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Deutsche Unternehmen schütten 40 Milliarden Euro aus


Guter Dividenden-Jahrgang  

Deutsche Unternehmen schütten 40 Milliarden Euro aus

19.03.2016, 11:15 Uhr | Von Nadine Murphy, dpa

Deutsche Unternehmen schütten 40 Milliarden Euro aus. Dax-Tafel an der Frankfurter Börse: Aktionäre können auch 2016 meist mit üppigen Ausschüttungen rechnen. (Quelle: dpa)

Dax-Tafel an der Frankfurter Börse: Aktionäre können auch 2016 meist mit üppigen Ausschüttungen rechnen. (Quelle: dpa)

Gleich zwei Dax-Schwergewichte - Deutsche Bank und RWE - streichen wegen miserabler Zahlen in diesem Jahr die Dividende. Damit aber stehen sie allein auf weiter Flur. Denn die allermeisten Konzerne geben Teile ihrer Gewinne an die Anteilseigner weiter.

Auch wenn das Börsenbarometer Dax einen desaströsen Jahresstart hinlegte - für die Aktionäre gibt es Trost: Sie dürfen sich nach einem Rekord im Vorjahr erneut auf einen guten Dividenden-Jahrgang freuen: Bis zu 40 Milliarden Euro schütten die deutschen Aktiengesellschaften Schätzungen zufolge an die Anteilseigner aus.

Das Gros der Unternehmen hat seine Gewinne gesteigert und lässt die Anteilseigner entsprechend teilhaben. Und glaubt man etwa der DZ Bank, so ist weiterer Spielraum vorhanden.

Daimler dürfte am meisten ausschütten

Noch haben sich nicht alle Konzerne offiziell festgelegt. Der unabhängige Dividenden-Experte Christian Röhl ist sich aber so gut wie sicher, wer in diesem Jahr auf dem Spitzenplatz steht und das meiste Geld ausschüttet: "Ganz oben funkelt der Stern", sagt Röhl. Der Autobauer Daimler wird seiner Einschätzung nach mit fast 3,5 Milliarden Euro die höchste Summe für die Dividende ausgeben. Damit überholen die Stuttgarter die Allianz und Siemens. Der Versicherer und der Industriekonzern hatten im vergangenen Jahr die Plätze eins und zwei belegt.

Doch Quantität ist nicht alles: Der Medizinkonzern Fresenius bietet eine vergleichsweise geringe Dividendenrendite auf das eingesetzte Kapital. Dafür heben die Bad Homburger ihre Dividende in diesem Jahr aber zum 23. Mal in Folge an. In den USA werden Unternehmen mit 25 Anhebungen in Folge "Dividenden-Aristokraten" genannt. "Nach dieser Definition wird Fresenius wohl in Kürze in den 'Adelsstand' erhoben", sagt Experte Röhl. Zuverlässige Dividenden-Lieferanten sind laut DZ Bank auch Munich Re (Münchener Rück) sowie der MDax-Konzern Hugo Boss.

Deutsche Bank macht Pause

Zu den größten Flops in Sachen Dividende: Die Deutsche Bank schockierte ihre Anleger bereits im Herbst. Der neue Vorstandschef John Cryan strich wegen des schmerzhaften Konzernumbaus und zahlreicher juristischer Altlasten die Ausschüttung gleich für zwei Jahre. Das ist ein Novum in der Nachkriegsgeschichte der Bank, die selbst auf dem Höhepunkt der Finanzkrise weiter Dividende zahlte.

Lange Gesichter auch bei den Aktionären der Energiekonzerne: Aus den einstigen Dividendengaranten sind Sorgenkinder geworden. RWE-Chef Peter Terium strich die Dividende nach einem Jahr mit 170 Millionen Euro Verlust praktisch vollständig. Darunter leiden Kommunen, die rund ein Viertel der RWE-Anteile halten und zur Finanzierung ihrer angespannten Haushalte auf die Ausschüttung setzen.

Doch Marktexperten zeigen Verständnis für den Konzern. "RWE kann nicht den Durchlauferhitzer der Kommunen spielen", sagt ein Analyst. Es sei vielmehr souverän vom Vorstand, in Zeiten struktureller Probleme keine Substanzdividende zu zahlen. Da sei der Versorger Eon, der trotz sieben Milliarden Euro Jahresminus weiter - wenn auch immer weniger - ausschütte, kritischer zu betrachten.

Versicherer mit Luxusproblem

Wahre Geldfluten ereilen dagegen die Aktionäre vieler Versicherer. Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re hebt seit Jahren fast pausenlos die Dividenden an. Hinzu kommen Aktienrückkäufe in Milliardenhöhe. Auch Ulrich Wallin, Chef der Hannover Rück, sieht den Geldstrom bei seinem Unternehmen gar nicht abreißen: Nach Sonderdividenden für 2014 und 2015 sei für 2016 eine weitere wahrscheinlich, sagte er jüngst.

Dahinter steht bei vielen Versicherungen ein Luxusproblem: zu viel Kapital. Schwere und teure Katastrophenschäden bleiben seit Jahren aus, die Branche sitzt auf dicken Kapitalpolstern. Zusätzlich blähen Kursgewinne bei alten, hochverzinsten Anleihen die Kapitalbasis auf.

Nach Einschätzung von DZ-Bank-Analyst Michael Bissinger können sich Anleger angesichts unruhiger Zeiten auf den Aktienmärkten eher auf die Dividenden als auf Kursgewinne verlassen. Seiner Berechnung nach schütten die Unternehmen 2016 im Schnitt 37 Prozent ihres Gewinns als Dividende aus, etwas weniger als im Durchschnitt der Vorjahre. "Die Ausschüttungen sind insgesamt solide durch die operative Entwicklung der Unternehmen finanziert."

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