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EZB-Geldflut: Experten warnen vor Risiken einer Ausweitung


Neuer Sturm zieht auf  

Experten warnen vor Risiken einer weiteren Ausweitung der EZB-Geldflut

24.02.2016, 16:59 Uhr | dpa-AFX, rtr, AFP, t-online.de

EZB-Geldflut: Experten warnen vor Risiken einer Ausweitung. Die Geldflut der EZB könnte sich bald negativ auswirken. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Geldflut der EZB könnte sich bald negativ auswirken. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Notenbanken kaufen seit Monaten in großem Stil Staatsanleihen auf und sind so zum größter Gläubiger der Staaten des Eurosystems geworden. Mit der Geldflut soll das Wirtschaftswachstum angetrieben und die niedrige Inflation im Euroraum bekämpft werden, die als Konjunkturrisiko gilt. Doch Experten warnen vor einer Fortsetzung dieser Politik. 

So sieht etwa Bundesbank-Präsident Jens Weidmann keine Notwendigkeit für eine weitere Ausweitung der Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank (EZB). "Eine solche geldpolitische Reaktion kann längerfristige Risiken und Nebenwirkungen haben, die nicht einfach ausgeblendet werden können", bekräftigte Weidmann.

Niedrige Ölpreise drücken die Inflationsrate

Hätten sich die Regierungen erst einmal an das billige Zentralbankgeld gewöhnt, "könnte der Druck zunehmen, das geldpolitische Programm länger aufrechtzuerhalten, als es für die Preisstabilität geboten wäre".

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"Gerade in der ersten Jahreshälfte sind vorübergehend auch wieder Inflationsraten unter Null denkbar", sagte Weidmann. Kommt es zu einem Abwärtssog bei Preisen, Löhnen und Investitionen - in der Fachwelt Deflation genannt - kann dies eine Wirtschaft für lange Zeit lähmen.

Hauptgrund für die niedrige Teuerung bleibe der niedrige Ölpreis - der auf der anderen Seite die Konjunktur anschiebt. Weidmann betonte deshalb: "Es besteht überhaupt kein Anlass zur Schwarzmalerei. Alles in allem sind die wirtschaftlichen Aussichten des Euroraums weiter nach oben gerichtet."

Schweizer befürchten weitere Aufwertung ihres Franken

Auch der oberste Schweizer Währungshüter warnt vor unerwünschten Nebenwirkungen der milliardenschweren Geldschwemme durch die Zentralbanken. Diese könnten ihre Zinsen nicht unbegrenzt weiter senken und würden längerfristig mit immer neuen Programmen für eine Lockerung der Geldpolitik ihre Handlungsfähigkeit aufs Spiel setzen, sagte der Chef der Schweizer Notenbank, Thomas Jordan.

Eine weitere Lockerung der Geldpolitik der EZB könnte die Schweizer Notenbank SNB unter Druck setzen, ebenfalls nachzulegen, um eine weitere Aufwertung des Franken im Vergleich zum Euro zu verhindern. Denn ein starker Franken schadet der exportorientierten Schweizer Wirtschaft. 

Erneute Zinssenkung am 10. März?

EZB-Präsident Mario Draghi hatte im Januar mit Verweis auf trübere Konjunkturdaten Hoffnungen auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik geweckt. Der EZB-Rat werde den Anti-Krisen-Kurs bei der nächsten Sitzung am 10. März überprüfen und gegebenenfalls anpassen. 

Die extrem niedrigen Zinsen sollen die Investitionstätigkeit ankurbeln, haben aber auch negative Effekte für Banken. Gerade warnten die ostdeutschen Sparkassen wegen der niedrigen Zinsen vor einem weiter fallenden Ergebnis. 

Ost-Sparkassen sehen einen Sturm aufziehen

Der operative Gewinn dürfte im laufenden Jahr sinken, teilte der Dachverband OSV mit. Für 2016 sei beim Betriebsergebnis vor Bewertungseffekten ein Rückgang auf rund 1,0 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme zu erwarten, sagte OSV-Geschäftsführer Wolfgang Zender.

Diese entscheidende Kennziffer für das operative Geschäft war 2015 auf 1,15 Prozent gesunken und damit das vierte Jahr in Folge, nach 1,17 Prozent 2014. "Alles in allem war 2015 ein weiteres Ruhe-vor-dem-Sturm-Jahr", sagte Zender. "2017 wird noch nicht so dramatisch." Danach aber werde der "Druck steigen", wenn die Zinsen wie erwartet niedrig blieben.

Die Sparkassen wollen mit Kostensenkungen gegensteuern und dies etwa über eine vertiefte Zusammenarbeit im Sparkassenlager und verbesserte Abläufe erreichen. "Einen Rückzug aus der Fläche wird es nicht geben", betonte OSV-Präsident Michael Ermrich.

Bundesbank steigert ihren Überschuss

Trotz extrem niedriger Zinsen hat Deutschlands oberste Bank ihren Gewinn im vergangenen Jahr leicht gesteigert. 2015 erwirtschaftete die Bundesbank einen Überschuss von 3,2 Milliarden Euro, wie sie mitteilte. 2014 waren es drei Milliarden Euro gewesen. Über den Gewinn kann sich Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) freuen: Er fließt in voller Höhe an den Bund. 

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