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US-Notenbank Fed: wohl keine Erhöhung des Leitzins

Keine Leitzinserhöhung in Sicht  

Die Bank, die sich nicht traut

15.06.2016, 07:40 Uhr | dpa

US-Notenbank Fed: wohl keine Erhöhung des Leitzins. Fed-Präsidentin Janet Yellen wird den Leitzins wohl erneut nicht anheben. (Quelle: Reuters)

Fed-Präsidentin Janet Yellen wird den Leitzins wohl erneut nicht anheben. (Quelle: Reuters)

Die US-Notenbak Fed wird am Mittwochabend ihre Entscheidung zur Geldpolitik bekannt geben. Fast niemand rechnet jedoch damit, dass die Fed den Leitzins erhöhen wird. Der mögliche Brexit und der Anfang Juni veröffentlichte Arbeitsmarktbericht lassen die Notenbanker in den USA zögern.

Immer mehr Beobachter zweifeln, ob die Notenbank in diesem Jahr überhaupt noch einmal handelt. Dabei sah es noch bis Ende Mai ganz anders aus. Aussagen von Fed-Präsidentin Janet Yellen und anderer Notenbank-Vertreter hatten die Erwartungen für eine Leitzinsanhebung im Sommer geschürt. Die Stimmung drehte jedoch abrupt, denn der jüngste Arbeitsmarktbericht enttäuschte auf ganzer Linie. Auch Yellen äußerte sich daraufhin deutlich zurückhaltender mit Blick auf eine baldige weitere Leitzinsanhebung.

Gewichtigstes Argument gegen einen Zinsschritt im Juni dürfte aber die Unsicherheit bezüglich eines Austrittes Großbritanniens aus der EU sein. Ein Brexit könnte laut Internationalem Währungsfonds massive Auswirkungen auf die Weltwirtschaft nach sich ziehen. Die Briten entscheiden am 23. Juni über ihren Verbleib in der EU.

An den Börsen herrscht seit Tagen Nervosität, nachdem Umfragen einen EU-Ausstieg der Briten immer realistischer erscheinen lassen. Auch Yellen verwies zuletzt auf die Unsicherheiten, die unter anderem vom Referendum ausgingen. Für den weiteren Jahresverlauf könnte auch die im November anstehenden Präsidentschaftswahlen eine baldige Anhebung verhindern.

Glaubwürdigkeit hat gelitten

"Die Glaubwürdigkeit der Fed hat ein Stück weit gelitten", findet Martin Lück, Chefstratege beim Vermögensverwalter Blackrock in Deutschland. Schließlich habe sie es nicht gewagt, trotz verbesserter Wirtschaftslage einen weiteren Zinsschritt nach oben zu machen. "Daher ist die Fed unter großem Druck." Angesichts der Globalisierung der Finanzmärkte muss die Fed jedoch immer mehr auch Entwicklungen in Europa und Asien berücksichtigen. "Dies macht die Geldpolitik für die Fed immer komplexer."

Die zögerliche Haltung der US-Notenbank kritisiert auch Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer: "Schließlich gibt es in jedem Jahr einen Monat mit einem schlechten Arbeitsmarktbericht." An dem aus seiner Sicht guten Zustand der amerikanischen Wirtschaft ändere dieser nichts. "Die US-Notenbank sollte endlich Vertrauen in die US-Wirtschaft fassen und die Märkte wieder führen, statt sich von ihnen führen zu lassen", so Krämer.

Erhöhung oder Senkung - alles ist möglich

Die Äußerungen von Marktteilnehmern und Beobachtern, wann die Federal Reserve nach ihrer Juni-Sitzung eine Zinsanhebung ins Visier nehmen könnte, gehen weit auseinander. Einige halten eine Erhöhung im Juli für möglich, andere sind sich nicht einmal sicher, dass es nach der Sommerpause im September so weit sein könnte. Der geldpolitische Ausschuss der US-Notenbank (FOMC) hatte im Dezember den Leitzins auf eine Spanne von 0,25 bis 0,50 Prozent angehoben. Zuvor lag er seit Ende 2008 an der Nulllinie.

Die Marktteilnehmer dürften vor allem das Statement der Fed und die Pressekonferenz von Yellen im Blick haben. "Hinsichtlich des Statements ist von Bedeutung, inwieweit die FOMC-Mitglieder den Arbeitsmarktbericht für Mai als temporäre Schwäche interpretieren", schrieben Ökonomen der Dekabank. Sollte dies die Mehrheitsmeinung der Mitglieder sein, dann könnte eine Leitzinsanhebung bereits im Juli erfolgen. Die Finanzmärkte zeigen sich jedoch deutlich skeptischer. Erst zum Jahresende wird hier mit einer knappen Mehrheit eine Leitzinserhöhung erwartet.

Wirtschaftsdaten nicht so düster

Die Wirtschaftsdaten in den USA sind nach wie vor nicht düster, aber auch nicht mehr so rosig wie noch vor einigen Monaten. Im Mai kamen statt der erwarteten 162.000 nur 38.000 neue Stellen auf dem Arbeitsmarkt hinzu - ein, Indikator, auf den die Fed bei ihrer Bewertung neben der Inflation besonders genau schauen muss. Die Inflation ist seit längerem von der Zielmarke von zwei Prozent entfernt und wird nach Einschätzung der Fed dahin auch nicht umgehend zurückkehren.

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