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VW-Skandal: Winterkorn soll früh von Ermittlungen gewusst haben


VW-Abgasskandal  

Winterkorn soll schon früh von US-Ermittlungen gewusst haben

14.02.2016, 14:09 Uhr | dpa

VW-Skandal: Winterkorn soll früh von Ermittlungen gewusst haben. Martin Winterkorn im März 2015 auf einer VW-Pressekonferenz: Was wusste der damalige Konzernchef zu diesem Zeitpunkt? (Quelle: imago images)

Martin Winterkorn im März 2015 auf einer VW-Pressekonferenz: Was wusste der damalige Konzernchef zu diesem Zeitpunkt? (Quelle: imago images)

In der Abgasaffäre bei Volkswagen soll der zurückgetretene Vorstandschef Martin Winterkorn nach Informationen der "Bild am Sonntag" schon viel früher als bislang bekannt über drohende Ermittlungen in den USA informiert gewesen sein. Und zwar bereits im Frühling 2014 - fast anderthalb Jahre bevor der Skandal in Öffentlichkeit aufgedeckt wurde. Weder der Autokonzern noch Winterkorn äußern sich dazu.

Die Zeitung beruft sich auf VW-interne Dokumente, die dem Blatt vorlägen und die Winterkorn darüber informiert haben sollen, dass US-amerikanische Behörden nach einer Betrugssoftware suchen könnten. Aus den zitierten Passagen geht allerdings keine direkte Kenntnis Winterkorns von illegalen Manipulationen hervor.

Im Frühjahr 2014 soll Winterkorn von einem Vertrauten einen Brief erhalten haben. Darin steht laut "BamS": "Es ist zu vermuten, dass die US-Behörden die VW-Systeme daraufhin untersuchen werden, ob Volkswagen eine Testerkennung in die Motorsteuergeräte-Software implementiert hat (sogenanntes "Defeat Device)."

"Wir kommentieren das nicht"

Ein Volkswagen-Sprecher sagte zu dem "BamS"-Bericht: "Wir kommentieren den gesamten Vorgang nicht" - und verwies auf laufende Untersuchungen. VW hat die US-amerikanische Anwaltskanzlei Jones Day mit internen Ermittlungen beauftragt. Ergebnisse sollen im April bekanntgegeben werden.

Winterkorn selbst war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. "Auf 'BamS'-Anfrage wollte sich der Ex-Firmenpatriarch wegen der laufenden Ermittlungen in der Affäre nicht äußern", schreibt die Zeitung.

Winterkorn musste wegen der Abgas-Affäre am 23. September 2015 seinen Hut nehmen. Er übernahm damit die Verantwortung für die Unregelmäßigkeiten bei Dieselmotoren, obwohl er nach eigenem Bekunden und auch nach Aussage des Aufsichtsratspräsidiums keine Kenntnis von den illegalen Manipulationen hatte.

"Ich tue dies im Interesse des Unternehmens, obwohl ich mir keines Fehlverhaltens bewusst bin", hatte Winterkorn damals erklärt. "Ich bin bestürzt über das, was in den vergangenen Tagen geschehen ist. Vor allem bin ich fassungslos, dass Verfehlungen dieser Tragweite im VW-Konzern möglich waren."

Die US-amerikanische Umweltbehörde hatte fünf Tage zuvor mitgeteilt, dass VW mit Hilfe einer Software Stickoxid-Messwerte (NOx) von Dieselautos bei Tests auf Prüfständen manipuliert hat, um die Vorgaben der Behörden zu erfüllen. VW gab die Aktion zu, der Aktienkurs brach ein. Manipuliert wurde bei Dieselmotoren in weltweit bis zu elf Millionen Autos verschiedener Konzernmarken.


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