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Nach Brexit-Abstimmung: Dax stürzt ab, Milliarden Euro in Luft aufgelöst


Nach Briten-Entscheidung  

Brexit: Aktiencrash hat fünf Billionen Dollar vernichtet

24.06.2016, 12:55 Uhr | AFP, dpa-AFX

Nach Brexit-Abstimmung: Dax stürzt ab, Milliarden Euro in Luft aufgelöst. Brexit: EU-Austritt Großbritanniens bedroht den Finanzplatz London.  (Quelle: Reuters)

Brexit: EU-Austritt Großbritanniens bedroht den Finanzplatz London. (Quelle: Reuters)

Die Aktienmärkte erholen sich nach dem Brexit-Votum langsam wieder. Die "Black Friday"-Stimmung hatte den Dax zeitweise um mehr als zehn Prozent abstürzen lassen. Manch einer hoffe bereits wieder auf die helfende Hand der Notenbank, hieß es am Markt.

Der Dax gab zuletzt zwar noch um 6,7 Prozent auf 9570 Punkte nach, konnte dennoch aber einen kleinen Teil seines fast neunprozentigen Gewinns der letzten 10 Handelstage retten. Solch massive Verluste wie am Vormittag hatte es das letzte Mal während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 gegeben.

Der MDax der mittelgroßen Konzerne sank um 4,6 Prozent auf 19.824 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax büßte 3,9 Prozent auf 1578 Punkte ein. Aus der gesamten Dax-Familie von Dax, MDax, TecDax und SDax gab es nur 3 drei Aktien im Plus.

Aktiencrash vernichtet Billionen

Der Crash an den Börsen hat Experten zufolge weltweit fünf Billionen Dollar an Börsenwert vernichtet. Dies entspreche dem Doppelten der gesamten Wirtschaftsleistung Großbritanniens und 17 Prozent der Wirtschaftsleistung der G7-Staaten im vergangenen Jahr, schrieb Aktienstratege Christian Kahler von der DZ Bank in einem Kurzkommentar. 

Allein im Dax hätte sich eine Marktkapitalisierung von rund 95 Milliarden Euro in Luft aufgelöst. An dieser Erstbewertung zeige sich, dass die Reaktion der Kapitalmärkte auf das Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union mit großer Wahrscheinlichkeit deutlich übertrieben sei.

Pfund etwas erholt - Euro bleibt unter Druck

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verringerte seine Verluste auf minus 8,2 Prozent. In London hielt sich zugleich der britische FTSE 100 bei minus 4,6 Prozent. Am Devisenmarkt erholte sich auch das britische Pfund, das zeitweise auf den tiefsten Stand seit 31 Jahren gefallen war. Der Euro  fiel wegen des Vertrauensverlustes in die Europäische Union dagegen etwas weiter und wurde zuletzt bei 1,1116 US-Dollar gehandelt. Stattdessen wurde der japanische Yen als Fluchtwährung gesucht und auch Gold und Anleihen waren gefragt.

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Der EU-Austritt Großbritanniens sorge für große Unsicherheit und habe entsprechend heftige Marktreaktionen bis hin zu einem "Schock" ausgelöst, hieß es am Markt. Inzwischen seien aber wieder erste Schnäppchenjäger unterwegs. "Auch wenn es schwer fällt: Kaufen muss man dann, wenn alle anderen verkaufen", brachte Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets die einsetzende Verbesserung der Marktlage auf den Punkt.

Zudem richteten sich die Augen der Anleger bereits wieder auf die Notenbanken, die zuletzt in Notlagen immer stützend eingegriffen hatten. "Die Wahrscheinlichkeit einer starken Antwort der Europäischen Zentralbank ist jetzt hoch", sagte Stanzl. Er sieht daher das Risiko für eine Rezession als relativ gering an.

Bankaktien verlieren prozentual zweistellig

Während zur Handelseröffnung noch etwa die Hälfte aller 30 Dax-Werte prozentual zweistellig nachgegeben hatten, waren es zuletzt nur noch 3 Werte. Unter ihnen waren die Papiere der Deutschen Bank mit minus 12,5 Prozent und die der Commerzbank mit minus 10,7 Prozent. Die Folgen des Brexit für die Banken sind derzeit kaum absehbar. Experten sehen aber vor allem die britischen Institute als die leidtragenden an. Deutsche-Bank-Chef John Cryan sagte: "Das ist kein guter Tag für Europa. Die Konsequenzen lassen sich noch nicht vollständig absehen. Sie werden aber für alle Seiten negativ sein."

Die zuletzt wieder gut gelaufenen Versorger RWE  und Eon gaben jeweils 7,7 Prozent ab. Beide Konzerne haben Millionen Kunden in Großbritannien - erwarten allerdings nach eigener Aussage nur relativ geringfügige Auswirkungen auf ihr Geschäft durch künftige Handelshemmnisse.

Deutsche Börse und LSE wollen an Fusion festhalten

Die Papiere der Deutschen Börse büßten 6,7 Prozent ein, während in London die Aktien des britischen Börsenbetreibers um zehn Prozent einbrachen. Trotz des Brexits wollen die beiden Konzerne an ihrem Fusionsplan festhalten. Da allerdings der rechtliche Sitz des Gemeinschaftsunternehmens London sein soll, wird das Vorhaben am Finanzmarkt zunehmend kritischer gesehen. Bereits vor dem Brexit-Votum hatte es am Finanzplatz Frankfurt und auch seitens der hessischen Börsenaufsicht erhebliche Kritik gegeben.

Aktien aus defensiven Branchen, die anders als Zykliker nicht so stark von Wirtschaftsturbulenzen betroffen sind, hielten sich relativ stabil: So gaben die Papiere von Henkel nur moderate 0,8 Prozent ab. Die Papiere des Immobilienunternehmens Vonovia verloren 0,9 Prozent und Deutsche Wohnen im MDax gaben nur um 0,3 Prozent nach.

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