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Saudi-Arabien stellt Billionen-Reformplan auf die Beine

Mit "Vision 2030" weg vom Öl  

Saudi-Arabien stellt Billionen-Reformplan auf die Beine

25.04.2016, 19:57 Uhr | dpa-AFX , rtr , AFP

Saudi-Arabien stellt Billionen-Reformplan auf die Beine. Saudi-Arabiens König Salman bin Abdul-Aziz Al Saud (links) im Gespräch mit seinem Sohn Mohammed, der als Konstrukteur der Reform-Pläne "Vision 2030" gilt. (Quelle: AP/dpa)

Saudi-Arabiens König Salman bin Abdul-Aziz Al Saud (links) im Gespräch mit seinem Sohn Mohammed, der als Konstrukteur der Reform-Pläne "Vision 2030" gilt. (Quelle: AP/dpa)

Der Wüsten- und Öl-Staat Saudi-Arabien leidet unter den niedrigen Ölpreisen. Als Reaktion will sich das Land in den nächsten Jahren zunehmend unabhängig von seinen Öl-Einnahmen machen und dazu den weltweit größten staatlichen Investitionsfonds auflegen. 

Das saudische Kabinett stimmte am Montag der "Vision 2030" zu, die Eckpfeiler für die wirtschaftliche Entwicklung des konservativen Königreichs festlegt, wie die staatliche Nachrichtenagentur SPA berichtete. Saudi-Arabien könne schon 2020 ohne Öl Leben, sagte Vize-Kronprinz Mohammed bin Salman dem Nachrichtensender Al-Arabija.

Nicht erst seit dem Ölpreisverfall ab 2014, der tiefe Löcher in den Staatshaushalt reißt, stehe Saudi-Arabien unter Druck, eine Zukunft zu entwerfen, in der das Land dem Geschäft mit dem Schwarzen Gold nicht mehr ausgeliefert ist.

Teilprivatisierung von Aramco geplant

Verschiedenen Medienberichten zufolge plant Saudi-Arabien unter anderem, voraussichtlich Anfang nächsten Jahres bis zu fünf Prozent der Anteile des staatlichen Öl- und Chemie-Konzerns Aramco zu verkaufen - hauptsächlich über die saudische Börse.

Selbst wenn nur ein Prozent der Anteile des weltgrößten Ölproduzenten angeboten würden, wäre Aramco das größte Aktienmarkt-Debüt aller Zeiten, sagte Prinz Mohammed. Der für die Wirtschaftspolitik zuständige 31-Jährige, dessen Vater vor 15 Monaten König wurde, steht an der Spitze des mächtigen saudischen Rates für Wirtschaft und Entwicklung. Er gilt als Chef-Architekt der Reformpläne.

Riesiger Staatsfonds geplant

Aramco überragt die Konkurrenz bei weitem. Das Unternehmen verfügt über Rohöl-Reserven von 265 Milliarden Barrel - das sind mehr als 15 Prozent der globalen Vorkommen. Seine Tagesproduktion von über zehn Millionen Barrel entspricht der dreifachen Fördermenge der weltweit größten börsennotierten Ölgesellschaft Exxon Mobil.

Ein großer Teil der Erlöse aus dem Börsengang sollen in einen staatlichen Investitionsfonds fließen, der zusammen mit Finanzreserven in Höhe von 600 Milliarden Dollar dann mit einer Größe von zwei Billionen US-Dollar (fast 1,8 Billionen Euro) der mit Abstand größte seiner Art wäre. Dieser werde zehn Prozent der weltweiten Investitionskraft besitzen, sagte bin Salman.

Einnahmen rauf - Arbeitslosenquote runter

Bereits früher angekündigt wurden Pläne, die ausufernden Staatsausgaben zu zügeln, durch die Einführung einer Mehrwertsteuer und Privatisierungen neue Einnahmequellen zu erschließen sowie den Bildungssektor zu reformieren. Der Anteil des Privatsektors an der Wirtschaftsleistung soll von 40 auf 60 Prozent gesteigert werden, die Arbeitslosenquote von derzeit elf auf 7,6 Prozent sinken. 

Details dazu wurden von Prinz Mohammed nicht präsentiert. Ebenso blieb unklar, ob es Änderungen im politischen System der absoluten Monarchie geben soll. Angekündigt wurden auch erhebliche soziale Änderungen in dem sehr konservativ geprägten muslimischen Land. So soll der Anteil der Frauen im Arbeitsleben von derzeit 22 auf 30 Prozent steigen.

Saudi-Arabiens Haushalt und Wirtschaft sind bisher weitgehend vom Öl abhängig. Das Land leidet deswegen unter dem weltweiten Ölpreisverfall. Für 2015 verzeichnete das Königreich ein Rekord-Defizit von 98 Milliarden Dollar (87 Milliarden Euro).

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