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Deutsche Bank: Freispruch für Jürgen Fitschen

Prozess gegen Manager  

Fitschen in München freigesprochen

25.04.2016, 19:35 Uhr | dpa, t-online.de

Deutsche Bank: Freispruch für Jürgen Fitschen. Deutsche-Bank-Manager Fitschen ist freigesprochen worden. (Quelle: dpa)

Deutsche-Bank-Manager Fitschen ist freigesprochen worden. (Quelle: dpa)

Ein Jahr nach Prozessbeginn ist das Urteil im Strafverfahren gegen den Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, und vier ehemalige Manager des Frankfurter Instituts gefallen. Alle Angeklagten wurden wie zuvor erwartet freigesprochen.

"Die Tatvorwüfe haben sich nicht bestätigt", sagte der Vorsitzende Richter Peter Noll in der Urteilsbegründung. Für Fitschen ist der Freispruch wenige Wochen vor seinem Abschied von der Spitze der Deutschen Bank ein letzter Triumph. Die Staatsanwaltschaft will nun prüfen, ob sie Revision einlegt.

Die Staatsanwaltschaft folge einem "unzutreffenden, von Unterstellungen und Spekulationen geleiteten Bild", sagte der mitangeklagte Ex-Chef der Bank, Josef Ackermann, vor dem Landgericht München.

Ackermann äußerte sich als einziger Angeklagter ausführlicher in seinem Schlusswort vor der Urteilsverkündung. Fitschen und die übrigen Angeklagten sagten lediglich, sie schlössen sich den Worten ihrer Verteidiger an. Diese hatten bereits vor einer Woche auf Freisprüche plädiert.

Die Staatsanwaltschaft hielt die Manager für schuldig und hatte für Ackermann und Breuer mehrjährige Gefängnisstrafen gefordert, für Fitschen eine Bewährungsstrafe und eine Geldbuße. Sie ging davon aus, dass die Männer sich abgesprochen hatten, um vor fünf Jahren vor dem Oberlandesgericht München falsch auszusagen. Damit wollten sie aus Sicht der Staatsanwaltschaft die Deutsche Bank vor Schadenersatz-Zahlungen für die Pleite des Medienkonzerns Kirch bewahren. Alle fünf hatten dies zurückgewiesen. Noll hatte aber bereits mehrfach durchblicken lassen, dass ihn die Anklage nicht überzeugt.

Wochenlange Beweisaufnahme

Auf den letzten Metern des Prozesses, dessen Beweisaufnahme allein 30 Tage dauerte, hatte die Staatsanwaltschaft noch eine Beschwerde beim Oberlandesgericht München eingelegt. Dadurch kam es in der vergangenen Woche noch nicht zu dem erwarteten Urteil. Vor wenigen Tagen wies das Gericht die Beschwerde aber als unbegründet ab und machte damit den Weg für den Abschluss des Verfahrens frei.

Der 2011 gestorbene Medienunternehmer Leo Kirch hatte Breuer und die Deutsche Bank zeitlebens für den Zusammenbruch seines Konzerns verantwortlich gemacht, weil dieser sich Anfang 2002 in einem Fernsehinterview kritisch über die Kreditwürdigkeit der Kirch-Gruppe geäußert hatte. Noll zeigte sich allerdings überzeugt, dass Breuer Kirch nicht absichtlich habe schädigen wollen mit dem Interview. Die Frage in dem Interview sei nicht abgesprochen gewesen, Breuer habe vielmehr spontan reagiert. "Das war eher ein Herumeiern als eine gezielte Vernichtung des Kreditkunden Kirch", sagte der Vorsitzende. 

Wenige Wochen nach dem Interview hatte Kirch Insolvenz angemeldet. Es folgte eine Welle von Prozessen. Anfang 2014 einigte sich die Bank dann mit den Kirch-Erben auf einen Vergleich und zahlte 925 Millionen Euro. 

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