Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > News > Eigene >

Hannover: 25.000 Menschen demonstrieren vor Obama-Besuch


Proteste gegen TTIP  

Zehntausende demonstrieren vor Obama-Besuch

23.04.2016, 15:26 Uhr | dpa

Hannover: 25.000 Menschen demonstrieren vor Obama-Besuch. Friedliche Demonstration: Tausende Menschen ziehen durch die Innenstadt von Hannover. (Quelle: Reuters)

Friedliche Demonstration: Tausende Menschen ziehen durch die Innenstadt von Hannover. (Quelle: Reuters)

Einen Tag vor dem Besuch des US-Präsidenten Barack Obama haben mindestens 35.000 Menschen in Hannover gegen TTIP demonstriert. Kanzlerin Angela Merkel verteidigte derweil das transatlantische Freihandelsabkommen.

Nach einer Auftaktkundgebung bewegte sich der Protestzug nach Polizeiangaben am Samstag friedlich durch die Innenstadt von Hannover. Umweltschutz-, Verbraucherschutz- und Dritte-Welt-Organisationen sehen durch das Abkommen ökologische und soziale Standards in Gefahr.

Mit TTIP wollen die EU und die USA die größte Freihandelszone der Welt mit rund 800 Millionen Menschen schaffen. Obama wird am Sonntag mit Merkel zur Eröffnung der Hannover Messe mit dem diesjährigen Partnerland USA erwartet.

Merkel: "Wir definieren weltweite Standards"

Merkel widerspricht den TTIP-Kritikern. Sie sieht in dem Abkommen mit den USA eine große Chance für die EU, "auch Standards weltweit zu definieren". Das sagte die Kanzlerin in ihrem Internet-Podcast. "Wir gehen nicht hinter unsere Standards zurück, sondern wir sichern das, was im Umweltbereich, im Verbraucherschutzbereich heute in Europa gilt."

Vorwürfe mangelnder Transparenz bei den TTIP-Verhandlungen, wie sie die Demonstranten in Hannover erhoben, wies Merkel zurück: Zwar könne nicht alles für jedermann zugänglich sein, wenn man seine Verhandlungsposition halten wolle. "Aber wir wollen schon, dass die Menschen nicht den Eindruck haben, wir würden hier irgendetwas verschweigen oder wir würden irgendwelche Normen zur Disposition stellen. Das Gegenteil ist der Fall", versicherte sie.

Grünen-Politiker hoffen auf ein Scheitern von TTIP

Der Grünen-Politiker Jürgen Trittin geht davon aus, dass Merkel und Obama in Hannover wesentliche Aspekte des Freihandelsabkommens festzurren. Zu den Protesten in Hannover sagte Trittin: "Hier demonstrieren gute Transatlantiker - wir sind nicht gegen ein faires Abkommen zwischen Europa und den USA." Man sei aber gegen Vereinbarungen, die Konzernen Sonderrechte einräumten, sagte der frühere Umweltminister am Rande der Demonstrationen.

Der Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter, der sich ebenfalls unter den Demonstranten in Hannover befand, äußerte sich zurückhaltend. "Ich erwarte, dass bei dem Treffen von Merkel und Obama nicht viel herumkommen wird. Wir sind guter Dinge, dass TTIP in seiner jetzigen Form nicht zustandekommen wird." Der Linken-Bundestagsabgeordnete Diether Dehm zeigte sich ebenso skeptisch: "Das wird das große Festival der Sprechblasen-Facharbeiter. Die Chancen für TTIP sind heute 50:50 - vor einem Jahr waren sie noch 60:40."

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Mäntel-Highlights und schöne Jacken shoppen
bei MADELEINE
myToysbonprix.deOTTOhappy-size.detchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal