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Rockefellers steigen bei Exxon aus - Verschwörung?


"Moralisch verwerflich"  

Rockefellers steigen bei Exxon aus - Ölkonzern wittert Verschwörung

25.03.2016, 08:44 Uhr | rtr, dpa

Rockefellers steigen bei Exxon aus - Verschwörung?. David Rockefeller Sr. wird im Juni 101 Jahre alt. Jetzt vollzieht die Rockefeller-Familienstiftung einen Strategiewechsel. (Quelle: dpa)

David Rockefeller Sr. wird im Juni 101 Jahre alt. Jetzt vollzieht die Rockefeller-Familienstiftung einen Strategiewechsel. (Quelle: dpa)

Die Rockefeller-Familie verabschiedet sich von Anlagen in fossile Brennstoffe und damit auch vom Ölriesen Exxon. Grund sind wohl Umweltbedenken - und das Verhalten von Exxon in Klimafragen. Der Ölkonzern wittert jedoch eine Verschwörung.

Der Rockefeller Family Fund (RFF), eine Wohltätigkeitsorganisation, teilte mit, seine Anteile an dem Konzern abzustoßen. Auch von Beteiligungen im Bereich Kohle und kanadischem Ölsand werde man sich so schnell wie möglich trennen.

Angesichts der existenziellen Bedrohung der Menschheit und des natürlichen Ökosystem, gebe es für Unternehmen "keinen vernünftigen Grund, weiter nach neuen Kohlenwasserstoff-Quellen zu suchen".

Exxon-Vorgänger war Basis des Rockefeller-Vermögens

Die Stiftung wendet sich damit von den Ursprüngen des sagenhaften Reichtums der Rockefeller-Familie ab. Vor mehr als einem Jahrhundert machte John D. Rockefeller Sen. mit Standard Oil, einem Exxon-Vorläufer, ein Vermögen.

Doch mittlerweile sieht der Family Fund Exxon kritisch. Das Verhalten bei Klimathemen scheine "moralisch verwerflich" zu sein, hieß es in der Mitteilung. Im November leitete die New Yorker Staatsanwaltschaft gegen Exxon Ermittlungen ein. Dabei ging es um die Frage, ob der Konzern die Öffentlichkeit und Aktionäre über die Risiken des Klimawandels getäuscht hat. Exxon erklärte damals, auf Geschäftsrisiken über Jahre hinweg unter anderem in Quartalsberichten hingewiesen zu haben.

Die Höhe des Exxon-Anteils oder der Beteiligungen im Bereich fossile Brennstoffe führte der Family Fund nicht aus. Exxon-Aktien tendierten wie der Markt insgesamt etwas schwächer. Ölkonzerne sind seit Monaten wegen des Ölpreisverfalls unter Druck.

Exxon: "RFF finanziert eine Verschwörung"

Der Rohstoff-Multi aus Irving (Texas) gab sich zunächst wenig beeindruckt vom Schritt des Fonds. "Es ist nicht überraschend, dass sie sich zurückziehen, da sie bereits eine Verschwörung gegen uns finanzieren", sagte ein Exxon-Sprecher. Der RFF stelle seinerseits Mittel für "gezielt irreführende" Berichte über Exxons Forschung zum Klimawandel bereit, verteidigte sich der Konzern.

Auch in Europa prüfen Großanleger zunehmend Rohstoff-Investments. Im November hatte der Allianz-Konzern angekündigt, nicht mehr in Bergbau- und Energieunternehmen zu investieren, die mehr als 30 Prozent ihres Umsatzes beziehungsweise ihrer Energieerzeugung aus Kohle erzielen.

Divestment auch in Europa

In Norwegen beschloss das Parlament im Juni 2015, dass der staatliche Pensionsfonds nicht mehr in Kohle-Geschäften aktiv sein soll. Der Fonds ist in Deutschland an Eon und RWE beteiligt. Die sogenannte Divestment-Bewegung hat auch in Banken, die nur noch in ökologisch und ethisch tragbare Geschäfte investieren wollen, Einzug gehalten.


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