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Bargeld-Obergrenze: Bundesbank-Chef ist gegen Begrenzung


Kritik an Vorschlag  

Bundesbank-Chef gegen Bargeld-Begrenzung

05.02.2016, 11:09 Uhr | rtr, dpa

Bargeld-Obergrenze: Bundesbank-Chef ist gegen Begrenzung. Jens Weidmann: Der Bundesbank-Präsident ist gegen eine Bargeld-Begrenzung. (Quelle: dpa)

Jens Weidmann: Der Bundesbank-Präsident ist gegen eine Bargeld-Begrenzung. (Quelle: dpa)

Keine Grenze bei Bargeldzahlungen: Bundesbankpräsident Jens Weidmann stellt sich gegen einen Vorschlag der Bundesregierung.

"Es wäre fatal, wenn die Bürger den Eindruck bekämen, dass ihnen das Bargeld nach und nach entzogen wird. Der Bürger soll selbst entscheiden können, ob er lieber Bargeld nutzen oder bargeldlos bezahlen möchte", sagte Weidmann der "Bild"-Zeitung.

Eine Abschaffung des Bargelds wäre aus geldpolitischer Sicht "nicht die angemessene Antwort auf die Herausforderung des Niedrigzinsumfeldes", erklärte er weiter. "Wir sollten vielmehr darüber diskutieren, wie das Wirtschaftswachstum dauerhaft gestärkt wird, damit die Zinsen auch wieder steigen können."

Bundesbank-Präsident auch skeptisch bei Abschaffung großer Scheine

Weidmann hatte zuvor auch in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" seine Ablehnung solcher Schritte erklärt: "Glauben Sie, dass kriminelle Handlungen deshalb unterbleiben, weil es den 500-Euro-Schein nicht mehr gibt? Inwieweit ein Verbot von größeren Bargeld-Transaktionen illegale Aktivitäten unterbindet, ist ebenfalls eine offene Frage."

Weidmann bezog sich dabei auf eine Prüfung der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Zukunft großer Euro-Scheine. EZB-Präsident Mario Draghi hatte Abgeordneten des EU-Parlaments gesagt, das EZB-Direktorium beschäftige sich seit geraumer Zeit mit dem Thema, und es gebe technische Arbeiten. "Wir wollen Änderungen vornehmen, aber wir wollen sie in einer ordentlichen Weise". Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, sagte Draghi demnach am vergangenen Montag.

Die Äußerungen übermittelte die Zentralbank auf Anfrage. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hatte berichtet, es gebe konkrete Vorarbeiten zur Abschaffung der 500-Euro-Note, des höchsten Scheins der Eurozone.

Die Bundesregierung hatte Anfang Februar angekündigt, sich für eine Obergrenze bei Bargeldzahlungen einsetzen zu wollen. Laut einem Sprecher des Finanzministeriums denkt man dabei an eine Größenordnung von 5000 Euro. Damit will man gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung vorgehen.

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