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Thüringer-Bratwurst-Produktion verdoppelt sich dank EU


Thüringer "regionale Spezialität"  

Bratwurst-Produktion verdoppelt sich wegen EU

19.03.2016, 18:10 Uhr | dpa, t-online.de

Thüringer-Bratwurst-Produktion verdoppelt sich dank EU. Zur Eröffnung der Grillsaison in Erfurt brutzeln Bratwürste aus allen Teilen Thüringens  auf dem Rost. (Quelle: dpa)

Zur Eröffnung der Grillsaison in Erfurt brutzeln Bratwürste aus allen Teilen Thüringens auf dem Rost. (Quelle: dpa)

Eine Thüringer Bratwurst ist nur echt, wenn sie von einem Thüringer Hersteller stammt - das schreibt mittlerweile auch die EU vor. Sehr zur Freude der Thüringer Wurstproduzenten, denn sie konnten die Jahresproduktion des Klassikers seit der Anerkennung als regionale Spezialität verdoppeln.

2015 seien in Thüringen rund 40.000 Tonnen Würstchen, die es mit oder ohne Kümmel, Knoblauch oder Majoran gibt, hergestellt worden, freut sich der Geschäftsführer des Herkunftsverbandes Thüringer und Eichsfelder Wurst und Fleisch, Uwe Keith. Ein moderater Anstieg im Vergleich zum Vorjahr - und das bei einem insgesamt eher stagnierenden Fleisch- und Wurstmarkt. Vor der Anerkennung durch die EU im Jahr 2003 waren nur etwa 20.000 Tonnen Bratwurst aus Thüringen gekommen.

Das Fleisch für die Wurst müsse aber nicht mehr unbedingt aus dem Land kommen. "Es gibt keinen Unterschied zwischen Thüringer und beispielsweise bayerischem Schweinefleisch", sagte Keith. Das Original werde bundesweit, aber auch im Ausland vertrieben.

Über 600 Jahre alte Spezialität

Erstmals erwähnt wurde die Thüringer Bratwurst 1404 in einem Rechnungsbuch eines Klosters in Arnstadt, so der Herkunftsverband. Seinem Einsatz ist es zu verdanken, dass die Bratwurst in das europäische Register der geschützten geografischen Angaben aufgenommen wurde.

Anbieter, die gegen das Herkunftsprinzip verstoßen, kann der Verband seitdem abmahnen. "Wir haben in den ersten Jahren viele Verfahren geführt, weil Firmen aus anderen Ländern ihre Würste unter der Marke Thüringer verkauft haben." Inzwischen habe sich die Lage beruhigt. "Es gibt nur noch einzelne, kleinere Fälle beispielsweise auf Weihnachtsmärkten", so Keith. Seit 2003 habe es insgesamt mehr als 200 Verfahren gegeben.

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