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Manchmal steht man lieber an der Seite

Wenn die Börse heftig schwankt  

Manchmal steht man lieber an der Seite

06.02.2016, 15:00 Uhr | Von Uwe Zimmer für t-online.de

Manchmal steht man lieber an der Seite. Wenn es an der Börse turbulent zugeht, nützt auch der Blick in eine Glaskugel nichts. (Quelle: dpa)

Wenn es an der Börse turbulent zugeht, nützt auch der Blick in eine Glaskugel nichts. (Quelle: dpa)

Es ist wieder einmal so weit: Die Märkte hangeln sich von himmelhochjauchzend bis zu-Tode-betrübt. Die Investoren interpretieren am Morgen eine Nachricht positiv und schon am Mittag dient sie als Vorlage für Verkäufe. Dieses immer gleiche Spiel lässt den Anleger ratlos zurück. Dagegen gibt es ein probates Mittel: abwarten.

Grundsätzlich ist und bleibt der Weg an die Börse alternativlos. Und das nicht nur, weil Aktien in Phasen niedriger Zinsen mehr Rendite abwerfen als Anleihen. Sondern weil Aktien der beste Weg sind, an der unternehmerischen Kraft der Wirtschaft teilzuhaben. Weshalb jeder Vermögensverwalter sie auf dem Zettel haben sollte.

Dabei gilt auch hier: Je nachdem wie der Betrachtungszeitraum gewählt wird, welche Annahmen über Reinvestition oder Ausschüttung und anderes getroffen und welche Vergleichsmaßstäbe genutzt werden, liegen in der Langfristbetrachtung oft Aktien vorne, gelegentlich auch einmal Renten. Was aber nichts anderes bedeutet, als dass es unbedingt notwendig ist, jeweils die Stärken der beiden Anlageklassen zu nutzen.

Derzeit hat der Mainstream die Aktien als das einzige Mittel entdeckt, doch noch Rendite zu erzielen. Angesichts der starken Schwankungen ist das aber möglicherweise schon wieder ein abschreckendes Beispiel für den armen Privatanleger, der wieder einmal zum falschen Zeitpunkt in Aktien ging - und erst einmal Verluste sieht.

Die Funktion von Aktien und Anleihen im Depot

Anleihen sollen Depots stabilisieren, Aktien für Rendite sorgen. Soweit die Theorie, die überraschenderweise in der Praxis auch recht gut funktioniert. Dass aber Rentenpapiere das Risiko aus einem Portfolio nehmen und Aktien es hineintragen stimmte noch nie, wie die Finanzwissenschaft bereits vor Jahrzehnten zeigte.

Das Risiko von Anleihen liegt im Ausfall. Das ist durchaus virulent, zumal wenn sich die Betrachtung auf Europa oder die ganze Welt bezieht. Zudem sind Anleihen mehr und mehr zum Spielball der Nebeninteressen von Notenbanken geworden wie etwa der Konjunkturstärkung, Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, der Bankenrettung.

Aktien dagegen sind in aller Regel der reine Ausdruck der Wirtschaftskraft eines Unternehmens, einer Branche oder der ganzen Volkswirtschaft. Verdienen die Unternehmen gut, steigt der Firmen(Aktien-)wert. Geht es ihnen schlecht, leiden auch die Aktionäre.

Staaten scheitern seltener, aber schlimmer

Da anzunehmen, beziehungsweise aus der Geschichte abzuleiten ist, dass Unternehmenslenker sich rationaler, zumindest gewinnorientierter, verhalten als Staatsführer ist zwar die Gefahr eines Scheiterns einzelner Unternehmen groß. Dass eine ganze Volkswirtschaft scheitert ist aber eher selten. Scheitern dagegen Staaten an ihren Schulden, kommt es zu heftigen Verlusten der Anleihegläubiger bis hin zum Totalverlust. Seltener, aber wenn, dann schlimmer.

Insofern ist die Mischung aus Aktien und Anleihen alternativlos. Das heißt aber nicht, dass diese Mischung immer gleich bleiben muss. Ist schwere See zu erwarten lässt sich die Aktienquote auch einmal reduzieren. Und umgekehrt können Aktien auch einmal einen größeren Anteil am Depot ausmachen. Hier sind Vermögensverwalter gefragt, die diese Quoten optimal steuern. Nicht hektisch, aber überlegt. Und dazu kann es eben auch einmal gehören, dann man an der Seite stehen bleibt und zusieht, wie sich die Börsen an sich selbst abarbeiten.

 (Quelle: Meridio) (Quelle: Meridio)Der Autor, Uwe Zimmer, ist Gründer und Vorstand der Meridio Vermögensverwaltung in Köln. Er verfügt über fast 30 Jahre Erfahrung in der Vermögensverwaltung - unter anderem bei Prudential Securities, bei Hypo Capital Management und bei BB-PrivatFinanz-Service GmbH. 1998 gründete Uwe Zimmer via Management Buyout die Meridio Vermögensverwaltung.Die Meinung von Gastautoren ist unabhängig von der Meinung der Redaktion von t-online.de.

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