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Sparkassen wollen EZB-Strafzinsen umgehen und Geld bunkern


"Bargeldschutz" in eigenen Tresoren  

Sparkassen wollen EZB-Strafzinsen umgehen

04.03.2016, 08:09 Uhr | AFP, t-online.de

Sparkassen wollen EZB-Strafzinsen umgehen und Geld bunkern. Sparkassen denken darüber nach, wie sie sich die Strafzinsen der EZB sparen können. (Quelle: dpa)

Sparkassen denken darüber nach, wie sie sich die Strafzinsen der EZB sparen können. (Quelle: dpa)

Angesichts der Strafzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) denken einige Sparkassen darüber nach, das Geld lieber im eigenen Tresor als bei der Notenbank zu parken. Das schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) unter Berufung auf ein internes Rundschreiben des bayerischen Sparkassenverbands.

Die Sparkassen fragten sich, "ob es für sie wirtschaftlicher sein könnte, hohe Bargeldwerte nicht - wie bisher - bei der EZB einzulagern, sondern stattdessen selbst zu verwahren", zitiert die Zeitung aus dem Brief an 71 Mitgliedsinstitute. Darin ist demnach die Rede von einem "EZB-Bargeldschutz". Gemeint ist, dass sie sich mit Bargeld vor EZB-Strafzinsen schützen wollen.

Der Sparkassenverband verweise darauf, dass die Versicherungskammer Bayern "auch für größere Bargeldmengen" einen Versicherungsschutz biete. Dieser koste je 1000 Euro 1,50 Euro zuzüglich Versicherungssteuer. Das mache 0,1785 Prozent - und liege somit unter dem EZB-Strafzins von 0,3 Prozent. Allerdings gebe es eventuell weitere Kosten, etwa für Geldtransporte oder verstärkten Einbruchsschutz.

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Laut einer Sprecherin des Sparkassenverbandes in München haben schon mehrere Sparkassen Interesse an dem Programm gezeigt. Konkrete Summen, auch zu gezahlten Strafzinsen, wollte sie nicht nennen.

Strafzins schon jetzt relativ teuer

Schon in der nächsten Woche könnte die EZB den Einlagenzins noch weiter drücken. Angesichts der schwachen Inflationsentwicklung halten Analysten eine nochmalige Lockerung der Geldpolitik mit einer weiteren Senkung der Zinsen und möglicherweise einer Ausweitung des Anleihekaufprogramms für wahrscheinlich, wie die "FAZ" berichtete. Beobachter vermuten, dass der EZB-Rat am nächsten Donnerstag den Einlagenzins auf minus 0,4 oder gar 0,5 Prozent verschärfen könnte.

Die EZB dürfte die Gedankenspiele der Sparkassen aufmerksam verfolgen. Treffe der Strafzins auf eine Schmerzgrenze, könne dies zu unerwünschten Ausweichreaktionen führen, so die Zeitung. Die Euro-Währungshüter wollten, dass die Banken mehr Kredite vergeben. Lagert das Geld aber stattdessen in den Tresoren, sei das kontraproduktiv. Für die bereits jetzt bei der EZB geparkten 245 Milliarden Euro aller europäischen Banken würden pro Jahr 735 Millionen Euro Strafzinsen fällig, rechnete die Zeitung vor.

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