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Datenlöschung im Abgas-Skandal: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen VW-Juristen


Vertuschung im Abgas-Skandal  

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen VW-Juristen

09.06.2016, 11:20 Uhr | rtr

Datenlöschung im Abgas-Skandal: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen VW-Juristen. Offenbar sind im VW-Dieselskandal Dokumente und Dateien gezielt beseitigt worden. (Quelle: dpa)

Offenbar sind im VW-Dieselskandal Dokumente und Dateien gezielt beseitigt worden. (Quelle: dpa)

Im VW-Abgas-Skandal ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig jetzt gegen einen Juristen von Volkswagen wegen des Löschens von wichtigen Daten.

"Es gibt ein Verfahren gegen einen Mitarbeiter von VW, der im August 2015 verklausuliert Hinweise darauf gegeben haben soll, dass Mitarbeiter die Daten, was die Dieselproblematik angeht, löschen oder zumindest entfernen sollen", erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Klaus Ziehe.

Verdacht der versuchten Strafvereitelung

Er bestätigte damit einen Bericht von NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung". Wie sich aus den Ermittlungen ergebe, sei diese Aufforderung teilweise befolgt worden. Es gebe daher einen Anfangsverdacht der versuchten Strafvereitelung und der Urkundenunterdrückung.

Nach dem Bericht der genannten Medien handelt es sich bei dem Beschuldigten um einen hochrangigen VW-Juristen, der mit Rechtsfragen der Produktsicherheit in den USA befasst war. 

Anweisung galt eine Woche

Die Aufforderung, Akten zu beseitigen, soll etwa eine Woche gegolten haben. Dann sei von der VW-Rechtsabteilung des Unternehmens ein "litigation hold" verschickt worden, eine Aufforderung nach US-Recht, Daten für einen eventuellen Prozess zu sichern. Anfang September wurden die US-Behörden dann über den Betrug informiert. Ein Konzernsprecher sagte, man äußere sich nicht zu laufenden Ermittlungen.

Daten auf Speichersticks ausgelagert

Der Staatsanwaltschaft zufolge soll der jetzt Beschuldigte die Datenlöschung im August 2015 veranlasst haben, also kurz vor Bekanntwerden der Manipulation von Dieselabgaswerten in den USA.

Daten wurden nach den bisherigen Ermittlungsergebnissen zum Teil auf Speichersticks ausgelagert, wie Ziehe weiter erklärte. Die Sticks seien inzwischen mindestens zum Teil wieder zurückgegeben worden. "Wir gehen bislang von keinem größeren Datenverlust aus, der die Ermittlungen maßgeblich behindern oder verzögern könnte", ergänzte er. Deswegen werde auch nur wegen versuchter Strafvereitelung ermittelt.

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