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Abgas-Skandal: VW in den USA Beweismittel vernichtet?


Neue drastische Vorwürfe  

VW soll in den USA Beweismittel vernichtet haben

13.03.2016, 14:49 Uhr | AFP, rtr, t-online.de

Abgas-Skandal: VW in den USA Beweismittel vernichtet?. Kaum eine Woche vergeht ohne neue Vorwürfe gegen den Wolfsburger Autohersteller VW. (Quelle: dpa)

Kaum eine Woche vergeht ohne neue Vorwürfe gegen den Wolfsburger Autohersteller VW. (Quelle: dpa)

Neue Vorwürfe im Abgas-Skandal sorgen für Unruhe bei Volkswagen: Nach der Enthüllung des Skandals im September soll der Konzern in den USA Beweismittel vernichtet haben, berichten NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung". Die Medien berufen sich auf einen ehemaligen Angestellten aus den USA.

Der Ex-VW-Mitarbeiter hat demnach bei einem US-Gericht Klage gegen seinen früheren Arbeitgeber eingereicht. Er sei Ende 2015 entlassen worden, weil VW geglaubt habe, er wolle die US-Behörden über eine Behinderung der Justiz informieren.

VW gab dazu auf Anfrage keine Stellungnahme ab. Das Unternehmen erklärte den Berichten zufolge, es bitte um "Verständnis dafür, dass wir uns zu arbeitsrechtlichen Differenzen grundsätzlich nicht äußern".

VW soll Daten trotz Verbot gelöscht haben

Die elf Seiten lange Klageschrift enthält den Recherchen zufolge schwere Anschuldigungen gegen die Volkswagen Group of America. Der frühere IT-Mitarbeiter hatte demnach nach dem Bekanntwerden des Skandals im Auftrag eines Vorgesetzten zu verhindern versucht, dass im VW-Rechenzentrum in Michigan Daten entgegen einer behördlichen Anordnung gelöscht werden.

Die US-Tochter von VW habe zunächst eine Anweisung des US-Justizministeriums ignoriert, sofort alle routinemäßigen Datenlöschungen zu stoppen, berichteten "SZ", WDR und NDR weiter. Bis Ende September, Anfang Oktober seien weiter Daten vernichtet worden - trotz einer gegenteiligen Anordnung bei VW. Die Löschung von Backups sei bei VW mit dem Hinweis begründet worden, die US-Tochter habe keinen ausreichenden Speicherplatz.

"Bild": Müller und Pötsch verheimlichten den Skandal

Weiterhin hatte die "Bild am Sonntag" (BamS) berichtet, dass unter anderem der heutige Vorstandschef Matthias Müller und der heutige Aufsichtsratsvorsitzende Hans Dieter Pötsch die Affäre bis zuletzt verheimlichten. Das Blatt beruft sich auf das Protokoll einer Vorstandssitzung vom 18. September 2015. Am Abend dieses Tages machte die US-Umweltbehörde EPA die Affäre um manipulierte Abgaswerte publik und kündigte Strafzahlungen in Milliardenhöhe an.

Wenige Stunden zuvor waren laut BamS Müller, damals Porsche-Chef, und Pötsch, damals VW-Finanzvorstand, mit dem damaligen VW-Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn bei der Vorstandssitzung der Porsche Holding SE zusammengekommen, die mit Abstand größter VW-Aktionär ist. Bei dem Treffen habe Johannes Lattwein, Leiter Finanzen, zunächst über die Lage der Holding referiert. Dann stehe im Protokoll ein Satz, der der Zeitung zufolge Müller und Pötsch in die Bredouille bringt: "Dr. Lattwein erkundigt sich sodann bei Prof. Winterkorn, Herrn Pötsch und Herrn Müller, ob ihnen für die Porsche SE wesentliche Risiken des Volkswagen-Konzerns bekannt sind, (...) was die Herren verneinen."

Der Sprecher der Porsche SE, Albrecht Bamler, erklärte zu dem Bericht, die Vorstände der Volkswagen AG hätten zu diesem Zeitpunkt der Vorstandssitzung der Porsche SE am 18. September 2015 keine Kenntnis von der EPA-Erklärung. "Sie standen zu diesem Zeitpunkt unter dem Eindruck, dass die Problematik in den USA im Rahmen üblicher Gespräche und einer Zahlung, die im niedrigen 3-stelligen Millionen Bereich (US-Dollar) liegen würde, gelöst werden kann." Eine solche Zahlung sei durch die erheblichen Gewährleistungsrückstellungen bei Volkswagen ohne weiteres und ohne Ergebnisbelastungen gedeckt gewesen. Von VW war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Die "Bams" geht dagegen davon aus, dass Müller und Pötsch am 18. September längst vom Abgas-Betrug wussten. Winterkorn soll seine Kollegen spätestens am 8. September informiert haben, dass VW gegenüber den US-Behörden den Einsatz einer illegalen Software (Defeat Device) gestanden hatte. Das geht laut "Bams" aus Ermittlungsunterlagen hervor.

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