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VW-Skandal: Volkswagen entschädigt EU-Kunden geringer als US-Kunden


VW-Abgasskandal  

EU-Kunden werden geringer entschädigt als US-Kunden

03.07.2016, 11:42 Uhr | rtr

VW-Skandal: Volkswagen entschädigt EU-Kunden geringer als US-Kunden. Nachdenklich: Konzernchef Matthias Müller auf der Volkswagen-Hauptversammlung im Mai. (Quelle: dpa)

Nachdenklich: Konzernchef Matthias Müller auf der Volkswagen-Hauptversammlung im Mai. (Quelle: dpa)

Volkswagen will seine Kunden in Europa und der Europäischen Union nicht in gleicher Weise entschädigen wie in den USA. Entsprechenden Forderungen in Folge des VW-Abgasskandals erteilte Konzernchef Matthias Müller eine Absage.

In Europa gebe es eine andere Sachlage als in den USA, wo der VW-Konzern rund 16 Milliarden Euro für Entschädigungszahlungen zurückgestellt hat, sagte Müller in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" (WamS).

In den USA seien die Grenzwerte deutlich strenger, und damit werde auch die Nachrüstung komplizierter. Außerdem sei die Teilnahme an einer Rückrufaktion in den USA anders als in Deutschland freiwillig. "Gleichwohl erwarten die Behörden in den USA, dass möglichst viele Fahrzeugbesitzer ihre Autos umrüsten. Daher müssen wir eine hohe Teilnahmequote für die Umrüstung nachweisen. Mit der Prämie in den USA sollen wir unseren Kunden einen Anreiz zur Teilnahme an der Umrüstung geben."

Die Situation in den USA auf Europa zu übertragen und entsprechende Entschädigungen zu fordern, sei daher falsch. "Und was es nicht zuletzt wirtschaftlich für unser Unternehmen bedeuten würde, wenn wir das doch tun würden, muss ich wohl nicht weiter ausführen", sagte Müller.

"Wir haben für die Lösung der Dieselthematik in den USA bis zum heutigen Tag 16,2 Milliarden Euro zurückgestellt. Volkswagen ist weiterhin finanziell solide aufgestellt. Aber man muss kein Mathematiker sein um zu erkennen, dass eine Entschädigungszahlung in beliebiger Höhe auch Volkswagen überfordern würde."

Dass das Image Volkswagens durch die Abgasaffäre nachhaltig beschädigt ist, räumt Müller ein. "Wir brauchen Geduld, dieser Transformationsprozess ist nicht morgen abgeschlossen. Vertrauen ist schnell verspielt. Aber man braucht Jahre, um es zurückzubekommen, und so wird es auch bei uns sein", sagte er. "Wir müssen jetzt bei der Umrüstung der Autos in den Werkstätten zeigen, dass wir verstanden haben. Hier muss es uns gelingen, unsere Kunden wieder zu überzeugen."

Müller sieht zugleich eine Chance in der gegenwärtigen Krise, die notwendigen Veränderungen im VW-Konzern jetzt entschlossener anzugehen. "Die Dieselthematik ist Türöffner und Beschleuniger zugleich: Die Veränderungsbereitschaft ist größer als zuvor. Diesen Schwung wollen wir mitnehmen."


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