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ZEW und Ifo-Index steigen: Europäische Wirtschaft trotzt allen Krisen - noch


ZEW und Ifo-Index steigen  

Europäische Wirtschaft trotzt allen Krisen - noch

22.03.2016, 15:36 Uhr | dpa, t-online.de

ZEW und Ifo-Index steigen: Europäische Wirtschaft trotzt allen Krisen - noch. Das Container-Terminal in der Weser-Mündung in Bremerhaven ist voll - Ausdruck wieder gestiegener Konjunkturerwartungen.  (Quelle: dpa)

Das Container-Terminal in der Weser-Mündung in Bremerhaven ist voll - Ausdruck wieder gestiegener Konjunkturerwartungen. (Quelle: dpa)

Terror, Flüchtlingsdramen, Euro-Krise und der drohende Zerfall der Europäischen Union - politisch steckt die EU in der schwersten Krise seit ihrer Gründung. Doch das wirtschaftliche Umfeld ist überraschend robust. Das zeigen neue Daten von ZEW und Ifo.

Die Terroranschläge in der belgischen Hauptstadt Brüssel haben den Eindruck einmal mehr bestärkt: die europäische Wirtschaft ist auf einem guten Weg. Niedrige Ölpreise und eine ultralockere Geldpolitik halten die Unternehmen und die Verbraucher allen Krisen zum Trotz bei Laune. Bislang jedenfalls.

Geschäftsaussichten und Konjunkturerwartungen verbessert

Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg nach drei Rückgängen in Folge im März wieder um einen Punkt auf 106,7 Punkte. Die Unternehmen stuften ihre Geschäftsaussichten für das kommende halbe Jahr wieder besser ein, und die Einschätzungen zur aktuellen Geschäftslage verbesserten sich auf den höchsten Stand seit einem halben Jahr, wie das Ifo Institut für Wirtschaftsforschung mitteilte.

Der Ifo-Index beruht auf der Befragung von 7000 Unternehmen und gilt als wichtigster Frühindikator der deutschen Wirtschaft.

Auch die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten haben sich im März aufgehellt. Der Indikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) stieg um 3,3 Punkte auf 4,3 Zähler. Aber "das Rätselraten über die weitere wirtschaftliche Entwicklung wichtiger Schwellenländer, über die künftige Entwicklung des Ölpreises und des Außenwerts des Euro stimmen weiterhin vorsichtig", erklärte das ZEW in Mannheim.

Lebenszeichen der Eurozone

Im Moment scheint die Wirtschaft inmitten aller Turbulenzen noch ein Stabilitätsanker zu sein. "Die Eurozone hat im März wieder ein Lebenszeichen von sich gegeben", sagt Chris Williamson, Chef des Londoner Forschungsinstituts Markit.

Besonders erfreulich: Das Wachstum kommt von innen. So trotzt die EU-Wirtschaft der Schwäche wichtiger Handelspartner wie China. "Binnenwirtschaftlich orientierte Sektoren, allen voran die Dienstleistungen, bleiben Haupttreiber des Wachstums in diesem Jahr", sagt Marco Bargel, Chefvolkswirt der Postbank.

Wirtschaftliche Blüte inmitten einer welkenden politischen Landschaft. Wie kommt das? Experten sehen dafür vor allem zwei Gründe: Zum einen wirken die seit Monaten niedrigen Ölpreise positiv. Viele Produkte wie Benzin werden billiger. Dadurch haben die Verbraucher mehr Geld für andere Dinge in der Tasche. Das Billigöl wirkt wie ein Gratis-Konjunkturprogramm.

EZB-Geldpolitik stützt Konjunktur

Der zweite Grund könnte die ultralockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sein. Mit drastischen Mitteln versucht EZB-Chef Mario Draghi seit Jahren die Konjunktur anzukurbeln. Zuletzt hat er die Märkte unter anderem mit einer Absenkung des Leitzinses auf null überrascht. Unter Experten ist aber umstritten, ob Draghis Politik tatsächlich auf die Realwirtschaft wirkt.

Stefan Kooths, Chef des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), sieht die Geldpolitik jedenfalls als Hauptgrund für die robuste Wirtschaft in Deutschland. Er warnt aber auch vor Verzerrungen durch die Niedrigzinsen.

Dass die Wirtschaft robust weiter läuft, während es innerhalb der EU politisch mächtig kriselt, ist alles andere als selbstverständlich. Experten warnen derzeit vor allem vor der Gefahr des "Brexit". Im Juni werden die Briten über Austritt oder Verbleib in der EU entscheiden. "Ein Brexit könnte der restlichen EU deutliche Schäden zufügen", meinen Experten des Forschungsunternehmens Capital Economics.

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