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Brexit würde Großbritannien 100 Milliarden Pfund kosten


"Schock für die Wirtschaft"  

Brexit: Studien sagen massive Schäden voraus

21.03.2016, 14:41 Uhr | rtr

Brexit würde Großbritannien 100 Milliarden Pfund kosten. London: Auf den britischen Finanzmarkt könnten nach dem Brexit harte Zeiten zukommen. (Quelle: dpa)

London: Auf den britischen Finanzmarkt könnten nach dem Brexit harte Zeiten zukommen. (Quelle: dpa)

Das könnte teuer werden: Bei einem Austritt aus der EU drohen Großbritanniens Wirtschaft einer Studie zufolge massive finanzielle Schäden und Arbeitsplatzverluste. Auch auf den Finanzplatz London kämen harte Jahre zu.

Bis zum Jahr 2020 könnten sich die Kosten auf 100 Milliarden Pfund (128 Milliarden Euro) summieren und 950.000 Jobs verloren gehen, ergab eine Untersuchung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC im Auftrag des Industrieverbandes CBI. Die Einsparungen durch einen sogenannten Brexit würden von den negativen Folgen für Handel und Investitionen bei weitem zunichtegemacht, erklärte CBI-Geschäftsführerin Carolyn Fairbairn.

Dies lasse sich nicht vermeiden, selbst wenn Großbritannien neue Handelsabkommen mit den früheren EU-Partnern aushandelt. "Selbst im besten Falle käme es zu einem gravierenden Schock für die britische Wirtschaft", resümiert Fairbairn.

Massives Problem auch für Banken

Auch die Banken in London würde der Brexit hart treffen. Den Geldhäusern drohe eine lange Periode der Unsicherheit, ergab eine Untersuchung der Anwaltskanzlei Clifford Chance im Auftrag des europäischen Finanzmarktverbandes AFME. Denn zunächst seien die wirtschaftlichen Beziehungen des Landes zu den früheren EU-Partnern unklar. Das werde die Geschäftsplanungen der Marktteilnehmer beeinflussen.

"Auf Banken und Investmentfirmen kommen infolge neuer Beschränkungen für grenzüberschreitende Geschäfte wahrscheinlich deutliche nachteilige Folgen zu", konstatieren die Autoren. Mit dieser Gefahr seien auch Börsengesellschaften und Wertpapierabwicklungshäuser konfrontiert.

Viele internationale Großbanken wie JPMorgan, Morgan Stanley und Goldman Sachs haben ihre Europa-Zentrale in London. Im Falle eines Brexits würden sie ihre über EU-Gesetze geregelten Geschäftsmöglichkeiten in anderen europäischen Ländern verlieren. Die Frage ist, wie schnell sich dieses Problem durch neue Handelsvereinbarungen Großbritanniens beheben lässt.

Die Briten stimmen am 23. Juni über ihren Verbleib in der Europäischen Union ab. Umfragen zufolge sind die Ansichten gespalten. Der Anteil der EU-Befürworter liegt wie der der Gegner bei etwa 40 Prozent, der Rest ist unentschlossen.

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