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Staatsanleihen: Rendite fällt erstmals unter null Prozent


Minusrendite bei 10-jährigen Bundesanleihen  

Anleger leihen dem Bund ihr Geld umsonst

15.06.2016, 11:00 Uhr | dpa, rtr

Staatsanleihen: Rendite fällt erstmals unter null Prozent. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen sinkt unter Null. (Quelle: dpa)

Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen sinkt unter Null. (Quelle: dpa)

Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik ist die Rendite der 10-jährigen deutschen Staatsanleihen unter null Prozent gefallen. Damit leihen Anleger dem Bund ihr Geld umsonst. 

Am Morgen waren die Papiere bei Anlegern stark gefragt und der Zinssatz fiel auf minus 0,004 Prozent. Damit werden mittlerweile alle Bundesanleihen bis zu einer Laufzeit von zehn Jahren am Markt mit einer negativen Rendite gehandelt.

Das Anleihen-Barometer Bund-Future zog gleichzeitig um deutliche 0,5 Prozent auf 165,57 Euro an. Denn die fallende Rendite ist auf steigende Anleihen-Kurse zurück zu führen.

Nervöse Stimmung an den Finanzmärkten

Händler erklärten die starke Nachfrage nach Bundesanleihen mit einer nervösen Stimmung an den Finanzmärkten vor der Abstimmung über einen EU-Austritt Großbritanniens in der kommenden Woche. Die Furcht vor einem Brexit treibt Anleger schon seit Tagen verstärkt in sichere Anlagehäfen wie zum Beispiel deutsche Staatsanleihen. Zuletzt hatten Umfrageergebnisse ein Kopf-an-Kopf-Rennen signalisiert und mehrfach deutliche Kursbewegungen an den Märkten ausgelöst.

Bundeswertpapiere trotz Minusrendite gut handelbar

Die Deutsche Finanzagentur sieht ungeachtet der negativen Rendite keine Marktstörungen. "Die Handelbarkeit von Bundeswertpapieren ist nach wie vor sehr hoch", sagte ein Sprecher der für das Schuldenmanagement des Bundes zuständigen Agentur. "Die Strategie des Bundes ist langfristig ausgerichtet, daher spielt das aktuelle absolute Renditenniveau nur eine untergeordnete Rolle."

Wichtigstes Instrument zur Finanzierung des Schuldenbergs

Die zehnjährige Bundesanleihe ist das mit Abstand wichtigste Instrument zur Finanzierung des Schuldenberges des Bundes. Dieser hatte zum Ende des ersten Quartals eine Höhe von 1,08 Billionen Euro. Knapp die Hälfte der Schulden besteht aus zehnjährigen Bundesanleihen. Daneben begibt die Bundesregierung auch Anleihen mit einer Laufzeiten zwischen wenigen Monaten und 30 Jahren. Insgesamt bestehen fast 98 Prozent der Schulden des Bundes und seiner Nebenhaushalte aus börsenfähigen Wertpapieren.

Belastung für das Anlagevermögen

Negative Renditen verhageln vielen Banken die Bilanz. Sie sind nicht nur eine Belastung für das Anlagevermögen. Wegen der geringeren Handelsumsätze verdienen die Institute auch weniger Provisionen. Für Privatanleger am auffälligsten sind die fallenden Garantiezinsen auf Lebens- und Rentenversicherungen. Weil die Finanzkonzerne mit Anleihen kein Geld mehr verdienen, haben sie Schwierigkeiten, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.

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Wo der Negativzins bereits Alltag ist

Bei Titeln mit kürzeren Laufzeiten ist der Negativzins bereits Alltag: Die Investition in zweijährige Papiere ist seit Mitte 2014 durchgängig ein Verlustgeschäft. Die Bundesrepublik ist das zweite Land aus der Riege der sieben führenden Industrienationen (G7), dessen zehnjährige Titel unter null Prozent rentieren. Die vergleichbaren japanischen Papiere notieren seit Anfang März in negativem Terrain.

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