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Nachhaltige Investments: Holz bietet hohe Renditen und Risiken


Nachhaltige Investments  

Holz statt Sparbuch oder Aktien?

30.05.2016, 12:42 Uhr | Von Stephan Witt für t-online.de

Nachhaltige Investments: Holz bietet hohe Renditen und Risiken. Nachhaltige Investments: Teakholz-Plantage in Übersee. (Quelle: dpa)

Nachhaltige Investments: Teakholz-Plantage in Übersee. (Quelle: dpa)

Wer in Zeiten von extremen Niedrigzinsen noch attraktive Renditen sucht, kann sich Holz- oder Wald-Investments als Alternative einmal genauer ansehen. Einer der Vorteile dieser der breiten Anlegerschar noch recht unbekannten Sparform ist, dass sie als recht krisensicher gilt. Wir beleuchten Chancen und Risiken dieser naturnahen, nachhaltigen Geldanlage.

Bäume wachsen auch in Zeiten von Konjunkturflauten oder anderer Marktschwächen. Sie vermehren ihren Wert stetig, durch die vermehrte Anpflanzung von Bäumen tut der Investor zusätzlich etwas für die Umwelt - Stichwort Nachhaltigkeit. Gerade in Zeiten des Klimawandel ist das ein wichtiger Faktor, der viele Investoren interessieren dürfte. 

In Bäume investieren - in 20 Jahren ernten

Dabei sieht das Investment meist wie folgt aus: Der Kunde schließt Investments mit dem anbietenden Unternehmen ab, bei dem es zunächst um die Neupflanzung auf Baum-Plantagen geht. Nach einer festgelegten Dauer - meist etwa 20 Jahre - werden die Bäume verkauft und der Kunde partizipiert mit satten, teils zweistelligen Jahres-Renditen vom Verkaufserlös.

In der Theorie klingt das sehr lohnend. Vergleichsweise günstige Jungbäume werden gepflanzt und später als teures Edelholz (wie zum Beispiel Teak-Holz) verkauft. Eine gute Zukunftsperspektive ist dabei durchaus vorhanden, da das gewachsene Holz dann als Baustoff dient. Auch die Papierindustrie hat in den letzten Jahren eine steigende Nachfrage nach Holz signalisiert. 

Gute Renditen bei erhöhten Risiken

Wer sich für eine Holzanlage entscheidet, sollte das nicht allein wegen ökologischer Aspekte oder wegen einer attraktiven Rendite tun. Wie bei allen Geldanlagen ist zu beachten: Je höher die erwartete Rendite, desto größer die möglichen Risiken. 

Bei vielen Edelholz-Angeboten handelt es sich um geschlossene Investmentfonds, die vergleichsweise hohe Renditen in Aussicht stellen. Der Anleger muss allerdings lange Laufzeiten in Kauf nehmen, in denen er nur eingeschränkt über sein Kapital verfügen kann. Zeiträume von 20 bis 25 Jahren sind dabei keine Seltenheit. Nur selten ist ein vorzeitiger Ausstieg möglich. Die erhöhte Rendite wird also durch mangelnde Verfügbarkeit (und höheren Risiken) erkauft.

Zur Abrundung eines Anlagedepots

Es ist deshalb ratsam, für ein Holz-Investment nur langfristig nicht benötigtes Kapital einzusetzen. Der Anteil von Holz im Anlage-Portfolio sollte zur Diversifikation dienen und dabei einen Anteil von etwa zehn Prozent ausmachen. Ganz grundsätzlich sollte das Depot nicht zu abhängig von einer Anlageart oder einem Rohstoff sein.

Wie bei anderen, hoch rentierenden Anlageformen auch muss der Anleger im schlimmsten Fall sogar mit einem Totalverlust rechnen. Schließlich gibt es mehrere Risiken für das Naturprodukt Holz, wie beispielsweise Wetter, Brände oder Ungeziefer-Befall. Holz wird wie andere Rohstoffe auch am Terminmarkt gehandelt und unterliegt dort Preisschwankungen.

Auf Transparenz achten

Politische Unwägbarkeiten in Dritte-Welt-Ländern sind ebenfalls nicht zu vernachlässigen. Manchmal ist dann ein Teil oder gar das ganze angepflanzte Holz unwiederbringlich verloren - genauso wie das darin investierte Geld.

Die Anbaugebiete der Bäume liegen häufig in Mittel- und Südamerika, einem Kontinent, auf dem im Geschäftsleben Korruption nach wie vor verbreitet ist. Transparenz ist dort oft ein Fremdwort beziehungsweise herrscht lediglich auf dem Papier. Apropos: Das Kleingedruckte in den Langzeitverträgen sollten Sie nicht vernachlässigen. 

Mittlerweile können sich Anleger auch an deutschen Wäldern beteiligen. Das hat den Vorteil, dass man für eine Besichtigung der Baumbestände vor Ort nicht um die halbe Welt reisen muss.

Holz-Aktien und -Zertifikate kürzerfristig verfügbar

Als Alternative zu geschlossenen Fonds gibt es auch die Möglichkeit des Investments in Aktien von Holz-Firmen oder Holz-Zertifikate. Diese unterliegen den üblichen Schwankungen (Kursrisiko, Währungsrisiko), sind aber als Rohstoff-Investments recht anfällig für individuelle Risiken. Im Gegenzug bieten auch Derivate vergleichsweise attraktive Renditechancen, 

Im Vergleich zu Fonds können Holz-Aktien oder -Zertifikate mit besseren Verfügbarkeiten aufwarten, da die meisten "grünen" Wertpapiere an der Börse kurzfristig verkauft werden können. Aufgrund der erhöhten Risiken (auch Totalverlust) sind Direktinvestments in Aktien oder Zertifikate jedoch eher für erfahrene Anleger, die sich in dieser Branche auskennen, geeignet. 

Anleger-Informationen beachten

Besser ist es, das Vermögen auf mehrere Unternehmen aufzuteilen. Andernfalls hängt der Erfolg zu stark von einem Anbieter ab - Klumpenrisiko droht. Bei Zertifikaten gilt es zudem genau auf die Bedingungen zu achten. Häufig gibt es bestimmte Barrieren, die der zugrundeliegende Basiswert durchbrechen muss, damit überhaupt erst ausgeschüttet werden kann.

Aber auch andere Verknüpfungen sind durchaus denkbar, sodass der Anleger sich die Anleger-Informationen genau durchlesen sollte. Vor Abschluss von Holz-Investments empfiehlt sich zudem der Besuch eines Vermögensberaters, der die Bedingungen prüft. Eine Internet-Recherche zu Bewertungen von anderen Anlegern sollte ebenfalls zum Standard gehören.

Eine Alternative für risikoscheuere Anleger wäre ein offener Holz-Fonds. Durch die breite Streuung in verschiedene Holz-Firmen werden die Risiken gemindert - aber auch die Verzinsung des eingesetzten Kapitals. Die Anteile können meist kurzfristig über die Börse veräußert werden, sollte sich etwas im Marktumfeld verändert haben.

Nachhaltigkeit im Vordergrund

Auch zum Vermögensaufbau eignen sich Holz-Fonds. Denkbar ist dabei ein Sparplan mit monatlicher Rate, so dass man auch mit vergleichsweise wenig Geld über die Zeit ein kleines Vermögen in Holz aufbauen kann. 

Holz-Anlagen eignen sich generell für Sparer, die sich in nachhaltigen, ökologischen Investments engagieren möchten, langfristig gute Renditen erwarten und dafür auch erhöhte Risiken in Kauf nehmen können. Bei allen Holzanlagen gilt: Sollten die Preise am Weltmarkt für Holz sinken, verlieren auch die Investments an Wert. Holz sollte deshalb vor allem als Diversifizierung für das eigene Depot dienen. 

Stephan Witt, FiNUM Private Finance AG

Der Autor, Stephan Witt, ist Kapitalmarktstratege bei der FiNUM Private Finance AG in Berlin.

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