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Dax legt den Rückwärtsgang ein: Börse erholt sich nur kurz


Weiter Unsicherheit  

Dax legt wieder den Rückwärtsgang ein

11.02.2016, 15:31 Uhr | dpa-AFX

Dax legt den Rückwärtsgang ein: Börse erholt sich nur kurz. Besonders die Banken trieben den Dax am Donnerstag erneut in die Tiefe. (Quelle: dpa)

Besonders die Banken trieben den Dax am Donnerstag erneut in die Tiefe. (Quelle: dpa)

Die Erholung an den deutschen Börsen währte nur kurz: Der Dax ist am Donnerstag wieder weit unter die Marke von 9000 Punkten gerutscht. Der deutsche Leitindex stand zuletzt 2,7 Prozent tiefer bei 8777 Punkten. Im Tagestief sackte der Dax bis auf 8700 Punkte ab.

Am Abend zuvor war bereits die Erholung am US-Markt im Sande verlaufen, denn eine Rede von US-Notenbankchefin Janet Yellen vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses hatte die Märkte nicht nachhaltig beruhigen können.

Die Vorgaben der Wall Street machten nun auch den Märkten in Europa zu schaffen, wo die Sorgen um die Weltkonjunktur seit Wochen in eine scheinbar nicht enden wollende Talfahrt der Kurse münden.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen rutschte erneut unter 18.000 Punkte und stand zuletzt 2,5 Prozent tiefer bei 17.657 Zählern. Der Technologiewerte-Index TecDax verlor 2,1 Prozent auf 1497 Punkte. Auch im restlichen Europa gingen die Kurse wieder auf Talfahrt: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um 3,5 Prozent auf 2692 Punkte nach.

Yellen spricht vor der Bankenaufsicht

Fed-Chefin Yellen hatte zwar am Vortag betont, dass die Risiken für den US-Aufschwung unter anderem wegen der unsicheren weltwirtschaftlichen Aussichten zugenommen hätten, insgesamt war sie jedoch optimistisch geblieben. An diesem Donnerstag spricht sie vor dem Bankenausschuss des Senats. Beobachter erwarten nicht mehr viel Neues.

Es habe sich bestätigt, dass auch die Fed nicht wisse, welche Maßnahmen sie ergreifen solle, kritisierten die Experten der US-Investmentbank Jefferies. "Und wenn der Markt eines mehr hasst als alles andere, dann ist es fortgesetzte Unsicherheit." An den Märkten wurden die Aussagen der Fed-Chefin zumindest aber dahingehend interpretiert, dass eine Leitzinserhöhung im März wohl eher unwahrscheinlich ist.

Banken erneut im Abwärtsstrudel

Am Frankfurter Aktienmarkt rückten die arg gebeutelten Banken in den Fokus. Nach der Erholung am Vortag riss der allgemeine Abwärtsog die Branche wieder mit sich. Die Aktie der Deutsche Bank verlor am Dax-Ende mehr als fünf Prozent. Am Vortag hatten die Papiere dank der Aussicht auf einen Anleihenrückkauf des deutschen Branchenprimus noch mehr als zehn Prozent zugelegt.

Die Bankenbranche allgemein steht derzeit besonders unter Beschuss, da wegen der Wirtschaftsschwäche eine Welle an Kreditausfällen befürchtet wird. Auch die Papiere der Commerzbank rutschten zuletzt um mehr als fünf Prozent ab.

Bilanzen im Blick

Überdies beschäftigten zahlreiche Bilanzen die Anleger. Adidas-Aktien kletterten nach überraschend vorgelegten Geschäftszahlen mit mehr als zwei Prozent an die Dax-Spitze. Der Sportartikelhersteller hatte nach einer guten Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr die Umsatzpropgnose für 2016 erhöht.

Metro-Aktien präsentierten sich nach der Bekanntgabe von Quartalszahlen moderat im Minus. Dem Handelskonzern macht die Russland-Krise weiter zu schaffen. Ein Händler sagte, die Kennziffern dürften wenig Impulse bringen.

Der Spezialverpackungshersteller Gerresheimer enttäuschte mit seinen Jahreszahlen und dem Ausblick, was die Aktie mit einem Kursverlust von knapp fünf Prozent an das MDax-Ende warf. Die Papiere der Index-Kollegen Bilfinger und Kion verloren nach Jahreszahlen jeweils mehr als ein Prozent.

Übernahmefantasien schieben Tele Columbus an

Zudem erwischte es erneut die Technologiewerte kräftig: Die Aktien von GFT, Nemetschek und Nordex landeten einmal mehr als größte Verlierer mit einem Minus von jeweils rund fünf Prozent am TecDax-Ende.

Im SDax stachen die Papiere von Tele Columbus heraus: Sie schossen wegen Übernahmefantasien um knapp fünf Prozent in die Höhe. Der Internetdienstleister United Internet hat Anteile zugekauft und ist eigenen Angaben zufolge nun mit einem mittelbaren Anteil von 25,1 Prozent zum größten Aktionär des Kabelnetzanbieters aufgestiegen. Einer Übernahme erteilte das TecDax-Unternehmen am Mittwochabend aber eine Absage.

Anleger flüchten in "sichere Häfen"

Während sich viele Anleger von ihren Aktien trennen, profitieren "sichere Häfen" wie Anleihen, Gold oder der japanische Yen. Das Staatsanleihen-Barometer Bund-Future sprang auf ein neues Rekordhoch bei 165,90 Euro. Die Feinunze Gold verteuerte sich am Terminmarkt deutlich auf 1242 Dollar. Der Euro stieg auf 1,1346 Dollar. Noch deutlicher profitierte der Yen: Der US-Dollar fiel gleichzeitig unter die Marke von 112 Yen. Auch die Rohölpreise purzelten: WTI-Öl verbilligt sich auf 26,34 Dollar.

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