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Minizinsen: Diese Länder profitieren am meisten


Sparer klagen, Unternehmen sparen  

In diesen Ländern profitieren die Firmen am meisten vom Minizins

27.02.2016, 09:05 Uhr | dpa

Minizinsen: Diese Länder profitieren am meisten. Schweißarbeiten im Daimler-Werk in Bremen. (Quelle: dpa)

Schweißarbeiten im Daimler-Werk in Bremen. (Quelle: dpa)

Seit Jahren klagen Sparer über die extrem niedrigen Zinsen. Die Kreditnehmer profitieren dagegen erheblich. Viele Unternehmen sparen kräftig, wie eine neue Studie zeigt - doch voll zur Entfaltung kommt der Kurs der EZB nicht.

Die reine Zinsersparnis auf Bankkredite belaufe sich für Januar 2009 bis Dezember 2015 auf gut 400 Milliarden Euro, rechnete der Chefvolkswirt der Direktbank ING-Diba, Carsten Brzeski, vor. Das seien knapp zehn Prozent des momentan ausstehenden Kreditvolumens.

Die höchsten Einsparungen gab es mit 86 Milliarden Euro demnach für italienische Unternehmen. Es folgen französische (79 Milliarden Euro) und deutschen Unternehmen (73 Milliarden Euro).

So profitieren die Unternehmen von "Super Mario"

"Während Sparer in der Eurozone also weniger über die Niedrigzinspolitik der EZB erfreut sind, haben Unternehmen von 'Super Mario' profitiert", bilanzierte Brzeski die Politik von Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB).

Die EZB hat unter Draghi die Zinsen quasi abgeschafft: Der Leitzins liegt bei 0,05 Prozent. Die Notenbank flutet zudem die Märkte über den Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren mit billigem Geld - und das mindestens noch bis März 2017.

Brzeski erklärte, Mitte 2008 seien beispielsweise Unternehmenskredite über mehr als eine Million Euro und mit mehr als fünf Jahren Laufzeit für durchschnittlich 5,6 Prozent ausgereicht worden. Im September 2015 waren vergleichbare Kredite für 2,2 Prozent Zinsen zu haben. Die durchschnittliche Laufzeit von Unternehmenskrediten im Euroraum stieg von knapp fünf Jahren (2008) auf fast fünfeinhalb Jahre (2015).

Investitionen noch nicht angesprungen

"Die lockere Geldpolitik der EZB hat ihren Weg zwar in den Unternehmenssektor der Eurozone gefunden", stellte Brzeski fest. Allerdings seien die Investitionen trotz der Zinsersparnisse noch nicht angesprungen. Das liegt etwa an den Unsicherheiten über die Zukunft der Währungsunion und der noch immer hohen Verschuldung vieler Firmen.

"Daher ist es auch noch lange nicht gesagt, ob eine nächste Runde geldpolitischer Lockerung endlich die erhoffte Wirkung haben wird", kommentierte Brzeski. Draghi hatte Hoffnungen geschürt, dass die EZB bei ihrer nächsten Sitzung am 10. März nachlegen wird.

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