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Forscher erwarten dieses Jahr 1,6 Prozent Wachstum


Frühjahrsgutachten  

Forscher erwarten dieses Jahr 1,6 Prozent Wachstum

14.04.2016, 16:21 Uhr | AFP , dpa , t-online.de

Forscher erwarten dieses Jahr 1,6 Prozent Wachstum. Sparen lohnt sich bei den niedrigen Zinsen nicht - die Menschen geben das Geld lieber aus. Der private Konsum lässt die Wirtschaft wachsen. (Quelle: imago images/Rolf Peters)

Sparen lohnt sich bei den niedrigen Zinsen nicht - die Menschen geben das Geld lieber aus. Der private Konsum lässt die Wirtschaft wachsen. (Quelle: Rolf Peters/imago images)

Das jüngste Gutachten der führenden Ökonomen bescheinigt Deutschland trotz aller Krisen eine robuste Verfassung. Im laufenden Jahr rechnen die Forscher mit einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,6 Prozent, wie aus dem Frühjahrsgutachten hervorgeht. Im Herbst hatten die Institute noch ein Wachstum von 1,8 Prozent vorhergesagt. Im kommenden Jahr soll das Bruttoinlandsprodukt dann um weitere 1,5 Prozent steigen. Anders als das Geldgewerbe sehen die Ökonomen die EZB auf dem richtigen Weg.

In ihrer Prognose rechnen die Experten bis ins kommende Jahr hinein sowohl in Deutschland als auch weltweit mit einem mäßigen Wachstumstempo. Risiken gingen vom Strukturwandel in China aus. 

Die große Zahl an Flüchtlingen werde hierzulande zwei Effekte haben: Sie treibe zum einen die öffentliche Konsumnachfrage an, werde aber auch die Arbeitslosigkeit im kommenden Jahr leicht steigen lassen.

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Welt-Konjunktur zieht an

Grund für die gegenüber Herbst etwas niedrigere Prognose sei die Tatsache, "dass sich die Weltwirtschaft Ende 2015 merklich abgekühlt" habe, sagte der Chefökonom des Münchner Ifo-Instituts, Timo Wollmershäuser. "Inzwischen mehren sich die Anzeichen, dass sich die internationale Konjunktur im ersten Halbjahr 2016 nicht weiter abschwächt", ergänzte der Konjunkturforscher Heiner Mikosch von der Technischen Hochschule Zürich. Für 2016 erwarten die Ökonomen ein weltweites Wachstum von 2,4 Prozent im Jahr 2016 und 2,8 Prozent im Jahr 2017.

Getragen wird der "moderate" Aufschwung hierzulande vor allem vom privaten Konsum, wie die Forscher betonten.

Die Zahl der Erwerbstätigen wird demnach weiter auf 43,5 Millionen zunehmen, Löhne und Renten werden spürbar steigen und die Inflation wird niedrig bleiben. Die Experten rechnen mit einer Teuerungsrate von 0,5 Prozent in diesem Jahr. 

Grund für die niedrige Inflation ist vor allem der niedrige Ölpreis, wie Oliver Holtemöller vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle sagte. Für eine Deflation - also einen sich selbst verstärkenden Prozess fallender Preise - gebe es keine Anzeichen.

Arbeitslosigkeit wird leicht steigen

Für den deutschen Arbeitsmarkt zeigen sich die Institute abermals zuversichtlich: So dürften in diesem Jahr rund 500.000 und im nächsten Jahr 390.000 Erwerbstätige hinzukommen. Wegen der Flüchtlinge, die dann verstärkt auf den Arbeitsmarkt kommen, werde aber Erwerbslosigkeit leicht steigen - von 2,74 Millionen (6,2 Prozent) in diesem auf 2,82 Millionen (6,4 Prozent) im nächsten Jahr.

Anders als deutsche Banken, Versicherer und Politiker, die die negative Folgen für Sparer und die Altersvorsorge beklagen, unterstützen die Institute die Niedrigzinspolitik der EZB. Dies gelte, solange die Kapazitäten in der Produktion der EU "nicht wieder normal ausgelastet sind", sagte Wollmershäuser. Es sei auch noch "keine Blase oder Überhitzung", etwa auf dem Immobilienmarkt festzustellen, von regionalen Ausnahmen abgesehen.

Steuersenkung vorgeschlagen

Die Forscher kritisieren allerdings, dass die Regierung ihre Prioritäten falsch setzt. Bislang stünden "konsumtive und verteilungspolitische Ausgaben" im Vordergrund - also zum Beispiel der Abbau von Schulden. Die Experten fordern stattdessen "wachstumsorientierte Maßnahmen", also mehr Investitionen in Bildung und eine geringere Steuerlast für Arbeitnehmer.

Die Ökonomen empfahlen der Bundesregierung in ihrer sogenannten Gemeinschaftsdiagnose, ihre Ausgaben mehr in Investitionen zu lenken als in den Konsum. Auch eine Senkung der Steuer- und Abgabenbelastung könnte die Wirtschaft stimulieren. Immerhin werde der Staat nach 21 Milliarden Euro Haushaltsüberschuss im vorigen Jahr noch 11 Milliarden in diesem und 10 Milliarden im kommenden Jahr übrig haben.

An dem Gutachten wirkten das Münchener Ifo-Institut, das Essener RWI, das DIW in Berlin sowie das IWH in Halle federführend mit. Es dient der Bundesregierung als Grundlage für ihre eigene Frühjahrsprognose.

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