ihre Fusionspläne öffentlich gemacht. Mit dem neuen Riesen DowDupont soll zunächst der weltgrößte Chemiekonzern noch vor dem alten Spitzenreiter BASF aus Deutschland entstehen. Es ist die größte Firmenhochzeit in der Geschichte der Branche.

Zuletzt KraussMaffei und Pirelli gekauft

ChemChina hatte im Januar schon den deutschen Spezialmaschinenbauer KraussMaffei für 925 Millionen Euro geschluckt. Es war die bisher größte chinesische Übernahme in Deutschland. Vor knapp einem Jahr hatte ChemChina auch die traditionsreiche italienische Reifenfirma Pirelli für mehr als sieben Milliarden Euro gekauft. Nach eigenen Angaben hat ChemChina derzeit rund 140.000 Mitarbeiter.

Die Zahlen der Schweizer zum Geschäftsjahr 2015 treten derweil in den Hintergrund. Der Umsatz von Syngenta sank um 11 Prozent auf 13,41 Milliarden US-Dollar. Das Betriebsergebnis (Ebitda) verminderte sich um 5 Prozent auf 2,78 Milliarden, der Überschuss fiel um 17 Prozent auf 1,34 Milliarden Dollar.

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