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RWE streicht Dividende: So schlecht geht's dem Energieriesen


"Übertrifft schlimmste Albträume"  

So schlecht steht es um Energieriese RWE

17.02.2016, 19:24 Uhr | rtr , dpa

RWE streicht Dividende: So schlecht geht's dem Energieriesen. Das RWE-Braunkohlekraftwerk Neurath II bei Grevenbroich in Nordrhein-Westfalen. (Quelle: dpa)

Das RWE-Braunkohlekraftwerk Neurath II bei Grevenbroich in Nordrhein-Westfalen. (Quelle: dpa)

Hiobsbotschaft für RWE-Anleger: Der Energieriese hat vor dem geplanten Konzernumbau rote Zahlen geschrieben und die Dividende nahezu komplett gestrichen. Die Aktionäre reagierten geschockt auf die Nachricht.

Die RWE-Aktie rauschte um 12,5 Prozent in den Keller, nachdem der Versorger für 2015 einen Nettoverlust von 200 Millionen Euro bekannt gab. Ursache hierfür waren vor allem Wertberichtigungen auf Kohle- und Gaskraftwerke in Höhe von 2,1 Milliarden Euro.

"Das übertrifft meine schlimmsten Albträume"

Ein Dividendenausfall dürfte besonders die Kommunen hart treffen, die knapp 24 Prozent an dem Versorger halten. In den vergangenen Jahren hatten sie mit den Gewinnbeteiligungen ihre klammen Kassen entlastet. 

Der Essener Kämmerer Lars Martin Klieve sagte zu den Plänen: "Das übertrifft meine schlimmsten Albträume." Für die Stadt fielen damit gut 18 Millionen Euro an Einnahmen weg. Dabei sei die Finanzlage wegen der Flüchtlingskrise derzeit besonders kritisch. Die Stadt habe erst Ende Januar einen Nachtragshaushalt mit 132 Millionen Euro zusätzlich für die Flüchtlinge vorgelegt. Das Defizit der Stadt verzehnfache sich danach von 3,4 auf 37 Millionen Euro. Nun fielen zusätzlich bereits eingeplante Millionen weg.

Die Stadt Essen ist als wichtiger RWE-Standort zugleich Großaktionär mit RWE-Stammaktien. Im Vorjahr hatte sie 18,3 Millionen Euro Dividende eingenommen.

Doch auch andere Anleger traf die Meldung hart. "Der Ausfall der Dividende ist ein verheerendes Signal, ein schlechteres kann man nicht senden", sagte ein Händler. Zwar hätten viele Anleger mit einer deutlichen Senkung oder gar Halbierung der Ausschüttung von zuletzt einem Euro gerechnet. "Aber eine komplette Streichung hatte niemand auf dem Radar."

RWE-Chef: Entscheidung fiel uns nicht leicht

Geplant ist, dass nur die Inhaber von Vorzugsaktien eine Dividende von 13 Cent je Anteilsschein erhalten. Der Großteil der Anleger geht leer aus - im Vorjahr hatten sie noch einen Euro pro Papier bekommen. Die Entscheidung sei notwendig, um das Unternehmen zu stärken, erklärte Konzernchef Peter Terium.

RWE hat nach eigenen Angaben lediglich 39 Millionen Vorzugsaktien, gegenüber 575,5 Millionen Stammaktien, für die es diesmal nichts gibt. "Vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Perspektiven in der konventionellen Stromerzeugung haben wir heute eine Dividendenentscheidung getroffen, die uns nicht leicht fällt", begründete Terium den Schritt.

Gewinn wird weiter schrumpfen

Der RWE-Chef hatte auch für das laufende Geschäftsjahr keine gute Nachrichten. Das Betriebsergebnis werde 2016 bei 2,8 bis 3,1 Milliarden Euro liegen, nachdem es bereits 2015 auf 3,8 von zuvor rund vier Milliarden geschrumpft ist. Terium will unter anderem mit Kostensenkungen gegenhalten. Bis 2018 solle das laufende Programm Einsparungen von 2,5 Milliarden Euro bringen - bislang waren zwei Milliarden bis 2017 eingeplant.

Terium will noch in diesem Jahr das Geschäft mit Ökostrom, Netzen und dem Vertrieb abspalten und zehn Prozent an die Börse bringen. Damit will er neue Investoren gewinnen. Die großen Versorger kämpfen mit dem Verfall der Strom-Großhandelspreise. Der Konkurrent E.ON hatte in den ersten neun Monaten fast elf Milliarden Euro auf Kraftwerke und sein Öl- und Gasgeschäft abgeschrieben und einen Nettoverlust von 6,1 Milliarden Euro eingefahren. E.ON und RWE legen ihre Bilanzen im März vor.

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