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Daimler-Chef Zetsche offen für Zusammenarbeit mit Uber


"35 Milliarden Dollar sind zu viel"  

Fahrdienst Uber ist Daimler zu teuer

09.06.2016, 09:57 Uhr | dpa

Daimler-Chef Zetsche offen für Zusammenarbeit mit Uber. Mercedes-Stern (Quelle: dpa)

Mercedes-Stern (Quelle: dpa)

Daimler-Chef Dieter Zetsche kann sich eine Kooperation mit Uber vorstellen - mehr aber auch nicht. Eine Beteiligung an dem umstrittenen Fahrdienst-Vermittler ist Zetsche zu teuer. Auch andere Autokonzerne suchen die Zusammenarbeit mit Fahrdiensten und Technologie-Unternehmen. 

"Wir können potenziell in manchen Bereichen kooperieren und in anderen Konkurrenten sein", sagte Zetsche auf der Internet-Konferenz Axel Springer Noah Berlin. Zugleich schränkte er ein, dass es nichts Konkretes anzukündigen gebe.

Ein Einstieg bei dem zuletzt mit mehr als 60 Milliarden Dollar bewerteten Unternehmen komme allerdings nicht infrage, betonte Zetsche. "Wir streben einen kontrollierenden Einfluss an und müssten dafür vielleicht 35 Milliarden Dollar lockermachen." Daimler sei zwar profitabel - aber das wäre zuviel. Deswegen habe der Konzern schon vor Jahren in den Uber-Konkurrenten Blacklane investiert. Ubers Mitgründer und Chef Travis Kalanick, der zusammen mit Zetsche auftrat, konterte, dass er eine kontrollierende Rolle von Daimler auch nicht begrüßen würde - "aber bei den 35 Milliarden Dollar bin ich dabei". 

Verhältnisse nicht konservieren

Die deutsche Taxi-Branche, Hauptabnehmer für die Daimler-Marke Mercedes-Benz, wirft Uber unfairen Wettbewerb vor. Zugleich konkurriert Daimlers App MyTaxi scharf mit Taxiruf-Zentralen. Zetsche machte aber deutlich, dass er nicht viel von Versuchen halte, bisherige Verhältnisse zu konservieren. "Ich bin überzeugt, wenn etwas Vorteile bietet, wird es sich durchsetzen." Besser, man sei "Teil und Speerspitze der Veränderung". Zugleich müsse es gleiche Rahmenbedingungen für alle geben.

In Deutschland hat Uber nach Gerichtsurteilen mehrere seiner Dienste weitgehend eingestellt. Aktuell werden nur Taxis in Berlin vermittelt sowie in München auch Mietwagen mit Fahrer im Dienst UberX.

Trend zu geteilter Mobilität

Autokonzerne setzen derzeit verstärkt auf Partnerschaften mit Fahrdiensten und Technologie-Unternehmen. Die jüngeren Generationen wollen Autos häufig nur noch nutzen, ohne sie zu besitzen. Zudem dürften mit der künftigen Ausbreitung selbstfahrender Autos insgesamt weniger Wagen benötigt werden.

So stieg Volkswagen jüngst mit 300 Millionen Dollar beim Uber-Konkurrenten Gett ein. Toyota beteiligte sich erst vor wenigen Wochen an Uber. Die Höhe der Investition wurde nicht bekannt. Dem Vernehmen nach soll es aber nur um einen kleinen Anteil gehen und die Partnerschaft sich aktuell auf das Angebot von Toyotas für Uber-Fahrer beschränken.

Uber will keinen Autobauer kaufen

Der Uber-Chef erklärte seinerseits, er habe kein Interesse daran, einen Autobauer zu kaufen - auch wenn Uber angesichts der aktuellen Bewertung nach einem Börsengang potenziell genug Akquisitionswährung dafür haben dürfte. "Unsere Sache ist es nicht, Autos zu bauen, sondern mit den Jungs zu kooperieren, die das machen." Einen Börsengang von Uber wolle er weiterhin hinauszögern. Er könne irgendwann in einem Zeitraum "von einem bis zehn Jahren" kommen.

Unterdessen will Fiat Chrysler laut einem Medienbericht bei der Entwicklung selbstfahrender Autos neben Google auch mit Uber zusammenarbeiten. Es liefen erste Gespräche, eine Kooperation könne bis Jahresende bekanntgegeben werden, schrieb der Finanzdienst Bloomberg unter Berufung auf Insider. Uber spreche auch mit anderen Autoherstellern, hieß es.

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