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Panamakanal öffnet Schleusentore auch für Riesen-Containerschiffe

Weg frei für Riesenschiffe  

Erweiterter Panamakanal hat seine neuen Schleusentore geöffnet

27.06.2016, 08:12 Uhr | dpa, AFP, AP

Panamakanal öffnet Schleusentore auch für Riesen-Containerschiffe. Nach neunjähriger Bauzeit wurde der erweiterte Panamakanal für die Schifffahrt freigegeben. (Quelle: Kanalverwaltungsgesellschaft ACP/ dpa)

Nach neunjähriger Bauzeit wurde der erweiterte Panamakanal für die Schifffahrt freigegeben. (Quelle: Kanalverwaltungsgesellschaft ACP/ dpa)

Der chinesische Mega-Frachter "Cosco Shipping Panama" schreibt Schifffahrtsgeschichte. Er ist unter den Augen zahlreicher internationaler Gäste als erstes Schiff durch den erweiterten Panamakanal gefahren. Von karibischer Seite aus schob sich der Ozean-Riese mit 9000 Containern an Bord in die legendäre Wasserstraße, die den Atlantik mit dem Pazifik verbindet.

Mit 48,2 Metern Breite und 300 Metern Länge ist die "Cosco Shipping Panama" eines der Schiffe der sogenannten Postpanamax-Klasse, die nach der Erweiterung nun durch den Kanal passen. Der Frachter gehört einer chinesischen Reederei und wurde per Los auserwählt. 

Gigantische Schiffe können passieren

Die verbreiterte, 80 Kilometer lange Wasserstraße soll eine neue Ära im maritimen Welthandel einläuten. Präsident Juan Carlos Varela sprach von einem "großen Tag für Panama". Der Kanal verbinde die Welt.

Der Chef der Kanalverwaltung Jorge Quijano hält den Kanal für eines der wichtigsten Bauwerke der Welt. "Vielleicht nicht das teuerste, aber zweifellos das folgenreichste für die Welt. Hier fahren Schiffe aus 160 Ländern durch."

Von nun an können auch Frachter mit bis zu 14.000 Containern den Kanal befahren - bis zu 49 Meter breit und 366 Meter lang. Bislang wurden nur Schiffe mit maximal 4400 Containern geschleust. Auch Tanker beispielsweise für Flüssiggas können die kosten- und zeitsparende Route durch den mittelamerikanischen Isthmus wählen, statt das unter Seefahrern immer noch gefürchtete Kap Hoorn an der Südspitze Südamerikas zu umschiffen.

Übersicht zu den neuen Schleusen vom Panamakanal. (Quelle: dpa)Übersicht zu den neuen Schleusen vom Panamakanal. (Quelle: dpa)

Materialschlacht im Dschungel

"Der Trend geht schon seit Jahren zu immer größeren Schiffen, weil sie sich günstiger betreiben lassen", sagt der stellvertretende Chef der Kanalverwaltung, Manuel Benítez. "Darauf mussten wir reagieren, sonst wären wir irgendwann für die Schifffahrt-Uunternehmen uninteressant geworden."

Damit der Kanal auch künftig in der globalen Wirtschaft mitspielen kann, haben die Panamaer eine wahre Materialschlacht im Dschungel angezettelt: Insgesamt wurden 150 Millionen Kubikmeter Erde und Geröll abgeräumt. An den neuen Schleusen an der Atlantik- und Pazifikseite verbauten die Arbeiter zwölf Millionen Tonnen Zement. 192.000 Tonnen Stahl kamen zum Einsatz - das entspricht 19-mal dem Eiffelturm in Paris. Während der vergangenen neun Jahre waren rund 40.000 Arbeiter auf der Baustelle beschäftigt.

"Nach der Erweiterung können wir wieder 96 Prozent aller Schiffe weltweit schleusen", sagt Mónica Martínez von der Kanalverwaltung. "Wir rechnen damit, dass wir den Frachtdurchsatz von derzeit 300 Millionen Tonnen pro Jahr auf 600 Millionen Tonnen verdoppeln können." Vor allem der Handel zwischen Asien und den USA dürfte profitieren. 

Kleinere Schiffe fahren anderen Kanal-Weg

Mindestens 5,25 Milliarden US-Dollar (4,7 Milliarden Euro) hat das Megaprojekt gekostet. Die Kanalverwaltung streitet sich mit dem Baukonsortium GUPC noch um nachträglich aufgelaufene Zusatzkosten in Höhe von 1,6 Milliarden Dollar. Sollte sich die Firma mit ihren Forderungen durchsetzen, könnte der Ausbau noch einmal deutlich teurer werden.

Auf beiden Seiten des Kanals wurden neue Zufahrtskanäle ausgehoben und größere Schleusen gebaut. Zudem vertieften und verbreiterten Baggerschiffe die Fahrrinne. Künftig werden kleinere Schiffe die alte Route passieren, während große durch die neuen Schleusen fahren. 

Mit der Erweiterung des Kanals war 2007 begonnen worden. Eigentlich sollte das Bauprojekt schon im Oktober 2014 abgeschlossen sein, zum 100. Geburtstag des alten Kanals.

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