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Bundesbank: Deutschland hortet D-Mark in Milliarden-Höhe

Deutsche horten altes Geld  

Die Deutschen horten noch Milliarden D-Mark

18.07.2016, 19:52 Uhr | dpa, t-online.de

Bundesbank: Deutschland hortet D-Mark in Milliarden-Höhe. Noch viel altes Geld gehortet: Durch eine Lupe blickt man auf eine 1- und eine 5-Mark-Münze, die auf einem 5- und 10-D-Mark-Geldschein liegen. (Quelle: dpa)

Noch viel altes Geld gehortet: Durch eine Lupe blickt man auf eine 1- und eine 5-Mark-Münze, die auf einem 5- und 10-D-Mark-Geldschein liegen. (Quelle: dpa)

Auch mehr als 14 Jahre nach der Einführung des Euro-Bargelds horten viele Menschen in Deutschland weiterhin Mark und Pfennig im Milliarden-Wert. Nach Angaben der Deutschen Bundesbank summierten sich Scheine und Münzen Ende Juni auf 12,76 Milliarden D-Mark.

Zwar werden pro Jahr im Schnitt Münzen und Scheine im Wert von 100 Millionen Mark umgetauscht. Doch 167,3 Millionen Banknoten und 23,5 Milliarden Münzen wurden bisher nicht zurückgegeben. Von den Banknoten wird am häufigsten der 10-DM-Schein gehortet - noch 72 Millionen Stück sind im Umlauf. Bei den Münzen ist der Glückspfennig am beliebtesten mit 9,7 Milliarden Stück. Statistisch betrachtet hat also jeder Bürger Deutschlands über 120 Pfennig-Stücke in Kartons und Schubladen versteckt. 

Gesammelt, vergessen, zerstört

Die Hintergründe des Mark-Hortens sind vielfältig. Ein größerer Teil der Münzen und Scheine werde aus nostalgischen Gründen aufbewahrt oder sei bei Sammlern zu finden, vermutet die Bundesbank. Andere dürften verloren gegangen oder zerstört worden sein. 

Dass die Bundesbürger überdurchschnittlich stark an ihrer alten Währung hängen, kann die Notenbank allerdings nicht erkennen. Vergleiche man den DM-Rückfluss in Deutschland beispielsweise mit dem Rücklauf von Peseten in Spanien, Lira in Italien und Franc in Frankreich, sei die Entwicklung nicht ungewöhnlich.

Rückgabe in Deutschland weiterhin möglich

Zum Stichtag am 31. Dezember 2001 waren der Bundesbank zufolge noch DM-Banknoten im Wert von 76,57 Milliarden Euro im Umlauf. Wie in Spanien, Frankreich oder Italien seien mehr als 95 Prozent umgetauscht worden.

Im Gegensatz zu Deutschland kann altes Geld in Frankreich und Italien nicht mehr zurückgegeben werden. Die Fristen für Franc und Lira sind bereits abgelaufen. In Spanien ist der Umtausch von Peseten noch bis Ende 2020 möglich.

Bei der Bundesbank ist der Umtausch von D-Mark-Banknoten und -Münzen in Euro jederzeit möglich - gebührenfrei, unbefristet und ohne Limit beim Betrag. Die Bundesbank wechselt das alte Geld in Ausnahmefällen auch postalisch - der Versand geschieht allerdings auf Risiko des Kunden.

Nicht jede Münze einfach umtauschen

Manchmal ist eine andere Lösung allerdings besser. So hat eine Dame Münzen im Nennwert von mehreren hundert D-Mark zum Umtausch eingereicht, wie die Bundesbank im vergangenen Jahr berichtete: "Darunter befanden sich drei Gedenkmünzen zu jeweils 5 DM aus den 1950er Jahren. Wir haben diese Münzen an die Einreicherin zurückgesandt mit der Bitte, diese bei einem Münzhändler zum Verkauf anzubieten." Die Frau konnte sich freuen: "Statt dem üblichen Umtauschbetrag von 2,56 Euro erhielt sie dort pro Stück 100 Euro!"

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