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Pimco: Fonds-Guru Gross kündigt per handgeschriebenem Zettel


"Selbstzerstörerisches Verhalten"  

Fonds-Guru Bill Gross kündigte bei Pimco per handgeschriebenem Zettel

05.04.2016, 17:08 Uhr | rtr, t-online.de

Pimco: Fonds-Guru Gross kündigt per handgeschriebenem Zettel. Fondsmanager Bill Gross - vor seinem Abgang bei Pimco im Jahre 2014. (Quelle: Reuters)

Fondsmanager Bill Gross - vor seinem Abgang bei Pimco im Jahre 2014. (Quelle: Reuters)

Der juristische Streit um den abrupten Abschied des ehemaligen Fonds-Gurus Bill Gross bei der Allianz-Tochter Pimco gewinnt an Schärfe. Der Milliardär fordert im Nachhinein 200 Millionen Dollar entgangener Gewinnbeteiligung, Pimco kontert mit einem Abschiedsbrief.

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Gross' ehemaliger Arbeitgeber hat beim California Superior Court in Santa Ana eingereicht einen Schriftsatz eingereicht, wonach man "gute Gründe" gehabt habe, sich 2014 von dem heute 71-Jährigen zu trennen. Firmen-Mitgründer Gross habe Kollegen beleidigt und den damaligen Vorstandschef von Pimco sabotiert, hieß es in dem Schreiben. 

Per handschriftlicher Notiz gekündigt

Pimco weist damit die Schadenersatzforderung von Gross zurück, der von dem Vermögensverwalter mehr als 200 Millionen Dollar fordert. Das Geld würde der Milliardär nach eigenen Angaben für wohltätige Zwecke spenden. Laut Pimco hatte Gross im Jahr 2013 rund 300 Millionen Dollar verdient.

Die Fondsgesellschaft präsentierte zudem einen handgeschriebenen Zettel, den Gross auf seinem Schreibtisch hinterlassen habe, als er sein Büro damals in einer September-Nacht 2014 zum letzten Mal verließ. Darauf stand: "An: CEO, Pimco: Mit diesem Schreiben bestätige ich meinen Rücktritt zum 26. September, 6.29 Uhr. William H Gross."

Das Papier sei dort erst am Morgen gefunden worden, nachdem ihn sein neuer Arbeitgeber Janus Capital schon als Neuzugang verkündet habe.

Gegen Management gearbeitet?

Pimco erklärte in dem beim Gericht eingereichten Schriftsatz, allein Gross' "selbstzerstörerisches Verhalten" hätte schon eine Kündigung gerechtfertigt. Zudem habe er sein Versprechen gebrochen, sich an die Entscheidungen des Managements zu halten, und versucht, Kollegen zu sabotieren, die er für illoyal gehalten habe. 

Schon einen Tag vor seinem Abschied habe er zudem selbst eingeräumt, dass er seinen Bonus verwirken würde, wenn er noch im September gehen würde.

Intrige von Pimco-Managern?

Gross hatte Pimco von einem Tag auf den anderen verlassen. Er hatte jahrelang den einst größten Anleihen-Fonds der Welt, Pimco Total Return, erfolgreich geführt. Investoren hatten dort aber massiv Geld abgezogen, nachdem er sich mehrfach mit US-Staatspapieren verspekuliert hatte.

Gross sieht sich als Opfer einer Intrige von Pimco-Managern, die ihm seinen Anteil an den Bonus-Zahlungen geneidet hätten. Seither arbeitet er als Fondsmanager für den kleinen Vermögensverwalter Janus Capital.

Seine Anwältin Patricia Glaser wiederholte die Vorwürfe gegen das Unternehmen: Den Führungskräften sei es nur darum gegangen, einen größeren Anteil vom Gewinn abzugreifen, der Gross nach seinem Vertrag zugestanden habe. Der Münchener Versicherer Allianz hatte Gross bei der Übernahme von Pimco einen festen Anteil vom Gewinn zugesichert.

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