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Ende von Schengen: Grenzkontrollen kosten Deutschland Milliarden


Studie warnt vor Grenzkontrollen  

Ende von Schengen käme Kostenexplosion gleich

22.02.2016, 16:28 Uhr | dpa, t-online.de

Ende von Schengen: Grenzkontrollen kosten Deutschland Milliarden. Kontrollen innerhalb der EU: Sollten die Länder ihre Grenzen dicht machen, wird es teuer. (Quelle: dpa)

Kontrollen innerhalb der EU: Sollten die Länder ihre Grenzen dicht machen, wird es teuer. (Quelle: dpa)

Angesichts des Flüchtlingszustroms erwägen immer mehr EU-Länder, ihre Grenzen wieder zu sichern. Einer Studie zufolge würde eine dauerhafte Rückkehr zu innereuropäischen Grenzkontrollen das Wachstum aber erheblich drosseln. Allein für Deutschland wären der Erhebung der Prognos AG zufolge bis zum Jahr 2025 Verluste zwischen 77 und 235 Milliarden Euro zu erwarten.

"Wenn die Schlagbäume innerhalb Europas wieder runtergehen, gerät das ohnehin schwache Wachstum in Europa noch stärker unter Druck. Am Ende zahlen alle Menschen die Rechnung", betonte Aart De Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung, in deren Auftrag die Studie erstellt wurde. So würde die Wiedereinführung von Grenzkontrollen zu massiven Kosten- und Preissteigerungen führen, die sich negativ auf das Wirtschaftswachstum in Europa auswirken würden.

Importpreise würden drastisch zulegen

Schon in einem optimistischen Szenario mit einem leichten Preisanstieg von nur einem Prozent für aus dem europäischen Ausland importierte Güter wären die Wachstumseinbußen erheblich. Für die EU insgesamt summierten sich die Einbußen beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) innerhalb von zehn Jahren auf rund 470 Milliarden Euro.

In einem pessimistischen Szenario wird von einem Anstieg der Importpreise um drei Prozent ausgegangen. Dabei würden sich die BIP-Einbußen in Deutschland auf 235 Milliarden Euro aufsummieren. In Frankreich lägen sie bei 244 Milliarden Euro und für die EU bei 1,4 Billionen Euro.

Ausgangspunkt der Berechnungen sind die Zeitverluste, die sich aus den Kontrollen an den Grenzen innerhalb Europas ergäben. Längere Wartezeiten bedeuten für die Unternehmen höhere Personalkosten. Zudem müssen die Lagerbestände erhöht werden, weil Just-in-time-Lieferungen nicht mehr garantiert werden können.

Die Berechnungen wurden mit Hilfe eines makroökonomischen Modells durchgeführt, das 42 Länder und damit mehr als 90 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung abdeckt.

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