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Deutsche-Bank-Chef Fitschen warnt vor zu offensiver Banken-Rettungen


Deutsche-Bank-Chef warnt  

"Wir dürfen nicht versuchen, jede Bank vor der Pleite zu bewahren"

17.02.2016, 11:31 Uhr | t-online.de

Deutsche-Bank-Chef Fitschen warnt vor zu offensiver Banken-Rettungen. Jürgen Fitschen findet, dass Banken auch pleitegehen dürfen. (Quelle: dpa)

Jürgen Fitschen findet, dass Banken auch pleitegehen dürfen. (Quelle: dpa)

Der Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen ist dagegen, dass jeder Bank in der Krise auf Teufel komm raus finanziell unter die Arme gegriffen wird. "Wir dürfen nicht versuchen, jede Bank in Europa vor der Pleite zu bewahren - koste es, was es wolle", sagte Fitschen, zugleich Präsident des Bundesverbandes Deutscher Banken, dem "Stern".

"Es lässt sich nicht ausschließen, dass es irgendwo in Europa eine Bank gibt, die pleitegehen kann", sagt Fitschen. Das müsse aber niemandem Sorgen bereiten, so der Top-Banker.

"Ein freiheitliches Wirtschaftssystem muss das unbedingt zulassen. Sonst zahlt letztlich wieder der Steuerzahler für Problembanken." Der Bankenbereich müsse nach den gleichen Prinzipien geführt werden, wie jeder andere Wirtschaftsbereich auch.

Kritik an europäischer Einlagensicherung

Im sogenannten "Bankengipfel" diskutierte Fitschen im "Stern" mit Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), und Uwe Fröhlich, dem Präsidenten des Bundesverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR), die aktuelle Lage an den Finanzmärkten und die europäische Finanzpolitik. Die drei Spitzen der deutschen Bankenwelt wehrten sich gemeinsam gegen die von der EU-Kommission angedachte europäische Einlagensicherung.

"Wir sind für einen starken europäischen Sparerschutz. Aber wir lehnen es ab, die für unsere Kunden angesparten Sicherungsmittel für andere europäische Länder und deren Banken zu missbrauchen", stellte Sparkassen-Präsident Fahrenschon die Position der Banker klar. "Unter den heutigen Bedingungen ist so eine europäische Lösung nicht möglich. Erst müssen alle Länder ihre Hausaufgaben machen, ihre Bankensysteme absichern und vom jeweiligen Staat entkoppeln", so Fitschen.

"Im schlechtesten Fall würden deutsche Sparer dann über die Einlagensicherung für die schlechte Wirtschaftspolitik eines Mitgliedslandes haften", gab Fröhlich zu bedenken. "Das wollen wir nicht." Fröhlich weiter: "So ein gemeinsames Haftungssystem liefe dann tatsächlich auf eine Zweckentfremdung der Gelder der deutsche Sparer hinaus." Letztlich könne man sogar von einer "Enteignung der Sparer", sprechen.

Ende der Nullzinspolitik gefordert

Außerdem forderten die drei Banker ein Ende der Nullzinspolitik der EZB und wenden sich gegen strengere Regeln beim Bargeld: "Im Licht der zuletzt positiven Wirtschaftsdaten wäre die EZB gut beraten, behutsam ein Ende der Geldflut vorzubereiten", so Fahrenschon. "Bargeld ist das Sinnbild individueller Freiheit. Und die sollte man nicht beschneiden", sagte Uwe Fröhlich. "Das wäre ein unnötiger Eingriff in die bürgerliche Freiheit."

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