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Deutsche Bahn macht Milliarden-Verlust - Jobs in Gefahr


Mehr als 3500 Jobs in Gefahr  

Bahn mit Milliarden-Verlust - ein Drittel ihrer Güterbahnhöfe bald dicht?

16.03.2016, 12:12 Uhr | dpa, AFP, t-online.de

Deutsche Bahn macht Milliarden-Verlust - Jobs in Gefahr. Vor allem Verluste im Güterverkehr brockten der Deutschen Bahn im Jahr 2015 rote Zahlen ein. (Quelle: dpa)

Vor allem Verluste im Güterverkehr brockten der Deutschen Bahn im Jahr 2015 rote Zahlen ein. (Quelle: dpa)

Erstmals seit mehr als zehn Jahren hat die Deutsche Bahn rote Zahlen zu verkraften. Der Konzern schloss das Jahr 2015 mit einem Verlust von 1,3 Milliarden Euro ab, teilte das Unternehmen mit. "Wir haben nicht das erreicht, was wir uns vorgenommen hatten", räumte Bahn-Chef Rüdiger Grube ein. Grund für das Minus sind vor allem Abschreibungen im schlecht laufenden Güterverkehr und Kosten für den Konzernumbau.

Der Schienengüterverkehr sei im vergangenen Jahr die "größte Baustelle" des Konzerns gewesen, sagte Grube. So seien in dieser Sparte während der Streiks der Lokführer Kunden verloren gegangen.

Zuletzt hatte die Deutsche Bahn im Jahr 2003 Verluste geschrieben. Im vergangenen Jahr erzielte der Konzern noch einen Gewinn von 988 Millionen Euro. 

Sparprogramm soll Bahn zurück in die Erfolgsspur führen

Der Umsatz des Konzerns erhöhte sich um 1,9 Prozent auf den Rekordwert von 40,5 Milliarden Euro. "Wir haben nicht das erreicht, was wir uns vorgenommen haben", sagte der Bahnchef. Der bereits eingeleitete Konzernumbau und das Programm "Zukunft Bahn" solle das Unternehmen zurück in die Erfolgsspur führen.

Laut Informationen aus Aufsichtsratskreisen erwägt die Bahn, etwa ein Drittel aller 1500 Güterverladestellen in Deutschland zu schließen. Mit der Stilllegung von rund 500 Güterbahnhöfen wäre der Verlust von gut 3500 Arbeitsplätzen verbunden, hieß es. 

Die Entscheidung der Stilllegung der Güterbahnhöfe wurde vom Aufsichtsrat als eines von mehreren Szenarien vorgestellt. Eine Entscheidung sei aber nicht getroffen worden. Dies solle bei der nächsten Aufsichtsratssitzung am 8. Juni geschehen.

Noch keine Beschlüsse zu Arbeitsplatz-Abbau

Der Bahn-Vorstand solle dann für die Geschäftsfelder Güterbahn, Dienstleistungen, Regionalverkehr und Fahrzeug-Instandhaltung Strategiekonzepte mit einer Perspektive bis zum Jahr 2030 vorlegen. 

Eine Bahnsprecherin stellte klar: "Wir untersuchen derzeit weit weniger als 500 Güterverkehrsstellen." Zum möglichen Abbau von Arbeitsplätzen und Schließung von Verladestellen gebe es noch keinerlei Beschlüsse. Klar sei auch, dass beim Bahnkonzern "niemand arbeitslos wird, denn es besteht ein umfassender tarifvertraglich verankerter Schutz der Mitarbeiter und gleichzeitig ein hoher Personalbedarf in anderen Bereichen des DB-Konzerns".

Langfriststrategie soll abgewartet werden

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) warnte die Bahn vor einem weiteren Stellenabbau. EVG-Chef Alexander Kirchner sagte der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post", seine Gewerkschaft habe sich bei der Aufsichtsratssitzung dagegen ausgesprochen. "Erst nach Vorlage der von der EVG eingeforderten Langfriststrategie können Maßnahmen zum Konzernumbau vom Vorstand beschlossen werden", sagte Kirchner. Bis dahin seien "alle geplanten Schritte ausgiebig und ergebnisoffen mit den innerbetrieblichen Interessenvertretern zu diskutieren".

Der Aufsichtsrat hatte sich am Dienstag mit den nächsten Schritten des Konzernumbaus beschäftigt, den Vorstandschef Grube im vergangenen Jahr begonnen hat. Weniger Doppelstrukturen im Konzern sowie kürzere Entscheidungs- und Kommunikationswege sollen in den nächsten fünf Jahren mehr als 700 Millionen Euro einsparen. Die schwächelnde Güterbahn DB Cargo soll saniert werden und ab 2018 wieder wachsen.

Arriva und Schenker Logistics könnten privatisiert werden

Über einen Teilverkauf von Unternehmenstöchtern wurde noch nicht entschieden, hieß es aus dem Umfeld des Aufsichtsrats. Diese Entscheidung solle erst bei einer der kommenden Sitzungen getroffen werden. Es geht um eine Teilprivatisierung der Auslandsverkehrstochter DB Arriva und der Spedition DB Schenker Logistics. Ziel von Bahnchef Grube ist es, die zuletzt wieder gestiegenen Schulden zu senken, um mehr Spielraum für Investitionen ins Schienennetz und in neue Züge zu haben.



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