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Wirtschaftsweisen sehen Banken längerfristig unter Druck


Kritik von Wirtschaftsweisen  

Nullzins-Politik der EZB setzt Banken unter Druck

23.03.2016, 19:29 Uhr | rtr, dpa-AFX

Wirtschaftsweisen sehen Banken längerfristig unter Druck . Die Mitglieder des Sachverständigenrates, Peter Bofinger, Lars Feld, Isabel Schnabel, Christoph Schmidt und Volker Wieland (von li.) sehen die Nullzins-Politik der EZB sehr kritisch. (Quelle: dpa)

Die Mitglieder des Sachverständigenrates, Peter Bofinger, Lars Feld, Isabel Schnabel, Christoph Schmidt und Volker Wieland (von li.) sehen die Nullzins-Politik der EZB sehr kritisch. (Quelle: dpa)

Die fünf Wirtschaftsweisen sehen die jüngste Geldflut der Europäischen Zentralbank (EZB) mit Sorge. "Die lockere Geldpolitik kann erhebliche Nebenwirkungen haben", sagte Isabel Schnabel, Mitglied des Sachverständigenrates. Sie setzte die Profitabilität der Banken immer stärker unter Druck und mindere den Reformdruck in Europa.

"Mittelfristig stellt vor allem die Niedrigzinsphase im Euro-Raum das Geschäftsmodell der Banken grundsätzlich infrage", heißt es in dem am Mittwoch aktualisierten Konjunkturausblick der Forscher. Diese Risiken dürften demnach zu den deutlichen Aktienkursverlusten der Finanzinstitute im Februar beigetragen haben. "Es handelte sich vermutlich nicht um reine Übertreibungen." Auch Kreditrisiken aus dem Ölgeschäft lasteten auf den Banken. 

Banken bleiben längere Zeit unter Druck

Die Forscher gehen davon aus, dass die Niedrigzinsphase im Euro-Raum noch länger andauern wird und die Banken damit unter Druck bleiben werden. Hinzu kämen die Kosten der schärferen Regulierung nach der Finanzkrise, die die Institute schultern müssten. Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret hatte daher jüngst angeregt, dass Geldhäuser abhängig vom Einzelfall über Fusionen nachdenken sollten. 

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Leitzins jüngst auf null gesetzt, zudem die Strafgebühr für Banken auf minus 0,4 Prozent verschärft und ihre Wertpapierkäufe abermals ausgeweitet. Sie will damit dafür sorgen, dass die Finanzinstitute weniger Geld bei ihr horten und stattdessen mehr Kredite vergeben. 

Konjunkturaufschwung verliert an Fahrt

Die Gefahr einer Deflation - also einer Spirale sinkender Preise, die die Konjunktur abwürgen kann - sehen die Wirtschaftsweisen nicht.

Bei der Vorstellung ihrer Konjunkturprognose gaben die Experten einen vorsichtigeren Ausblick. Der Konjunkturaufschwung in Deutschland werde wegen der Abkühlung der Weltwirtschaft etwas an Tempo verlieren. Der Sachverständigenrat korrigierte seine Prognose für dieses Jahr leicht nach unten. Die fünf Top-Ökonomen rechnen nun mit einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 1,5 Prozent, zuletzt waren sie von 1,6 Prozent ausgegangen. 

Vor allem die Konsumausgaben und die gute Lage am Arbeitsmarkt treiben demnach die Konjunktur an. Im kommenden Jahr soll die Wirtschaft dann etwas stärker um 1,6 Prozent zulegen. Die Ökonomen gehen weiterhin davon aus, dass die Ausgaben für die Unterbringung und Integration Hunderttausender Flüchtlinge in diesem und im nächsten Jahr ohne neue Schulden gestemmt werden können.

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