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Inflation in der Eurozone bleibt negativ


Zweiter Monat in Folge  

Inflation in der Eurozone bleibt negativ

31.03.2016, 13:13 Uhr | rtr, dpa-AFX

Inflation in der Eurozone bleibt negativ. Günstige Energie sorgt für eine negative Inflationsrate im Euro-Raum. Nahrungsmittel wurden aber leicht teurer. (Quelle: dpa)

Günstige Energie sorgt für eine negative Inflationsrate im Euro-Raum. Nahrungsmittel wurden aber leicht teurer. (Quelle: dpa)

Die Verbraucherpreise in der Eurozone sind im März den zweiten Monat in Folge gesunken. Hauptgrund war die weiterhin relativ günstige Energie. Die Inflationsrate lag bei minus 0,1 Prozent, nach minus 0,2 Prozent im Februar.

Das teilte das Europäische Statistikamt (Eurostat) auf Grundlage vorläufiger Zahlen mit. Den Währungshütern der Europäischen Zentralbank (EZB) bereitet diese anhaltende Entwicklung Sorgen. Denn die EZB strebt als Idealwert für die Wirtschaftsentwicklung eine Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent an.

Experten rechnen nicht damit, dass die Preise im Währungsraum schnell wieder anziehen. "Aus unserer Sicht wird es noch Jahre dauern, bis sich die Inflationsraten wieder annähernd normalisiert haben könnten", sagte Chefvolkswirt Jan Bottermann von der National-Bank. Der Preistrend werde voraussichtlich bis 2020 deutlich unterhalb der EZB-Zielmarke bleiben.

Maßnahmen der EZB greifen nicht

Die Währungshüter hatten erst vor wenigen Wochen mit einem umfassenden Maßnahmenpaket ihre Geldpolitik weiter gelockert. Der Leitzins für die Versorgung der Geschäftsbanken mit Zentralbankgeld wurde sogar erstmals auf 0,0 Prozent gesetzt.

Ihr vor allem in Deutschland umstrittenes Programm zum Kauf von Staatsanleihen, das die Konjunktur ankurbeln und für mehr Inflation sorgen soll, weiteten sie auf über 1,7 Billionen Euro aus. Ab April sollen nun pro Monat auf diese Weise 80 Milliarden Euro in den Finanzkreislauf gepumpt werden - bisher waren es 60 Milliarden.

Die Effekte in der Preisentwicklung sind bislang aber mager. Die hauseigenen Experten der EZB rechnen damit, dass die Verbraucherpreise in der 19-Länder-Gemeinschaft dieses Jahr nur um 0,1 Prozent steigen werden. Zum Vergleich: Noch im Dezember waren sie von 1,0 Prozent ausgegangen. Für 2017 erwarten sie jetzt nur noch eine Teuerung von 1,3 Prozent statt bisher 1,6 Prozent. Selbst 2018 dürfte die EZB mit 1,6 Prozent ihr Inflationsziel noch verfehlen.

Günstige Energie hält Preisentwicklung in Schach

Hinter dem jüngsten Rückgang der Lebenshaltungskosten steht vor allem der Ölpreis-Rutsch. Im März purzelten die Energiepreise um 8,7 Prozent, nachdem sie im Februar bereits um 8,1 Prozent gefallen waren.

Werden die schwankungsanfälligen Preise für Energie, unverarbeitete Lebensmittel, Alkohol und Tabak ausgeklammert, sieht das Bild etwas freundlicher aus: Diese so genannte Kerninflation nahm binnen Jahresfrist mit 0,9 Prozent sogar etwas stärker zu als im Februar, als das Plus bei 0,8 Prozent lag. Den kräftigsten Anstieg verzeichneten im März Dienstleistungen, die sich um 1,3 Prozent verteuerten. Mehr kosteten außerdem Nahrungs- und Genussmittel.

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