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500-Euro-Schein: Das Ende scheint besiegelt zu sein


EZB-Entscheidung im Mai  

Ende des 500-Euro-Scheins scheint besiegelt

28.04.2016, 06:59 Uhr | dpa

500-Euro-Schein: Das Ende scheint besiegelt zu sein. Der 500er hat wohl bald ausgedient.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der 500er hat wohl bald ausgedient. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Das Ende des 500-Euro-Scheins scheint besiegelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) will die ungeliebte Banknote abschaffen, um Kriminellen das Leben schwerer zu machen. 

Bei der Sitzung am 4. Mai stehe die Zukunft der größten Euro-Banknote auf der Agenda des EZB-Rates, sagte ein Sprecher der Notenbank.

Austauschprozess noch ungeklärt 

In dem Gremium, dem neben den sechs Mitgliedern des Direktoriums die Notenbankchefs der 19 Euro-Länder angehören, stehen demnach mehrere Szenarien zur Wahl. Alle sähen vor, dass der 500er zeitlich unbegrenzt bei der Zentralbank umgetauscht werden könne. Die Vorschläge unterschieden sich darin, wie schnell der Austauschprozess organisiert wird.

Zu klären wäre zum Beispiel, wie lange der 500er noch produziert und ausgegeben wird. Zum letzten Mal wurde einer EZB-Übersicht zufolge die größte Euro-Banknote im Jahr 2014 gedruckt. Offen ist auch, wie lange der Schein noch gesetzliches Zahlungsmittel wäre. Laut einem Bericht des "Handelsblatts" soll der 500er seinen Status als gesetzliches Zahlungsmittel zunächst behalten. Geschäfte müssen ihn also erst einmal weiter akzeptieren.

Neue kleinere Scheine erforderlich   

Wenn die größte der insgesamt sieben Euro-Banknoten nicht mehr zur Verfügung stünde, müssten die bislang kursierenden 600 Millionen 500er-Scheine schrittweise durch andere Noten mit kleinerem Nennwert ersetzt werden. Dafür müssten neue Scheine gedruckt werden.

Die Produktion einer Banknote kostet im Schnitt acht bis neun Cent. Im günstigsten Fall würden dafür mehr als 500 Millionen Euro einkalkuliert, hatte die "FAZ" jüngst berichtet. Zuständig für die Herstellung sind die nationalen Notenbanken. 

Häufig für "kriminelle Zwecke" genutzt  

EZB-Präsident Mario Draghi hatte darauf hingewiesen, dass der 500er für kriminelle Zwecke genutzt werde: "Der 500-Euro-Schein ist ein Instrument für illegale Aktivitäten." Die EU-Finanzminister hatten bei einem Treffen in Februar deutlich gemacht, dass sie von der EZB "angemessene Maßnahmen" mit Blick auf den 500-Euro-Schein erwarten.

Ob mit einer Abschaffung der Banknote kriminelle Machenschaften eingedämmt werden können, ist allerdings umstritten. So argumentierte beispielsweise Schattenwirtschafts-Experte Friedrich Schneider von der Universität Linz, Geldwäsche laufe längst weit überwiegend bargeldlos über Scheinfirmen. 

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